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Fünf Projekte für die Gotthard-Region

Freitag, 15. Oktober 2010, 18:37 Uhr, Aktualisiert 22:22 Uhr

Der Durchschlag am Gotthard ist geschafft. Doch die Bevölkerung in der Gotthard-Region wird mit dem neuen Basistunnel auf eine harte Probe gestellt. Das Gebiet oberhalb des Tunnels droht in Vergessenheit zu geraten. Die SF-Sendung «Zukunft am Gotthard» hat fünf Projekte vorgestellt, welche die Region attraktiver machen sollen.

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Das Projekt «Andermatt Swiss Alps»

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Projekt «Andermatt Swiss Alps»:

Das derzeit wohl bekannteste Projekt in der Gotthard-Region heisst «Andermatt Swiss Alps». Investor Samih Sawiris plant in Andermatt einen komplett neuen Dorfteil mit sechs Tophotels, 42 Häusern und 25 luxuriösen Villen.

Vom Projekt sollen auch die Andermatter profitieren. Sawiris verspricht eine goldene Zukunft: «Kinder müssen nicht mehr weggehen, sondern können in Andermatt eine Familie gründen.» Laut dem ägyptischen Investor wird Andermatt zusammen mit Zermatt (VS) und St.Moritz (GR) zur neuen Spitze im Schweizer Tourismus.

Projekt «Oilfree Bodio»:

In Bodio (TI) schwört ein ganzes Dorf auf die Nachhaltigkeit. Das durchbohrte Gotthard-Massiv setzt in seinem Innern heisses Wasser frei - 64 Liter pro Sekunde. Dieses Wasser will der Gemeindepräsident Marco Costi nutzen, um sein Dorf zu heizen. «In diesen Tagen beginnen wir, Röhren zu bauen, um das heisse Wasser zum Dorf zu leiten.»

«Aus dem Herzen des Gotthards wird blaues Gold sprudeln.»
Marco Costi, Gemeindepräsident Bodio (TI)

Unterstützung erhält Costi vom Kanton Tessin, der das Projekt unterstützt. «Wir werden diese Idee in den nächsten Jahren in die Realität umsetzen.» Bodio wird somit zur ökologischen Pioniergemeinde. «Wir schmeissen unsere Ölheizungen raus und ersetzen sie durch thermische Pumpen», so Costi weiter. Ab 2017 wird das heisse Wasser aus dem Tunnel sprudeln.

Projekt «Gottardo 2020»:

«Gottardo 2020» will der Bevölkerung im Gotthard-Gebiet Perspektiven bieten. «Beim Projekt geht es darum, dass man die Bevölkerung oberhalb des Tunnels nicht vergisst», erklärt Marco Solari, Präsident von Ticino Turismo.

In allen Gotthardkantonen will «Gottardo 2020» Ausstellungen, Erlebniswelten und Diskussionen fördern. Eine Expo im herkömmlichen Sinn soll es aber nicht werden. Solari: «Es darf keine Eintagsfliege sein. Es ist ein Prozess, die Initiative muss in diesen Gebieten Leben garantieren.» Eine Projektstudie für «Gottardo 2020» wurde bereits erstellt. Grosse Unternehmen haben ihre finanzielle Unterstützung zugesichert.

Projekt «Parc Adula»:

Ein weiteres Projekt in der Gotthard-Region ist der «Parc Adula», der zweite Nationalpark der Schweiz. Er soll zwischen Bodio (TI), Disentis (GR) und Splügen (GR) entstehen. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 1000 Quadratkilometern. An seiner höchsten Stelle ist der Park 2800 Meter über dem Gotthard Basis-Tunnel gelegen. Nello Bruni vom Leitungsausschuss «Parc Adula»: «Das ist ein fantastisches, unberührtes Gebiet. Mit einer herrlichen Pflanzen und Tierwelt. Wir haben tolle Berghütten und wunderschöne Wanderwege.»

«Es soll ein Park für die Menschen sein.»
Nello Bruni, Leitungsausschuss «Parc Adula»

Der Park soll anders werden als der Nationalpark im Engadin. «Es soll ein Park für die Menschen sein. Sie sollen ihn bewirtschaften können», so Bruni weiter. Mit dem Park erhofft sich die Region wirtschaftlichen Aufschwung. Touristen sollen angelockt werden, Arbeitsplätze entstehen und die Abwanderung gestoppt werden. Der Bund und die Kantone Tessin und Graubünden haben bereits grünes Licht gegeben.

Projekt «Alpine Brache»:

Die Verfechter von «Alpine Brache» wollen die Täler in der Schweiz der Natur überlassen. «Das würde Platz für Pflanzen und Tiere geben. Wir Städter haben das Bedürfnis nach Natur in dieser Art», sagt Rene L. Frey, ein pensionierter Wirtschaftsprofessor.

«Es hat keinen Sinn, viel Geld für 200 Einwohner auszugeben, wenn ihre Kinder ohnehin in die Zentren abwandern.» Frey will die knappen finanziellen Mittel effizienter einsetzen. Aus Bergbauern sollen Landschaftsgärtner werden. Die Städter könnten sich in dieser intakten Landschaft erholen.

«Andermatt Swiss Alps» beliebt

Das Fernsehpublikum der SF-Sendung «Zukunft am Gotthard» konnte per Telefon das beste Gotthard-Projekt bestimmen. Gewonnen hat die Abstimmung «Andermatt Swiss Alps» mit 29 Prozent. Gleich dahinter folgte «Parc Adula» mit 28 Prozent. Auf dem dritten Platz landete «Oilfree Bodio» mit 21 Prozent.

(sf/widb)

Kommentare aktiv...

G. Bossert, Safenwil
(GaBo Frau)
Verfasst am: 16.10.2010 19:29

Geschliffene Juwelen

lassen sich bestens verkaufen. Ungeschliffene... [2]  mehr

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G. Bossert, Safenwil
(GaBo Frau)
Verfasst am: 16.10.2010 14:04

PARC ADULA, ein Nationalpark für Menschen..

N. Bruni umschreibt es so schön: Das ist ein... mehr

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E. Hasler, Zürich
(anti-demagogie Frau)
Verfasst am: 16.10.2010 10:25

Mit dem Park Adula wird ein Juwel geschliffen

Das Rheinwaldhorn, lat. Adula, ist eine... mehr

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