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Schmerzmittel schlecht fürs Herz

Dienstag, 11. Januar 2011, 19:37 Uhr, Aktualisiert 20:56 Uhr

Einige weit verbreitete Schmerzmittel erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt oder Hirnschlag. Zu diesem Schluss kommt eine Nationalfonds-Studie (SNF). Die Wissenschaftler, die die Medikamente analysiert haben, warnen davor, die Mittel unbedacht einzunehmen.

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Der Griff zu Schmerzmitteln erfolgt oft zu schnell. (Tagesschau vom 11.01.2011)

Mit der Studie beauftragt wurden Wissenschaftler um Peter Jüni vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. Sie untersuchten die Risiken von so genannten nicht-steroidalen Entzündungshemmern.

Die Forscher verglichen die sieben Schmerzmittel – Naproxen, Ibuprofen, Diclofenac, Celecoxib, Etoricoxib, Rofecoxib und Lumiracoxib – mit Scheinmedikamenten. In dem Vergleich waren alle aufgezählten Medikamente mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Hirnschlag verbunden.

Das höchste Risiko bergen Diclofenac, ein herkömmliches und rezeptfrei erhältliches Schmerzmittel, und das in der Schweiz seit letztem Jahr zugelassene Etoricoxib.

Beide Medikamente gehen laut der Studie einher mit einer gegenüber dem Scheinpräparat vierfach erhöhten Herz-Kreislauf-Sterblichkeit.

Bei dem Medikament Ibuprofen stellten die Forscher ein über drei Mal höheres Risiko auf einen Hirnschlag fest und bei Rofecoxib verdoppelt sich das Herzinfarkt-Risiko.

Bild Eine Person hält verschiedene Pillen in seiner Hand. (colourbox)
Schmerzmittel gefährden die Gesundheit: Vier Mal grösseres Risiko für einen Herzinfarkt. colourbox

Am wenigsten Risikoreich ist laut der Studie das Schmerzmittel Naproxen. Allerdings seien mit diesem Wirkstoff erhebliche Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt verbunden, so der SNF, was den therapeutischen Nutzen von Naproxen schmälert.

Umfangreiche Auswertung

Für die im Fachmagazin «British Medical Journal» (BMJ) publizierte Analyse werteten die Forscher die Daten von 31 klinischen Studien aus, mit Angaben von fast 120'000 Patienten.

Insgesamt waren die in den Studien erfassten Probleme selten: Die Forscher zählten 554 Herzinfarkte, 377 Hirnschläge und 676 Todesfälle.

In absoluten Zahlen ist deshalb für Menschen, die Schmerzmittel nehmen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme gering, wie es in einer Mitteilung des BMJ heisst.

Medikamente vor allem für Alte bedenklich

In einem Begleitartikel im BMJ bezeichnete der nicht an der Studie beteiligte Präventivmediziner Wayne Ray, von der Universität Nashville (USA), die Risiken als «besorgniserregend».

Die untersuchten Schmerzmittel werden nämlich oft an ältere Menschen verschrieben, die neben Beschwerden im Bewegungsapparat häufig auch Herzkreislaufprobleme haben.

Auch andere Schmerzmittel könnten Risiken haben

Bei Patienten mit muskuloskelettalen Beschwerden sollen Medikamente aus der Klasse der nicht-steroidalen Entzündungshemmer deshalb zurückhaltend eingesetzt werden, raten auch Peter Jüni und seine Kollegen. Das gelte nicht nur für die untersuchten sieben Schmerzmittel.

Denn weitere Wirkstoffe nahmen die Forscher nämlich nur nicht in ihre Analyse auf, weil bei diesen keine oder nur wenig verlässliche Daten zur Herzkreislauf-Sicherheit vorliegen. Keinesfalls dürfe man aus dem Fehlen der Daten schliessen, dass die anderen Schmerzmittel nebenwirkungsfrei seien, warnt Peter Jüni.

Nicht-steroidalen Entzündungshemmern werden zum Beispiel von Patienten mit Arthrose eingenommen. Ihr Vorteil: Sie stillen Schmerzen, hemmen Entzündungen und senken auch Fieber.

(sda/schubeca)

Kommentare aktiv...

I. Ndlovu, Mbombela
(Ndlovu Mann)
Verfasst am: 13.1.2011 8:45

Wenn wegen kranker Arterien ...

...solche ersetzt werden muessen, hat sich zB... mehr

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F. Stöckli

Verfasst am: 12.1.2011 10:27

Schmerzmittel

Als Mann,einer seit Jahren schmerzgeplagten... [1]  mehr

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J. Lorber, Zürich
(JeffLorber Mann)
Verfasst am: 12.1.2011 8:11

Schon lange bekannt

so wurden zB. die Cox2 Hemmer einst als... mehr

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