International
Demo gegen Chodorkowski-Prozess
Bei einer Demonstration aus Solidarität mit politischen Gefangenen haben in Moskau zahlreiche Menschen an den inhaftierten russischen Ölunternehmer Michail Chodorkowski erinnert. Rund 100 Demonstranten versammelten sich am Samstag vor der Zentrale des Geheimdienstes FSB.
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Viele der Protestierenden hielten Bilder des früheren Yukos-Chefs hoch, der derzeit zum zweiten Mal vor einem Moskauer Gericht steht. Auf Flugblättern wurde der Prozess gegen Chodorkowski als «absurd» und «surreal» verurteilt.
2003 festgenommen
Der 47-Jährige und sein früherer Geschäftspartner Platon Lebedew müssen sich seit März vergangenen Jahres in einem zweiten Prozess wegen des angeblich illegalen Weiterverkaufs von Erdöl im Wert von umgerechnet etwa 27 Milliarden Franken zwischen 1998 und 2003 verantworten.
Chodorkowski war 2003 festgenommen und im Mai 2005 in einem ersten Verfahren gemeinsam mit Lebedew wegen Finanzbetrugs und Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden.
Kalkül der Regierung
Kritiker sehen im erneuten Prozess den Versuch der Regierung, eine Freilassung des Kreml-Kritikers Chodorkowski in absehbarer Zeit zu verhindern.
Folgen die Richter der Forderung der Anklage, könnten Chodorkowski und Lebedew unter Anrechnung bisheriger Haftzeiten frühestens 2017 aus dem Gefängnis entlassen werden. Von ihrer ersten Strafe bleibt wenig mehr als ein Jahr abzusitzen.
(sda/afp/halp)
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