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International

Holocaust-Gedenktag in Deutschland und Polen

Donnerstag, 27. Januar 2011, 12:32 Uhr, Aktualisiert 19:23 Uhr

Der diesjährige Holocaust-Gedenktag hat das Augenmerk besonders auf den Völkermord an Sinti und Roma gerichtet. Mit Zoni Weisz sprach erstmals ein Sinti- und Roma-Vertreter vor dem deutschen Bundestag. Bundespräsident Wulff gedachte seinerseits in Auschwitz der Opfer.

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Holocaust-Gedenkfeier im Deutschen Bundestag (Tagesschau 27.01.2011)

Die grausame Verfolgung der Sinti und Roma durch das nationalsozialistische Regime sei in der Öffentlichkeit lange verdrängt worden, sagte Bundestags-Präsident Norbert Lammert vor den Abgeordneten. «Bis heute ist die grösste Minderheit Europas zugleich die wohl auch am meisten diskriminierte Minderheit Europas.»

Mit dem Holocaust-Überlebenden Zoni Weisz aus den Niederlanden sprach erstmals ein Vertreter der Sinti und Roma bei der Gedenkstunde. In seiner bewegenden Rede erinnerte der 73-Jährige daran, dass die Ausgrenzung und Verfolgung seines Volkes schon lange vor der Machtübernahme der Nazis begonnen habe und bis heute andauere.

«Vergessener Holocaust»

Der Völkermord an einer halben Million Sinti und Roma sei heute weitgehend ein «vergessener Holocaust». «Nichts oder fast nichts hat die Gesellschaft daraus gelernt, sonst würde sie verantwortungsvoller damit umgehen.»

Es sei «menschenunwürdig», wie Sinti und Roma in osteuropäischen Ländern wie Rumänien und Bulgarien, aber auch in Italien und Frankreich behandelt würden. In Ungarn tauchten schon wieder vor Geschäften und Lokalen Schilder mit der Aufschrift auf: «Für Zigeuner verboten».

«Die Geschichte wiederholt sich», warnte Weisz, der die NS-Zeit in einem Versteck überlebte, während seine Eltern und Geschwister sowie 21 weitere Familienangehörige in Konzentrationslagern umkamen.

Gewalt dauert an

Bundespräsident Christian Wulff und Polens Staatschef Bronislaw Komorowski riefen am Holocaust-Gedenktag angesichts fortdauernder Gewalt in der Welt zu Wachsamkeit auf.

Bild Wulff und Komorowski.
Gemeinsam mit seinem polnischen Amtskollegen Komorowski gedachte Wulff (links) der Opfer des Holocausts. keystone

Nach dem Zweiten Weltkrieg habe es keinen einzigen Tag in der Welt ohne Krieg gegeben, sagte Wulff in der Erinnerungsstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Und noch immer würden Menschen getötet, weil sie einer anderen ethnischen, religiösen oder sprachlichen Gruppe angehörten.

Wille zur Versöhnung

Wulff rief die Jugend auf, sich verantwortlich für das Geschehen in der Welt zu fühlen. Das Schlimmste für Freiheit und Demokratie sei Gleichgültigkeit, sagte der Bundespräsident. Die Erinnerung müsse ewig wachgehalten werden.

Wulff dankte auch den Holocaust-Überlebenden und den Nachkommen der Opfer für ihren Versöhnungswillen. Für die Deutschen sei diese Bereitschaft ein grosses Glück, sagte er. Es war die erste Rede eines Bundespräsidenten im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager.

Kränze niedergelegt

Nach dem Treffen legten die beiden Staatschefs gemeinsam mit mehreren Überlebenden, Jugendlichen und Vertretern der jüdischen Gemeinde Kränze an der Hinrichtungsmauer in Auschwitz nieder. Anschliessend nahmen die Präsidenten an der zentralen Gedenkfeier in Birkenau für die rund 1,1 Millionen während der Nazizeit in den beiden Lagern getöteten Menschen teil.

Seit 1996 wird in Deutschland am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. An diesem Tag hatten sowjetische Soldaten 1945 das Lager Auschwitz erreicht und die Überlebenden befreit.

(dpa/hesa)

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P. von Kampen, Starnberg
(von_Kampen Mann)
Verfasst am: 27.1.2011 16:59

Die grosse deutsche Schuld.

Deutschland trägt grosse Schuld und was die... mehr

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