Schweiz
«Arena»: Ist Atomkraft eine veraltete Technologie?
Für die einen stellt die Atomkraft eine veraltete Technologie dar, in die es sich nicht mehr zu investieren lohne. Die anderen sagen, es brauche neue Atomkraftwerke, um angesichts des steigenden Energiebedarfs die Versorgungssicherheit sicherzustellen. Die Diskussion um die Atomenergie in der Schweiz ist mit dem Ja zu möglichen AKW-Standorten neu lanciert, wie die «Arena» zeigt.
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Die Energiekonzerne Alpiq, Axpo und BKW wollen die bestehenden Atomkraftwerke in Mühleberg (BE), Beznau (AG) und Gösgen (SO) ersetzen. Für Manfred Thumann, Chef des Axpo-Konzerns, ist klar, dass es neue Atomkraftwerke braucht. Das technische Potenzial für erneuerbare Energien reiche bei weitem nicht aus, um den steigenden Strombedarf zu decken, wie er in der «Arena» sagte.
Es brauche den Mix zwischen erneuerbaren Energien, Kernenergie, Energieaussenpolitik und Effizienzmassnahmen, damit eine sichere Stromversorgung gewährleistet sei, pflichtete ihm der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen bei. Der Strombedarf werde steigen und deshalb müsse auch auf neue Atomkraftwerke gesetzt werden. Andernfalls «gehen die Lichter aus.»
Jürg Buri, Geschäftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung (SES), ist dagegen sicher, dass die Schweiz ihre Stromversorgung ohne neue Atomkraftwerke sicherstellen kann. «Atomenergie ist eine veraltete Energie und nicht sauber», sagt er.
Was will die Bevölkerung?
Wie schätzen die Diskussionsteilnehmer die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber neuen Atomkraftwerken ein? Nick Beglinger, Präsident des Verbands Swisscleantech für eine nachhaltige und dynamische Wirtschaft, geht davon aus, dass es schwierig wird, in der Schweiz ein neues Kernkraftwerk zu bauen. Ein sofortiger Ausstieg aus der Kernenergie sei aber keine Lösung, denn die Versorgungssicherheit sei für die Wirtschaft sehr wichtig. Langfristig ist er jedoch davon überzeugt, dass die Schweiz auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien setzen müsse.
«Kernkraft ist eine Vernunftsentscheidung», sagt dagegen Axpo-Konzernchef Thumann. Der Schweizer Stromverbraucher entscheide im Normalfall vernünftig. Deshalb wisse der Konsument auch, dass er auch in Zukunft die Kernenergie brauche.
Marktpotenzial der erneuerbaren Energien
Beglinger sieht in den erneuerbaren Energien ein grosses wirtschaftliches Potenzial. Ein Blick ins Ausland zeige, dass die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz ein gewaltiges Marktpotenzial hätten. Zudem bewegten sich im Bereich der nachhaltigen Stromerzeugung die Preise nach unten.
Erneuerbare Energie werde jeden Tag billiger, pflichtete ihm SES-Geschäftsleiter Buri bei. Und wenn Axpo-Chef Thumann in 20 Jahren mit seinem neuen AKW ans Netz geht und dann der Photovoltaikstrom vom Hausdach billiger ist als der neue Atomstrom, «hat er ein Problem». Dann sitze er auf einer Technologie, die er 60 Jahre lang amortisieren müsse, sagte Buri.
Bundesrat setzt zuerst auf einen Mix
Der Bund geht aber davon aus, dass die Schweiz erst nach dem Jahr 2050 voll auf erneuerbare Energien setzen kann, gab Walter Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie, zu bedenken. Bis dahin brauche es eine Überbrückung mit einem Mix aus anderen Technologien. Dazu gehören laut Steinmann auch neue Atomkraftwerke.
Können Atommüllberge sauber sein?
Doch wie sauber ist diese Technologie? Auch hier herrschte Uneinigkeit. Das Argument, dass die Atomtechnologie in Sachen CO2-Reduktion gut abschneidet, will SES-Geschäftsleiter Buri nicht gelten lassen. Wenn man nicht wisse, was mit den Atommüllbergen gemacht werden soll, dürfe von Sauberkeit keine Rede sein. Und wenn die Axpo nicht einmal wisse, woher ihre wieder aufbereiteten Brennstäbe herkämen, dürfe nicht von sauberer Technologie gesprochen werden, sagte Buri. Dabei verwies er auf Berichte, wonach der Konzern für das Atomkraftwerk Beznau Uran aus der umstrittenen russischen Wiederaufbereitungsanlage Majak einsetzt – laut Greenpeace einem der «meistverstrahlten Orte der Welt».
Axpo-Chef Thumann will diese Vorwürfe nicht gelten lassen. Von der Umweltbelastung her sei Kernkraft ungefähr mit der Wasserkraft zu vergleichen. Erneuerbare Energien brauchten ebenfalls Ressourcen. So etwa die Windräder, die etwa zehn Mal mehr Metall brauchten als die Wasserkraft.
Der grünliberale Zürcher Nationalrat Martin Bäumle räumt ein, dass die Kernenergie in Sachen CO2 nicht schlecht abschneidet. Würden aber alle Aspekte – etwa auch die Entsorgung - berücksichtigt, sehe die Kernenergie in der Gesamtbilanz nicht mehr gut aus.
Drei Gesuche für neue Atomkraftwerke
Die drei Energiekonzerne Alpiq, Axpo und BKW wollen die bestehenden Atomkraftwerke in Mühleberg (BE), Beznau (AG) und Gösgen (SO) ersetzen. Alpiq reichte das Gesuch für ein zweites Kernkraftwerk im Kanton Solothurn im Juni 2008 ein. Im Dezember 2008 folgten Axpo und BKW für den Ersatz der Atomkraftwerke Beznau I und II sowie Mühleberg. Die Leistung der neuen Atomkraftwerke soll wesentlich höher sein als die der bestehenden Anlagen.
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) kam Mitte dieses Monats zum Schluss, dass alle drei Standorte für den Bau von neuen Kernkraftwerken in Frage kommen. Mehr dazu finden Sie hier.
Das Problem der Endlagerung sei immer noch nicht gelöst, pflichtete ihm Beat Bloch, Präsident der CSP Zürich, bei. Die erste Generation von Atomkraftwerken laufe aus. «Und wir wissen immer noch nicht, wohin mit dem Dreck, der von dieser ersten Generation produziert worden ist».
Bundesamt für Energie: Endlager ist möglich
Laut Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie, ist ein Endlager für den atomaren Abfall in der Schweiz möglich. Der Entscheidungsprozess für den Standort sei im Gang. Am Ende werde eine Volksabstimmung über den definitiven Ort befinden.
(sf/coro)
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B. Froehlich, Petra / Lesbos
)
(B.Froehlich
Verfasst am: 21.11.2010 0:47
Schlechte Rechner sind die
Stromproduzenten und nebenbei auch miserabel in... mehr
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U. Keller, Klaeng
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(sailer
Verfasst am: 20.11.2010 20:40
was war in Lucens 1969
um das Risiko zu reduzieren, und die Versorgung... mehr
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G. Bossert, Safenwil
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(GaBo
Verfasst am: 20.11.2010 18:59
Axpo-Chef Thumann sagte, " Kernkraft sei eine Vernunftsentscheidung"
" der CHer Stromverbraucher entscheide im... mehr
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