Schweiz
Bundesrat: Gotthard-Sanierung ohne zweite Röhre möglich
Der Gotthard-Strassentunnel kann saniert werden, ohne dass vorher eine zweite Tunnelröhre gebaut wird. Ein solcher Bau würde die Sanierung zudem massiv verteuern. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem Bericht, den er im Auftrag des Parlaments ausgearbeitet hat.
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Der Bundesrat habe mit dem Bericht keinen Vorentscheid für oder gegen eine zweite Röhre am Gotthard getroffen, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard vor den Medien in Bern. Der Bericht sei eine Auslegeordnung zu den technischen Möglichkeiten und bilde die Grundlage für die nun nötige politische Diskussion.
Bericht ist Grundlage für politischen Entscheid
Der Bericht zeige klar auf, dass der 30 Jahre alte Gotthard-Strassentunnel in den nächsten 10 bis 15 Jahren saniert werden müsse. Die Eingriffe seien so gross, etwa wegen Sprengungen und umfassenden Bauinstallationen im Tunnel, dass eine vorübergehende Vollsperrung nötig sei.
Nun müsse die Politik die Frage beantworten, ob den betroffenen Regionen und der Wirtschaft eine längere Schliessung zugemutet werden könne. Berücksichtigt werden müsse bei der Debatte auch der Fakt, dass der Bau einer zweiten Röhre viel mehr koste als andere Sanierungsvarianten.
Diskussion dauert schon über 20 Jahre
Der Gotthard-Strassentunnel wurde 1980 errichtet. Bereits wenige Jahre später wurde erstmals gefordert, eine zweite Röhre zu bauen. Bei den Stimmbürgern war das Anliegen bislang aber nicht mehrheitsfähig. Lesen Sie hier mehr über das Ringen um eine zweite Tunnelröhre.
Zudem sei zu bedenken, ob der Bau einer zweiten Röhre das Verlagerungsziel für den Nord-Süd-Güterverkehr sowie die Rentabilität des neuen Gotthard-Basistunnels in Frage stelle, sagt Leuthard gegenüber der Tagesschau. Auch würde eine Volksabstimmung nötig.
Aus bautechnischer und finanzieller Sicht optimal wäre es gemäss Bericht, den Tunnel während zweieinhalb Jahren voll zu sperren. Bei diesem Modell würde die Sanierung 650 Mio. Fr. kosten. Dazu kämen Kosten von 559 bis 622 Mio. Fr. für die Umleitung des Verkehrs auf andere Strassen oder die Bahn.
In der zweitbesten Variante würde der Tunnel während 280 Tagen pro Jahr (neuneinhalb Monate) für die Bauarbeiten geschlossen. Geöffnet würde er nur während der Hauptreisezeit zwischen Ende Juni und Mitte September. Mit diesem Modell würde die Sanierung dreieinhalb Jahre dauern und 752 Mio. Fr. kosten. Das Verkehrsmanagement wird hier auf 626 bis 669 Mio. Fr. veranschlagt.
Zweite Röhre würde Kosten mehr als verdoppeln
Vor allem Tessiner Politiker fordern, dass vor der Sanierung des bestehenden Tunnels eine zweite Röhre gebaut wird. Dieses Sanierungsmodell käme insgesamt auf etwa 2,7 Mrd. Fr. (Preisbasis 2010, ohne Teuerung) zu stehen. Die zweite Tunnelröhre wäre gemäss Bericht aber kaum bis zu Beginn der Sanierung bereit. Um die Sanierung hinauszuzögern, müssten zudem bis zu 115 Millionen investiert werden.
Kantone und Autolobby für zweite Röhre
Die Reaktionen auf den Bericht des Bundesrates sind gemischt: Während die Alpen-Initiative das Papier lobt, fordern die betroffenen Kantone und die Autolobby den Bau einer zweiten Röhre – hier mehr dazu.
Bei einer Vollsperrung steht für die Abwicklung des Verkehrs (etwa 6 Millionen Fahrzeuge pro Jahr) die Einrichtung eines Autoverlads für Personenwagen durch den alten Gotthard-Eisenbahntunnel zwischen Göschenen (UR) und Airolo (TI) im Vordergrund.
Güterverkehr durch den Basistunnel
Für den Güterverkehr ist eine «Rollende Landstrasse» durch den neuen Gotthard-Basistunnel denkbar, der 2017 eröffnet werden soll. Die Kapazität beträgt hier 370'000 LKW. Jährlich fahren derzeit 900'000 LKW durch den Gotthard. Rudolf Dieterle, Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra) räumte denn auch ein, dass es auf den Alternativrouten San Bernardino, Simplon und Grosser Sankt Bernhard zu Mehrverkehr kommen werde.
Welche Sanierungsvariante der Bundesrat dem Parlament vorschlagen will, soll möglichst rasch entschieden werden. Verkehrsministerin Leuthard will dem Bundesrat im Verlaufe des nächsten Jahres einen Antrag stellen.
Verfassung verbietet zweite Röhre
Die betroffenen Regionen sowie interessierte Verbände und Organisationen haben sich schon lange in die Debatte eingeschaltet. Die Kantone Tessin und Uri fordern den Bau einer neuen Strassenröhre. Eine Vollsperrung sei nicht akzeptabel.
Die Alpen-Initiative, die mit ihrer Initiative für die Verankerung der Verlagerungspolitik in der Bundesverfassung gesorgt hatte, lehnt eine zweite Röhre kategorisch ab. Der Verkehr könne bei einer Sperrung von der Bahn abgewickelt werden.
(sda/buet)
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F. Brühwiler, Romanshorn
)
(783
Verfasst am: 21.12.2010 18:19
Die Sperre ist nur ein Vorwand...
...der Autolobby, damit sie noch fettere Gewinne... mehr
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P. Schweizer, Bern
)
(schwarzes_schaf
Verfasst am: 20.12.2010 16:37
Scheinheilige Bünzlis
Die Bürgerlichen sagen immer: Sparen, sparen,... mehr
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P. Schweizer, Bern
)
(schwarzes_schaf
Verfasst am: 20.12.2010 16:34
Die Autofahrer sollen doch selbst ihren Tunnel bauen
Was bringt mir als Nicht-Autofahrer die... mehr
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