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Mittelmeer verkommt zur Plastikmüll-Deponie

Montag, 10. Januar 2011, 13:16 Uhr

Schätzungsweise 500 Tonnen winziger Plastikteilchen aus Abfällen schwimmen derzeit im Mittelmeer, dienen dem Plankton und damit Fischen als Nahrung und können so auf unseren Tellern landen. Das sind die ersten Resultate einer bisher in Europa einmaligen Forschungsexpedition.

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Die Menge entspreche etwa 250 Milliarden Partikeln mit einem Durchschnittsgewicht von 1,8 Milligramm, die über das ganze Mittelmeer verteilt sind, erläutert François Galgani vom französischen Meeresforschungsinstitut Ifremer.

Bild Mann von hinten mit Plastik-Abfälllen in der Hand an Meeresstrand
«La Mer n’est pas une poubelle – Das Meer ist kein Abfalleimer». Mit diesem Slogan sowie Aufräumaktionen an Meeresstränden soll auf die Verschmutzung aufmerksam gemacht werden. reuters

Mitglieder der Vereinigung Mittelmeer in Gefahr (MED) unternahmen im vergangenen Juli auf eigene Kosten eine Expedition entlang der Mittelmeerküsten von Frankreich, Norditalien und Spanien.

Zeitbombe Meeresmüll (Rundschau, 04.08.2010)
Stuhl: David G. Senn (Rundschau, 04.08.2010)

«Wir haben Wasserproben bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern auf ihren Gehalt an Plastikteilchen untersucht und die Summe dann hochgerechnet», berichtet der Leiter der Expedition, Bruno Dumontet. Das Ergebnis sei «besonders beunruhigend» – auch wenn aus tieferen Wasserschichten bisher keine Proben entnommen worden seien.

Algen besiedeln Partikel

Ausgewertet wurden die Proben dann vom Ifremer und dem Meeresforschungsinstitut der Universität im belgischen Lüttich. Der Wissenschaftler Jean-Henri Hecq vom Lütticher Meeresforschungsinstitut entdeckte bei der Analyse der Proben vor allem, dass Algen die Mikro-Partikel besiedeln.

«Plastiksuppe» verhindern

Diese stammten von allem möglichen Plastikabfall – etwa Verpackungen –, den Menschen auf den Stränden zurücklassen oder von Schiffen aus ins Wasser werfen. Ein grosser Teil des Mülls wird auch von Flüssen angeschwemmt oder vom Wind ins Meer geblasen.

Die aktuelle Belastung des Mittelmeers durch die Mikro- Plastikteilchen sei nicht mehr rückgängig zu machen, warnt Dumontet. Um zu verhindern, dass das Mittelmeer eine regelrechte «Plastiksuppe» wird, gebe es daher nur eine Lösung: Die Verschmutzung müsse an der Quelle eingedämmt werden.

Einwegverpackungen einschränken

Dazu haben die Initiatoren kürzlich unter dem Motto «un million de clicks pour la Méditerranée» (»eine Million Mausklicks für das Mittelmeer») eine Internet-Petition lanciert. Ziel ist es, die erforderliche Zahl von einer Million Unterschriften für ein EU- Bürgerbegehren zu sammeln.

Es soll die EU-Kommission auffordern, mit neuen Vorschriften umweltfreundlichere Produkte – vor allem Verpackungen – durchzusetzen. So soll der Verbrauch von Einwegverpackungen stärker eingeschränkt werden, als dies in der heute gültigen Verpackungsrichtlinie aus dem Jahre 1994 der Fall ist.

Möglich macht ein solches Bürgerbegehren der vor einem Jahr in Kraft getretene EU-Vertrag von Lissabon: Demnach können Bürger mit Petitionen, die mindestens eine Million Unterschriften erhalten, von der EU-Kommission Gesetzesvorschläge fordern.

(sda/muei)

Kommentare aktiv...

U. Huber, Friedrichshafen
(ss8002 Mann)
Verfasst am: 11.1.2011 8:08

Und es wäre so einfach

das Problem einigermassen in den Griff zu... mehr

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P. Soltermann, Fuqing
(PaulN Mann)
Verfasst am: 10.1.2011 21:15

Die Entsorgungsgebuehr

Ob es moeglich ist der Vermuellung etwas... mehr

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G. Bossert, Safenwil
(GaBo Frau)
Verfasst am: 10.1.2011 20:17

Man muss nicht nur am Mittelmeer leben

um täglich einer Abfallentsorgung im freien... mehr

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