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Ägypten: 21 Tote bei Selbstmord-Anschlag auf Christen
Der blutige Anschlag in der Neujahrsnacht auf eine Christengemeinde in Ägypten ist offenbar von einem Selbstmordattentäter verübt worden. Durch die Bombe in der Hafenstadt Alexandria sind nach neusten Angaben mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Der Sprengsatz explodierte kurz nach Mitternacht, als die Besucher einer Neujahrsmesse in Alexandria aus der Kirche kamen.
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- 14.04.06: Ägyptische Extremisten attackieren Christen
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Nach Angaben des ägyptischen Innenministeriums hatte sich der Attentäter vor der St. Markus- und Petri-Kirche in Alexandria in einem Auto in die Luft gesprengt. Der Sprengsatz war laut Innenministerium mit Metallteilen versetzt.
Zunächst hatten Augenzeugen und Sicherheitskräfte von einer ferngezündeten Bombe berichtet, die in dem Fahrzeug versteckt war.
Mindestens 21 Gläubige wurden durch die Explosion getötet. Mindestens 43 weitere wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Darunter seien auch muslimische Passanten gewesen, hiess es. Durch die Explosion wurden das christliche Gotteshaus sowie eine nahegelegene Moschee beschädigt.
Proteste wütender Christen
Nach der Tat lieferten sich wütende Christen nach Angaben der Polizei und von Augenzeugen Strassenkämpfe mit den Sicherheitskräften und stürmten eine nahe gelegene Moschee. Die Polizei trieb die Menge auseinander. Am Morgen versammelten sich zudem Christen vor dem Anschlagsort, um ihren Unmut gegen die Regierung kundzutun.
Präsident Husni Mubarak rief alle Ägypter, ob Christen oder Muslime, auf, sich gemeinsam dem Terrorismus und allen zu widersetzen, die die Sicherheit und Einheit des Landes bedrohten.
Das Innenministerium beschuldigte «ausländische Elemente» als Drahtzieher und Ausführende der Terrortat. Nähere Erläuterungen erfolgten dazu aber nicht.
Der Gouverneur von Alexandria, Adel Labib, hatte in einer ersten Reaktion dem Terrornetzwerk Al-Kaida die Schuld an der Tat gegeben. «Al-Kaida hat mit Angriffen auf Kirchen in Ägypten gedroht», sagte er im Staatsfernsehen. Es ist aber unklar, ob er dafür Beweise hat. Möglicherweise versuchte der Gouverneur auch nur, die Spannungen zwischen Christen und Muslimen im eigenen Land herunterzuspielen.
Mit dem Verweis auf ausländische Drahtzieher könnte die Regierung von innenpolitischen Spannungen abzulenken versuchen, schätzt SF-Nahost-Korrespondent Pascal Weber. Es gab aber auch konkrete Warnungen irakischer Al-Kaida-Gruppierungen, Kopten in Ägypten anzugreifen:
Rund 10 Prozent der Ägypter sind Christen
Die Kopten sind die grösste christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten. Sie machen - je nach Schätzung - zwischen sechs und zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner im überwiegend muslimischen Ägypten aus und sehen sich im Alltag Diskriminierungen und Benachteiligungen ausgesetzt.
In den vergangenen Jahren gab es in verschiedenen Teilen Ägyptens immer wieder tödliche Auseinandersetzungen zwischen Kopten und Muslimen.
Zu den bekanntesten Kopten zählen der Unternehmer Samih Sawiris (Tourismusprojekt in Andermatt) und der frühere UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali (1992 - 1996).
Zahl der Toten korrigiert
Der Anschlag erfolgte eine halbe Stunde nach Mitternacht, als die koptischen Christen aus der eben beendeten Neujahrsmesse strömten. Fast 1000 Menschen hatten an der Messe teilgenommen, sagte der koptische Priester Mena Adel. «Ich war drinnen und habe eine starke Explosion gehört», sagte der Geistliche. «Menschen standen in Flammen.»
Augenzeugen berichteten, vor der Kirche hätten die Trümmer eines Autos gelegen und darum herum Leichen.
Zunächst hatte das Innenministerium von 7 Toten und 24 Verletzten gesprochen. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sprach aber später von 21 Toten. Es seien weitere Leichen in Spitäler gebracht worden.
Kirche bereits einmal Ziel von Anschlag
Im Nahen Osten kommt es immer wieder zu Angriffen und Anschlägen auf die christlichen Minderheiten. Die gleiche Kirche in Alexandria geriet bereits 2006 in die Schlagzeilen, nachdem ein Messerstecher Gottesdienstbesucher angegriffen hatte.
Immer wieder Anschläge von Al-Kaida
Dass tatsächlich Al-Kaida hinter dem Anschlag steckt, kann nicht ausgeschlossen werden. Mehrmals schon hat das Terrornetzwerk Christen in arabischen Ländern getötet. Jüngstes Beispiel ist ein Angriff im Irak vor drei Tagen, bei dem zwei Menschen getötet und 16 weitere verletzt wurden.
Bedeutend mehr Opfer forderte eine Geiselnahme Ende Oktober in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Bei der Befreiungsaktion waren 44 Gläubige, zwei Priester sowie sieben Sicherheitskräfte ums Leben gekommen.
Zu dem Angriff bekannte sich eine dem radikalislamischen Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Gruppierung, die mit weiteren Gewalttaten gegen koptische Christen drohte - insbesondere in Ägypten.
Hintergrund soll der Fall von zwei Frauen koptischer Geistlicher sein, die angeblich zum Islam übertraten; die Islamisten erklärten, die beiden Frauen würden von den Kopten gefangen gehalten.
(sda/koua/vaid)
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D. Wohret, saas almagell
)
(d.wohret
Verfasst am: 3.1.2011 5:17
Ungereimtheiten und mögliche Urheber des Anschlags
Wie kann ein vermeintlicher Selbstmordattentäter... mehr
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W. Wyssmann, Derendingen
)
(nanu
Verfasst am: 1.1.2011 22:28
Eigenartig
Bis jetzt hatte ich immer gedacht, in... [1] mehr
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R. Meier, Gwatt (Thun)
)
(meierschweiz
Verfasst am: 1.1.2011 20:35
Wir leben in der Gegenwart
Was auch immer in der Vergangenheit geschehen... [1] mehr
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