Schweiz
Churer Generalvikar will Kirchensteuer abschaffen
Die Forderung ist nicht neu, aber sie wird zunehmend lauter: Die Kirchensteuer soll abgeschafft werden. An ihrer Stelle sollen sich die Kirchen künftig mittels Spenden finanzieren und über eine Mandatssteuer. Das fordert niemand geringerer als Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur.
Früher waren es in erster Linie linke Kreise und Atheisten, die Kirche und Staat grundsätzlich trennen und die Kirchensteuer abschaffen wollten. Doch immer mehr wird die Forderung auch aus kirchlichen Kreisen selber unterstützt.
Besonders deutlich fordert dies Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur. Und Grichting weiss sich mit seiner Forderung nicht alleine. «Manche Bischöfe denken ähnlich, aber machen die Faust im Sack. Es ist Zeit, dass sich endlich jemand getraut, das Thema anzusprechen», sagte er zu «tagesschau.sf.tv».
Konkret will Grichting, dessen Wahl zum Churer Weihbischof unlängst verhindert wurde, die Kirchensteuer durch eine sogenannte Mandatssteuer ersetzen, so Grichting im «SonntagsBlick». Bei dieser Steuer bestimmt der Steuerzahler, welcher (anerkannten) Religionsgemeinschaft das Geld zukommt – oder ob es an eine staatliche Organisation für humanitäre Zwecke gehen soll.
Nur noch 10 bis 20 % der Steuereinnahmen
Dass dabei den Landeskirchen viel weniger Geld als bisher zufliessen würde, ist sich Grichting bewusst. «Die künftigen Steuereinnahmen würden nur noch 10 bis 20 % der heutigen Beträge ausmachen». Und wie sollen die Kirchen den Rest finanzieren? «Über Spenden», sagt Grichting, und verweist nach Italien und Spanien, wo sich das Modell nach seinen Angaben bewährt hat.
Grichting: «Dann würden vor allem diejenigen spenden, die sich aktiv an der Kirche beteiligen wollen». Unter dem Strich werde der Kirche zwar weniger Geld als heute zur Verfügung stehen. Aber heute sei ohnehin vieles überdimensionert.
Abschaffung eine Frage der Zeit
Für Grichting ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Thema «Abschaffung der Kirchensteuer»auf der politischen Agenda landet. Spätestens, wenn die Zahl der katholischen und reformierten Kirchenmitglieder unter 50 % sinkt, werde die Politik reagieren. Und dieser Moment, so Grichting, ist nicht mehr fern. «Denn die aktuelle Form der Finanzierung geht langsam kaputt. Die Kirchenaustritte beginnen alles zu unterspülen.»
Als «Benchmark» nennt Grichting den Kanton Zürich. Hier sind derzeit noch 62 % der Bevölkerung Mitglied einer der Landeskirchen. Tendenz: sinkend. Pro Jahr treten rund 1 % der Mitglieder aus. Also dürfte die 50 %-Grenze in rund 10 bis 12 Jahren erreicht sein.
97 % der Katholiken kennen Kirchensteuer nicht
Grichtings Vorschlag dürfte an der kirchlichen Basis, wie er selber einräumt, nicht überall auf gleich viel Verständnis stossen. In eher ländlichen Gebieten, wo die grosse Mehrheit nach wie vor Mitglied in einer der Landeskirchen ist, werde man eher an der jetzigen Kirchensteuer festhalten. In Städten und in den Agglomerationsgebieten dürfte sie hingegen eher befürwortet werden.
Neu sei der Vorschlag ja grundsätzlich nicht, so der Generalvikar. Er habe selber, um ein Beispiel zu nennen, bereits vor 13 Jahren in seiner Dissertation über das Modell geschrieben. Abgesehen davon: «Nur in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland kennt man die aktuelle Kirchensteuer. 97 % der Katholiken auf der Welt finanzieren ihre Kirchen auf andere Weise».
(vaid)
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B. Hermann, Bern
)
(Beppie
Verfasst am: 21.2.2011 6:23
A. Ka, 20.2.2011 20:44
Der Kirchensteuer kann man sich mit einem... mehr
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S. Hohler, BLB
)
(sde
Verfasst am: 21.2.2011 3:06
NEIN zur Mandatssteuer
Denn so würden die Kirchen den Verlust durch die... mehr
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I. Ndlovu, Mbombela/NST
)
(Ndlovu
Verfasst am: 20.2.2011 23:50
Lasst die Steuer...
...schafft die Kirchen ab (die Religionen)... und... mehr
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