Wirtschaft
Teureres Brot wegen Finanzspekulationen?
Rohstoffpreise befinden sich auf dem Höhenflug. Den Anlegern sind die Aktienmärkte zu unsicher. Viele investieren lieber in Rohstoffe, wie zum Beispiel Weizen, Kaffee oder Kakao und das wiederum zieht auch die Spekulanten an. Preiserhöhungen bei den Endprodukten wie Schokolade, Brot oder Kaffee scheinen auf den ersten Blick unausweichlich.
Es ist Herbstzeit. Und damit Erntezeit. Das Ergebnis der Ernte wird von den Getreidehändlern nervös beobachtet. Besonders die Weizenernte wird dieses Jahr kleiner ausfallen als die Jahre zuvor. So haben zum Beispiel die Brände in Russland das Angebot verringert.
Wetten auf Preisveränderungen
Doch die Rohstoffpreise werden auch durch die Termingeschäfte an den Börsen in Chicago und London bestimmt. Termingeschäfte bedeuten eine Zusage, Waren zu einem späteren Zeitpunkt zu einem heute festgelegten Preis zu kaufen. Es wird also auf Preisveränderungen spekuliert. Mit effektiven Warenlieferungen hat dies nichts mehr zu tun.
Nicht nur mit dem Agrarrohstoff Weizen wird spekuliert. Auch Kaffee oder Kakao sind beliebte Spekulationsobjekte. Seit April 2010 steigen die Preise für Kaffee stark. Immerhin dürfte die Ernte besser ausfallen als im letzten Jahr.
Coop steht vor Verhandlungen
Derzeit stehen bei Coop keine Preiserhöhungen im grösseren Ausmass an. Bis jetzt konnte Coop gerade auch im überteuerten Kakao-Markt Preiserhöhungen bei der Schokolade erfolgreich abwenden.
Doch bei Coop stehen Lieferantenverhandlungen an. Der Detailhändler beobachtet den Rohstoffmarkt genau. Zugunsten der Konkurrenzfähigkeit verzichtet man bei Coop aber im Zweifelsfall lieber einmal darauf, die Preise zu erhöhen. Trotzdem seien Preiserhöhungen nicht auszuschliessen, heisst es.
Nur ein kurzfristiges Phänomen
Rohstoffpreise verhalten sich in der Regel sehr volatil. Aufgrund von aktuellen Spekulationen gleich auf langfristige Preiserhöhungen zu schliessen, ist zu kurzfristig gedacht, so Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm von der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF).
Auch beim Beratungsunternehmen Wellershoff & Partner Ltd. schätzt man, dass der vermehrte Anbau von Winterweizen und anderen Agrargütern das knappe Angebot erhöht.

Ökonom Joachim Klement ist zudem überzeugt, dass die momentanen Preiserhöhungen nur ein vorübergehendes Phänomen sind. Er rechnet nicht damit, dass sich die Preise für Brot und andere Grundnahrungsmittel dauerhaft erhöhen. Im Gegenteil, langfristig führe die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft auf der ganzen Welt zu stabilen bis leicht fallenden Preisen für Agrarrohstoffe, so Klement.
Es trifft die Ärmsten
Auch bei der UBS glaubt man nicht an sofortige Preisänderungen bei Endprodukten aufgrund von Spekulationen. Der Einfluss von Finanzinvestoren sei nicht nachhaltig und sollte nicht überschätzt werden, heisst es. Trotzdem schliesst die UBS steigende Lebensmittel-Rohstoff-Preise nicht aus. Denn bleiben die Rohstoffpreise hoch, werde sich das über längere Zeit auch in Form von höheren Preise für Lebensmittel auf die Konsumenten auswirken.

«Problematisch kann dies sein, weil diese Entwicklung ärmere Schichten tendenziell stärker trifft als reichere und steigende Lebensmittelpreise vor allem die Realeinkommen der Bevölkerung in den Entwicklungsländern überdurchschnittlich stark beeinträchtigt», erklärt der Chefökonom der UBS, Daniel Kalt.
Konkurrenzdruck hat zugenommen
Wenn von spekulativen Preiserhöhungen von Rohstoffen die Rede ist, dann führt dies also nicht gleich zu happigen Preisaufschlägen bei den Schweizer Detailhändlern. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Wettbewerb unter den Grossverteilern Dimensionen erreicht hat, bei der zugunsten der Marktfähigkeit auch mal auf eine Preiserhöhung verzichtet wird. Für den Konsumenten sind das gute Nachrichten. Für die Wirtschaft, die eine leichte Inflation durchaus gebrauchen könnte, weniger.
Meldungen im Tagesverlauf
- Mindestens 10 Tote nach Erdbeben in Italien
- Griechenland gibt EURO-Kader bekannt
- Dänemark-Keeper Sörensen verpasst EURO
- 500'000 Chilenen üben den Ernstfall
- Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
- Bundespräsident Gauck pocht in Israel auf Zwei-Staaten-Lösung
- Max Loong versucht sich an der Stange
- Kauflust in der Schweiz zieht weiter an
- Transfers und Gerüchte: Abraham möchte zum HSV
- Bircher und Hildenbrand zurückgetreten
- Wenig Überschuss für AHV, rote Null für IV
- Promis geben in Monaco Vollgas
- Wegpauschale nicht immer zulässig
- Zwei Schweizer bei Flugzeugunglück in Norddeutschland getötet
- Milliarden-Spritze für griechische Banken
- «Oranje» und Co. noch nicht in EURO-Form


Mindestens 10 Tote nach Erdbeben in Italien
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
500'000 Chilenen üben den Ernstfall
Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
Bundespräsident Gauck pocht in Israel auf Zwei-Staaten-Lösung
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Afghanistan: Gasangriffe sollen Mädchen vom Schulbesuch abhalten
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert













H. Bernoulli, Zürich
)
(hbernoulli
Verfasst am: 21.10.2010 14:36
Das ist auch eine der Nebenwirkungen
der Geldmengenausweitung: Mit dem vielen Geld,... mehr
Zustimmen — 4 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
N. Binsberger, St. Gallen
)
(NBinsberger
Verfasst am: 20.10.2010 9:07
Spekulanten entlarven sich selbst
Entweder, man nimmt den Bericht ernst: dann ist... mehr
Zustimmen — 7 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 1 Leser ist anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
B. Scheidegger, Bern
)
(Sanderston
Verfasst am: 20.10.2010 7:27
Das kommt davon,wenn man sich in Abhängigkeit begibt.Unser Land ist
dank des hohen Fleischkonsums nicht mehr in der... mehr
Zustimmen — 9 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten