Schweiz
Atommüll reist durch die Schweiz – und niemand protestiert
Am Nachmittag fährt ein Zug mit Atommüll von Basel zum atomaren Zwischenlager in Würenlingen im Kanton Aargau. Was in Deutschland nationalen Aktivismus verursacht, lässt die Schweizer kalt. «Wer den Dreck macht, muss ihn auch zurücknehmen», lautet unisono die Haltung der Grünen, Greenpeace und der Schweizerischen Energiestiftung.
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«Der Atommüll gehört zu den Atomkraftwerken, wie der Kuhfladen zur Kuh gehört», bringt es Jürg Buri von der Schweizerischen Energiestiftung auf den Punkt. Die Schweizer wollten Atomkraftwerke, also müssten sie auch die Konsequenzen davon tragen, und eine dieser Konsequenzen sei der giftige Atommüll.
«Aktuelle Situation ist schizophren»
«Gemäss dem Verursacherprinzip muss der Atommüll in der Schweiz entsorgt werden», sagt Buri. Die aktuelle Situation sei jedoch völlig schizophren, denn während der Atomstrom Zustimmung erhält, wehren sich alle Kantone gegen den Bau eines Endlagers auf ihrem Gebiet. Es gebe derzeit weder eine politische noch eine technische Lösung für den Atommüll.
Alles «Hässliche» rund um die Atomenergie werde verschwiegen, führt Buri weiter aus. «Dass im Niger oder in Namibia Menschen ihr Leben lassen, weil sie für uns Uran abbauen, hört man nie.»
Statt also wie in Deutschland den Atommüll-Transport zu sabotieren, fordert er die transparente Information der Bevölkerung. Damit sticht Buri ins politische Wespennest. Denn dies fordern auch die Grünen und Greenpeace – doch der Bund hält Atommüll-Transporte zum Schutz vor Sabotage und Terrorismus geheim.
Einzig das Zwischenlager Würenlingen informiert die Öffentlichkeit per Medienmitteilung, jedoch erst, nachdem ein Transport abgeschlossen ist.
«Informationsbedürfnis der Bevölkerung überwiegt»
Natürlich sei es eine Frage der Interessensabwägung, sagt Alexander Hauri von Greenpeace. «Jedoch überwiegt unserer Ansicht nach klar der Informationsanspruch der Bevölkerung», so Hauri. Die Anwohner der Atommüll-Route hätten das Recht, vorgängig über den Transport und die mögliche Gefahr eines Unfalls informiert zu werden. Personen, die einen Sabotage-Akt planten, könnten sich vermutlich so oder so Informationen zu einem geplanten Transport beschaffen. Der heutige Transport wurde bereits vor zwei Tagen in der «Basler Zeitung» publik.
Die Forderung der Atomenergie-Gegner ist einstimmig: Auch über die Kehrseite des Atomstroms soll transparent informiert werden. Nicht die Atommüll-Transporte seien das Problem – sondern dass jeder vom Atomstrom profitieren will, sich jedoch alle mit Händen und Füssen gegen neue AKW-Standorte und den Standort des Endlagers wehren.
Doppelte Grundradioaktivität
Um 16 Uhr traf der Zug bereits in Würenlingen ein, wo die heikle Fracht auf Lastwagen verladen und ins Zwischenlager transportiert wird. Die Messungen von Greenpeace haben eine doppelte Grundradioaktivität drei Meter neben dem Behälter ergeben. Das tiefe Resultat sei darauf zurückzuführen, dass nur «mittelaktiver» radioaktiver Abfall transportiert werde, erklärt Florian Kasser von Greenpeace. Er dokumentiert mit seinem Team den Transport.
Auch er betont im Telefongespräch mit «tagesschau.sf.tv» den Informationsanspruch der Bevölkerung. «Wir haben schon öfters im Vorfeld von Atommüll-Transporten erfahren, also ist die Geheimhaltung des Bundes hinfällig», sagt er.
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N. Lampe, Chengdu
)
(Aremonis
Verfasst am: 8.3.2011 10:19
Warum protestieren?
Warum sollte ich protestieren und Polizisten und... mehr
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A. Möbius, Berlin
)
(moe_bius
Verfasst am: 4.3.2011 15:33
@M. Mèchant, Grosses-Euroland
Sie diskutieren hier klar am Thema vorbei, wenn... [1] mehr
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T. mueller, zürich
)
(chp00112
Verfasst am: 4.3.2011 14:35
mechant (der böse)
ich denke benken, nahe der deutschen grenze ist... [1] mehr
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