Vermischtes
In Norwegen lebt's sich am besten - Schweiz fällt zurück
Die Schweiz gehört weiterhin zu den Ländern mit einer hohen Lebensqualität. Im Gegensatz zu Norwegen, das seinen Spitzenplatz verteidigen konnte, fiel die Schweiz allerdings vom neunten auf den 13. Rang zurück. Schuld daran ist vor allem die kürzere Schulzeit in der Schweiz.
Der jährliche Bericht des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP) wurde in Genf und New York zum 20. Mal vorgestellt. Er wirft erstmals einen analytischen Blick auf eine längere Periode: die Entwicklung der vergangenen 40 Jahre in 130 der 192 UNO-Mitgliedsstaaten, die 90 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen.
Das Fazit ist: Die Menschen werden weltweit immer wohlhabender, gesünder und älter - allerdings nicht überall in gleichem Masse. Während die Lebenserwartung im Durchschnitt bei 70 Jahren liegt, werden die Menschen in den west-südwest- und nordeuropäischen Ländern, in Nordamerika, Australien, Neuseeland und Japan deutlich älter, 80 Jahre und mehr.
In den während des Kalten Krieges von der Sowjetunion dominierten Ländern erreicht der Durchschnitt teilweise keine 70 Jahre - in Russland, der Ukraine, Kasachstan liegt die Lebenserwartung bei 65 bis 68 Jahren. Als Gründe dafür werden HIV und Alkoholismus vermutet.
Kriterien der Studie
Das UNDP hat nach eigenen Angaben «die entscheidenden Komponenten menschlicher Entwicklung» systematisch untersucht. Zu diesen gehören neben dem Bruttonationaleinkommen unter anderem die Lebenserwartung bei der Geburt, die durchschnittliche Schulbesuchsdauer, die allgemeine Ungleichheit, die geschlechtsspezifische Ungleichheit, die medizinische Infrastruktur und die Möglichkeiten politischer Teilnahme.
Kürzere Schulzeit in der Schweiz
Die Schweizer Rang-Verschlechterung auf dem Human Development Index (HDI) des UNDP erklärt sich unter anderem damit, dass die Vereinten Nationen neu die durchschnittliche Schulbesuchsdauer berücksichtigten. Und diese ist in der Schweiz mit durchschnittlich 10,3 Jahren 2,3 Jahre kürzer als in Norwegen.
Was den Grad an Ungleichheit betrifft, hat die Schweiz aufgeholt – auf den siebenten Platz insgesamt und was die Geschlechter betrifft auf den vierten Platz. Überholt wird sie nur von den Niederlanden, Dänemark und Deutschland.
Auf dem HDI-Gesamtindex belegen folgende Länder die ersten zehn Ränge: Norwegen, Australien, Neuseeland, die USA, Irland, Liechtenstein, die Niederlande, Kanada, Schweden und Deutschland. Frankreich belegt Rang 14, Israel 15, Italien 23, Österreich 25, gefolgt von Grossbritannien auf Platz 26. Russland belegt abgeschlagen Rang 65, die Türkei 83, China 89 und Indien 119.
Afrikanische Länder bleiben Schlusslicht
Die zehn hintersten Ränge des Indexes belegen ausnahmslos afrikanische Länder: Auf dem letzten Platz liegt Simbabwe, gefolgt von Kongo-Kinshasa, Niger, Burundi, Mosambik, Guinea-Bissau, Tschad, Liberia, Burkina Faso und Mali.
1,7 Milliarden Menschen in 104 Ländern leben gemäss UNO in mehrdimensionaler Armut, das heisst: Die Bevölkerung muss in mehreren überlebenswichtigen Bereichen mit akuten Entbehrungen zurechtkommen.
Allerdings weist das UNO-Entwicklungsprogramm auch daraufhin, dass die Weltbevölkerung in den vergangenen 40 Jahren insgesamt wohlhabender, gesünder und gebildeter geworden ist. Die grössten Fortschritte seit 1970 machten Oman und China, gefolgt von Nepal, Indonesien, Saudi-Arabien, Laos, Tunesien, Südkorea, Algerien und Marokko. Verschlechtert hat sich die Lage in Kongo-Kinshasa, Sambia und Simbabwe.
(sda/sprm)



