International
West-Sahara: UNO-Vermittlung von Blutbad überschattet
Unmittelbar vor Beginn von UNO-Gesprächen zum Status von Westsahara sind bei Unruhen in dem umstrittenen Gebiet mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Marokkanische Sicherheitskräfte stürmten nach Medienberichten bei Sonnenaufgang ein Lager von Demonstranten. Dann sei die Gewalt auf die nahegelegene Stadt Laayoune übergesprungen, berichtete das spanische Staatsfernsehen.
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In der Stadt standen dem Bericht zufolge Häuser in Flammen, nach Angaben von Augenzeugen lag eine schwarze Rauchwolke über der Stadt.
Das Protestlager war im Oktober zehn Kilometer östlich von Laayoune errichtet worden, um gegen die schlechten Lebensbedingungen der angestammten Sarauis zu protestieren. Den Berichten zufolge setzten paramilitärische Einheiten Tränengas gegen die sahrauische Bevölkerung ein, die den Grossteil der 270'000 Einwohner ausmacht.
Nach Angaben der amtlichen marokkanischen Nachrichtenagentur MAP kamen bei der Räumung des Protestlagers vier Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben, ein weiterer sei an einem anderen Ort erstochen worden. Mehr als zwei Dutzend weitere hätten nach dem Einsatz im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Die Exilregierung von Westsahara sprach von einem getöteten Demonstranten. Mehrere Hundert weitere Sarauis seien verletzt worden.
Lager brutal auseinandergenommen
Die britische Menschenrechtsorganisation Sanblast berichtete, marokkanische Soldaten hätten das Lager brutal auseinandergenommen. «Die Leute wurden geschlagen. Es gab Verletzte», sagte Galia Djimi, eine marokkanische Menschenrechtsaktivistin.
Unter Vermittlung der Vereinten Nationen begann in der Nähe von New York am Montag ein zweitägiges informelles Treffen zwischen der marokkanischen Besatzungsmacht und der Befreiungsbewegung Polisario.
Von Marokko besetztes Territorium
Die Westsahara wurde nach dem Abzug der spanischen Kolonialmacht 1975 zwischen Marokko und Mauretanien aufgeteilt. Marokko besetzte aber das gesamte Territorium, nachdem sich Mauretanien 1979 zurückgezogen hatte.
Die Polisario-Front nahm daraufhin den bewaffneten Kampf auf, der 1991 mit einem von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand endete. Die Polisario tritt für die Unabhängigkeit der an Rohstoffen reichen Region ein.
(dapd/halp)
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