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Anzahl Adoptionen
Quelle: Bundesamt für Statistik
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Schweiz
Adoptionen: «Erste Priorität hat das Aufwachsen eines Kindes in seinem Heimatland»
Die Zahl der Adoptionen ist in den letzten 30 Jahren deutlich gesunken. Die Art der Adoptionen hat sich ebenfalls geändert: Wurden um 1980 vorwiegend Minderjährige aus der Schweiz adoptiert, überwiegen derzeit die Adoptionen aus dem Ausland. Insgesamt werden mehr Mädchen als Knaben adoptiert. Rolf Widmer, Leiter Fachstelle für Adoption, nennt verschiedene Gründe für die rückläufigen Adoptionen.
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Die Zahl der Adoptionen sank von 1980 bis 2009 von 1600 auf etwas über 500 Fälle pro Jahr. Gab es um 1980 etwa 20 Adoptionen auf 1000 Geburten, waren es 2009 noch 7. Die Schweiz liegt damit hinter Norwegen mit 10 Adoptionen pro 1000 Geburten, wie eine Studie des Bundesamtes für Statistik hervorgebracht hat.
Rolf Widmer, Leiter der Schweizerischen Fachstelle für Adoption, nennt im Gespräch mit «www.tagesschau.sf.tv» mehrere Gründe für die Abnahme der Adoptions-Zahl: «Das Haager Abkommen von 1993 bewirkte, dass zuerst im Heimatland eines Kindes alle Möglichkeiten für eine Platzierung ausgelotet werden.» Das habe erste Priorität. Das Haager Abkommen ist in der Schweiz seit 2003 in Kraft.
Des Weiteren hat sich in den Herkunftsländern der Kinder eine Schicht entwickelt, Herkunftsländern der Kinder verbessert, was zu einer geringeren Zahl an Kindern geführt habe, die im Ausland untergebracht werden, so Widmer.
Ein weiterer Punkt sei die immer besser entwickelte Fortpflanzungsmedizin. Diese ermöglicht Paare mehrere Möglichkeiten und Anläufe, um ein leibliches Kind zu bekommen. «Paare warten heute länger, bis sie eine Adoption in Betracht ziehen», sagt der Leiter der Fachstelle für Adoption.
Über Vermittlungsstelle oder lokalen Anwalt
Zudem schrecke die administrative Vorarbeit manche Paare davon ab, ein Kind zu adoptieren. Dies obwohl der Gang zu einer der 20 vom Bund anerkannten Adoptions-Vermittlungsstellen in der Schweiz nicht Pflicht ist.
«Wenn das Herkunftsland eine Vermittlungsstelle nicht explizit verlangt, können Adoptionswillige auch einreisen und mittels eines ortsansässigen Anwalts zu einem Kind und den nötigen Papieren kommen», führt Widmer aus. In der Schweiz gebe es keine gesetzliche Grundlage dafür, dass eine Adoption über eine Vermittlungsstelle ablaufen müsse.
1980 überwogen die Adoptionen innerhalb der Familie, heute dominieren jene ausserhalb der Familie. Bei beiden Arten gab es einen Rückgang.

Rückgang wegen Akzeptanz und Kinderschutz-Regeln
Innerhalb der Familie gab es früher vielfach Adoptionen durch Stiefeltern – beispielsweise heiratete eine ledige Mutter, und ihr Mann adoptierte ihr uneheliches Kind. Unter anderem dank einer besseren Akzeptanz lediger Mütter und eines Rückganges der Zahl der unerwünschten Schwangerschaften gingen diese Adoptionen zurück.
Dennoch handelt es sich bei der Mehrzahl der in der Schweiz geborenen und adoptierten Kinder um solche, die von einem Stiefelternteil adoptiert werden, wie Rolf Widmer, Leiter Fachstelle für Adoption, betont. Die Zahl der Kinder, die in der Schweiz geboren und auch im Land adoptiert werden, jedoch nicht von einem Stiefelternteil adoptiert werden, bewegt sich jährlich zwischen 25 und 30.
In den Jahren 1980 bis 2009 wurden insgesamt 32'500 Personen adoptiert, 28'700 davon waren zur Zeit der Adoption noch minderjährig. Das Durchschnittsalter schwankte je nach Jahr zwischen 7 und 11 Jahren.
Mehr adoptierte Mädchen als Knaben
1980 hatten zwei Drittel der Adoptierten die schweizerische Staatsangehörigkeit, 2008 waren es nur noch ein Drittel. Nimmt man die Adoptionen von Minderjährigen ausserhalb der Familie, so stammen heute je rund ein Drittel der Kinder aus Asien und Afrika. Aus Europa kommen 13 Prozent, aus Amerika 12 Prozent und der Schweiz 8 Prozent der adoptierten Kinder.
Von den minderjährigen Adoptierten waren 15'000 Mädchen und 13'700 Knaben. Adoptierte Mädchen stammten zu einem grossen Teil aus Thailand, Indien oder Sri Lanka, Knaben vorwiegend aus Brasilien, Kolumbien oder der Schweiz.
Zur Mehrzahl von adoptierten Mädchen gegenüber adoptierten Buben führt Widmer kulturelle Gepflogenheiten im Herkunftsland ins Spiel: «Ein mögliche Erklärung für die Mehrzahl der adoptierten ausländischen Mädchen könnte sein, dass Buben im Herkunftsland eher zugetraut wird, später für die Familie zu sorgen.» Bei finanziellen Problemen in der Familie würden Mädchen vielleicht eher weggegeben, so Widmer.
(sda/bosy)
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S. Lamprecht, Eglisau
)
(Verteidiger
Verfasst am: 4.1.2011 18:46
Und jährlich...
werden in der Schweiz allein 11000... [1] mehr
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