International
Hamas droht Israel mit neuer Gewalt
In Bethlehem ist der Ruf nach Frieden in Nahost noch nicht verhallt, da wird im Gazastreifen der Ton gegen Israel wieder schärfer. Der bewaffnete Arm der radikal-islamischen Hamas, die Al- Kassam-Brigaden, drohten mit neuer Gewalt.
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Nach den jüngsten israelischen Luftangriffen im Gazastreifen kündigte der Sprecher der Kassam-Brigaden, Abu Obeida, in Gaza an: «Die Versuche des Feindes, eine Eskalation der Lage herbeizuführen, werden nicht mit Schweigen beantwortet.»
«Wir haben inzwischen ein Arsenal von Raketen und anderen Geschossen, wir haben begonnen, unsere eigenen Waffen zu schmieden und unsere Fähigkeiten unter extrem schwierigen Bedingungen weiterentwickelt», drohte Obeida.
Im Lauf der vergangenen Woche hatten militante Palästinenser 30 Raketen auf den Süden Israels abgefeuert. Ein 15-jähriges Mädchen wurde leicht verletzt. Israel flog daraufhin mehrere Luftangriffe gegen Einrichtungen der Hamas. Ein Palästinenser wurde getötet, mehrere weitere wurden verletzt.
Terrorausbildungszentrum bombardiert
Am frühen Samstagmorgen bombardierte Israel nach Militärangaben eine «Einrichtung zur Terrorausbildung» im Gazastreifen und einen zum Waffenschmuggel genutzten Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Nach Angaben der Hamas wurde niemand verletzt.
Waffenstillstand missachtet
Bei der Gaza-Offensive zur Jahreswende 2008/2009, mit der Israel auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen reagierte, waren 1400 Palästinenser und 13 Israelis ums Leben gekommen. Ein unverbindlicher Waffenstillstand setzte den Kämpfen vorläufig ein Ende.
Dennoch kam es wiederholt zu Raketenangriffen auf israelische Ziele, die offenbar auf das Konto kleinerer militanter Gruppierungen gehen. Zuletzt nahm die Gewalt an der Grenze wieder zu.
Der Führer des bewaffneten Flügels der Hamas, Mohammed Deif, erklärte zum 23. Jahrestag der Gründung der Organisation, Israel werde früher oder später «verschwinden». «Egal, wie lange es dauert, wir werden euch gegenüber nicht die weisse Flagge hissen, solange es noch einen Muslim auf diesem Planeten gibt», hiess es in seiner Erklärung.
Ägyptische Wachtürme fertiggestellt
Unterdessen wurde der erste von mehreren etwa 30 Meter hohen aus Stahl und Beton bestehenden ägyptischen Wachtürme an der Grenze zum Gazastreifen fast fertiggestellt. Sie sollen die Sicherheit in dem Gebiet verbessern, Angriffen aus dem Hinterhalt vorbeugen und das illegale Eindringen von Menschen aus dem Gazastreifen auf ägyptisches Gebiet verhindern, wie aus Sicherheitskreisen verlautete.
Ägypten teilt eine 14 Kilometer lange Grenze mit dem Gazastreifen. Im Januar wurde ein ägyptischer Wachposten von einem Heckenschützen aus dem Gazastreifen getötet.
(sda/weis)
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