International
Italienische Studenten gegen Bildungsreform - Votum verschoben
Tausende Studenten sind in Italien auf die Strasse gegangen, um gegen die Universitätsreform der Regierung Berlusconi zu protestieren. In Palermo kam es zu ersten Ausschreitungen. Kundgebungen in Rom, Mailand und auf Sardinien verliefen friedlich. Die Reform sollte vom Senat verabschiedet werden, doch wurde das Votum auf Donnerstag verschoben.
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In der sizilianischen Hauptstadt Palermo lieferten sich die Polizei und Studenten stundenlange Strassenschlachten. Über das Ausmass der Schäden oder die Zahl der Verletzten liegen noch keine Angaben vor.
In der Hauptstadt Rom waren zuvor Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, um Ausschreitungen wie kurz nach dem gescheiterten Misstrauensvotum gegen Regierungschef Silvio Berlusconi vor einer Woche zu verhindern. Das Zentrum von Rom wurde weiträumig abgesperrt.
Während im Senat die Abstimmung über die Bildungsreform anstand, wollten die Studenten draussen auf der Strasse ein weiteres Mal ihrer Wut gegen die damit verbundenen Kürzungen Ausdruck geben. «Rom macht sich aufs Schlimmste gefasst», sagt SF-Korrespondent Zahn. «Die Stadt bereitet sich auf einen Tag vor, von dem alle hoffen, dass er glimpflich vorbeigeht.»
Rotes Brunnenwasser in Catania
Auch in anderen Landesteilen kam es zu Protesten. So wurden am Morgen in der Stadt und Provinz Catania auf Sizilien das Wasser von mehreren Brunnen rot gefärbt, wie die Tageszeitung «La Repubblica» auf ihrer Homepage berichtet. In Mailand besetzten Studenten den Eingang eines staatlichen Gebäudes und in Turin wurde eine Buchhandlung blockiert.
Einsparungen in von 700 Mio. Euro geplant
Schüler, Studenten und Hochschullehrer werfen Berlusconis Mitte-rechts-Regierung vor, das Schul- und Universitätssystem aushungern zu wollen. Allein für das Jahr 2011 sieht der Entwurf der Bildungsministerin Mariastella Gelmini Kürzungen von 700 Millionen Euro im Hochschulbereich vor. Ausserdem soll für fünf pensionierte Professoren nur ein neuer eingestellt werden. Die Regierung hatte den Schulen bereits vor zwei Jahren drastische Sparmassnahmen verordnet.
Generation ohne Perspektiven
Die Protestbewegungen der Studierenden ist laut SF-Korrespondent Zahn Ausdruck für ein tiefes Unbehagen der jungen Generation in Italien. Diese hat sich von der Politik verabschiedet, weil sie sich von keiner Partei vertreten fühlt.
Die Arbeitslosigkeit unter jungen Akademikern liegt bei 40 Prozent. Dieser Umstand zeige, dass eine Generation heranwächst, die keine Perspektiven hat und für welche die Politik auch keine Zukunftsperspektiven aufzeige.
Brief an Präsident Napolitano
Die Gegner der Hochschulreform müssen damit rechnen, dass das vom Abgeordnetenhaus bereits verabschiedete Gesetz auch in der kleinen Kammer, im Senat, endgültig angenommen wird.
Die Jugendlichen setzen aber auf den italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano, wie SF-Korrespondent Zahn sagt. Sie haben ihn in einem Brief aufgefordert, das Gesetz über die Bildungsreform nicht zu unterzeichnen, damit es nicht in Kraft gesetzt werden kann.
(sf/ssda/coro/schj/fasc)
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L. Hauser
(lorenz.hauser )
Verfasst am: 22.12.2010 20:56
ohne perspektive
griechenland, italien, england, spanien,... mehr
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E. Hummel, Glarus
)
(Garteneden
Verfasst am: 22.12.2010 20:36
40%
Die Arbeitslosigkeit bei Akademikern liegt bei... mehr
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W. Staub
Verfasst am: 22.12.2010 17:14
Sparen soll man wohl bei allen anderen
Dass auch in Italien mit der grössten... mehr
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