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Braucht der Gotthard eine zweite Röhre?

Nico Ruffo
Dienstag, 15. Februar 2011, 17:55 Uhr

Der Gotthard-Strassentunnel muss bis 2025 saniert werden. Der Bundesrat will den Tunnel für den Strassenverkehr während des Umbaus schliessen. Die betroffenen Kantone und die Autolobby kritisieren dieses Vorhaben als «unrealistisch». Bis zur Sanierung soll vielmehr ein zweiter Strassentunnel durch den Berg gebaut werden.

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Noch rollt der Verkehr durch die sanierungsbedürftige Gotthard-Röhre

Der Gotthard-Strassentunnel muss saniert werden. Braucht es einen Ausweichtunnel für den Strassenverkehr?

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Zwar geht es noch mindestens zehn Jahre, bis die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels fällig ist. Doch seit der Bundesrat im Dezember 2010 seine Vorschläge präsentiert hat, flammen regelmässig wieder hitzige Diskussionen über das riesige Bauvorhaben auf. Alle fürchten kilometerlange Staus vor dem Gotthard.

Denn die Eingriffe sind laut Bund so gross, dass eine Sperrung nötig ist. Im Tunnel, der in beiden Richtungen einspurig befahren wird, müssen folgende vier Bereiche renoviert werden: Tunnellüftung, Belag, Entwässerung, Zwischendecke.

«tagesschau.sf.tv» hat die verschiedenen Sanierungsvorschläge zusammengefasst:

  • Der Bundesrat will eine Vollsperrung während 900 Tagen

Der Tunnel soll während des ganzen Jahres gesperrt werden. Die Bauarbeiten dauern so zweieinhalb Jahre, und die Kosten für die Sanierung betragen 650 Millionen Franken. Zusätzliche 559 bis 622 Millionen Franken würde die Umleitung des Verkehrs auf andere Strassen oder dessen Verlagerung auf die Bahn verschlingen.

  • Im Sommer soll der Tunnel offen bleiben

Eine weitere mögliche Lösung für den Bundesrat: Der Tunnel wird in den Wintermonaten während 280 Tagen pro Jahr gesperrt. Für den Sommerverkehr stünde er somit offen. Mit diesem Plan würden sich die Bauzeit auf dreieinhalb Jahre und die Kosten auf 752 Millionen Franken erhöhen. Das Verkehrsmanagement würde 626 bis 669 Millionen Franken kosten. Die Alpen-Initiative befürwortet diesen Vorschlag.

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Kosten für Sanierung des Gotthard-Strassentunnels Quelle: UVEK

Bei beiden Vorschlägen sind Massnahmen zur Reduzierung des Ausweichverkehrs ausgearbeitet worden. Personenwagen sollen im alten Eisenbahntunnel auf die Schiene verladen werden können.

Für die Lastwagen wird eine sogenannte Rollende Landstrasse (ROLA) eingerichtet. Dass heisst der Lastwagenverkehr kann ebenfalls auf die Schiene verlagert werden. Weil der alte Eisenbahntunnel zu klein ist, sollen die LKW-Züge im Gotthard-Basistunnel verkehren.

  • Die Kantone fordern eine zweite Strassenröhre

Eine Schliessung der Gotthardröhre schlägt besonders den Kantonen Uri und Tessin schwer auf den Magen. Die Furcht vor negativen wirtschaftlichen Konsequenzen ist gross. Die Kantone Tessin und Uri fordern deshalb eine zweite Röhre, bevor die Sanierung des bestehenden in Angriff genommen wird.

Eine Initiative der Jungen SVP Uri geht noch einen Schritt weiter: Wenn beide Tunnel wieder betriebsbereit seien, sollen sie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit je einspurig befahren werden.

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG hält die Vorschläge des Bundesrats ebenfalls für unrealistisch. Der Bundesrat mache «Märklin-Planspiele», sagt ASTAG.

Der Bundesrat hält dagegen: Eine zweite Tunnelröhre würde 2 Milliarden Franken kosten und wäre bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten kaum fertig.

Virtuelles Pro und Kontra «zweite Röhre»

Auch in den sozialen Netzwerken wird die Frage stark diskutiert. Auf der Pro-Seite hat sich die Facebook-Gruppe «Für eine zweite Gotthard-Tunnelröhre» gebildet. Gegensätzlicher Meinung sind die «Urner gegen eine zweite Gotthardröhre».

Gotthard-Strassentunnel «niemals ein Korridor für den Schwerverkehr»

Die Diskussion um eine zweite Röhre dauert schon über 20 Jahre. Bereits wenige Jahre nach der Eröffnung (5.10.1980) wurde erstmals gefordert, eine zweite Röhre zu bauen. Bei den Stimmbürgern war das Anliegen bislang aber nicht mehrheitsfähig. Lesen Sie hier mehr über das Ringen um eine zweite Tunnelröhre.

Bei der Errichtung des Gotthard-Strassentunnels war die Freude der betroffenen Kantone Tessin und Uri gross, dass der Strassenverkehr nicht mehr durch ihre Dörfer geleitet wurde.

Beitrag anlässlich der 10 Jahres-Jubiläums des Gotthardstrassentunnels (Schweiz Aktuell, 31.8.1990)

Legendär wurde bei der Eröffnung eine Aussage von Bundesrat Hans Hürlimann, in welcher er der betroffenen Bevölkerung versprach, dass der Gotthard-Strassentunnel «niemals ein Korridor für den Schwerverkehr» werde. Die Zukunft wies eine andere Entwicklung, wie man heute weiss.

Strassenzoll für Gotthard-Röhre

Falls eine zweite Gotthard-Röhre gebaut werden sollte, wollen auch private Investoren mitmischen. Der Verein Public-Private-Partnership Schweiz (PPP) möchte gerne eine zweiten Röhre bauen und diese anschliessend mit einer Tunnelgebühr betreiben. Dabei verweist der Verein auch auf Projekte im Ausland. In Frankreich beispielsweise gebe es einige Tunnels, die von Privaten gebaut wurden, und die für die Tunnelbenützung nun eine Maut erheben dürfen. Der Bundesrat hält jedoch nichts von einer solchen Idee.

Kommentare aktiv...

D. Domenicus, City
(DD Mann)
Verfasst am: 16.2.2011 12:48

DIe Herren Amstutz und Giezendanner

von der SVP sollen endlich zur Kenntnis nehmen,... [1]  mehr

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P. Reinmann, Gerlafingen
(pareinmann Mann)
Verfasst am: 16.2.2011 11:05

Wozu denn die NEAT

wenn die Strasse zusätzlich ausgebaut wird ? Die... [1]  mehr

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I. Steinmann, Schötz
(Aison Mann)
Verfasst am: 16.2.2011 0:20

Ausländische Fahrzeuge besteuern!

Ich Frankreich und Italien muss ich auch alle... mehr

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