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Regulierungspläne könnten Banker-Mienen verdunkeln

Montag, 11. Oktober 2010, 5:51 Uhr

Die Banken weltweit stemmen sich gegen eine drohende Flut schärferer Vorschriften, mit denen Regierungen und Aufseher die Welt vor einer nächsten Finanzkrise schützen wollen. Bankenvertreter aus aller Welt liefen am Wochenende in Washington Sturm gegen höhere Kapitalanforderungen für die weltgrössten Banken, die sich nun abzeichnen. «Das wäre ein Fehler», sagte der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann,

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Er führt auch den internationalen Bankenverband IIF, der sich am Sonntag zu seiner Jahrestagung getroffen hat.

Deutsche-Bank-Chef warnt

Grösse allein sei kein Massstab dafür, ob eine Bank bei einem Zusammenbruch das ganze System ins Wanken bringen könnte. «Institute dürfen nicht dafür bestraft werden, dass sie gross sind», erklärte Ackermann.

Er wandte sich gegen Bestrebungen einzelner Länder und Forderungen von Investoren, die mit längeren Übergangsregeln versehenen «Basel-III»-Eigenkapitalregeln schneller einzuführen. Am Zeitplan müsse festgehalten werden, damit nicht alle Banken zugleich am Markt um Kapital buhlen müssten. «Die Entscheidungen des Baseler Ausschusses dürfen nicht isoliert gesehen werden», warnte er.

Ackermann: Jobs könnten nicht geschaffen werden

Zusammen mit Bankenabgaben, Bankentransaktionssteuern und anderen Hürden drohten sie den Aufschwung abzuwürgen. «Das heisst, dass Arbeitsplätze, die geschaffen werden könnten und müssten, womöglich nicht geschaffen werden.»

Der Präsident des deutschen Bankenverbandes BdB, Andreas Schmitz, sagte, nach Auskunft von Regulierern zeichne sich ab, dass auf die 30 bis 35 grössten Banken der Welt ein Aufschlag auf die Basel-III-Vorschriften zukommen werde. Zur Debatte stehen zwei bis drei Prozentpunkte. In Deutschland wäre davon vor allem die Deutsche Bank betroffen.

Wichtiges G20-Treffen in Seoul

Der Baseler Ausschuss der wichtigen Finanzaufseher und Notenbanker hatte Mitte September beschlossen, dass die Banken das geforderte zusätzliche «harte Kernkapital» - Aktienkapital und einbehaltene Gewinne - erst bis 2015 aufbauen müssen. In der gleichen Zeit müssen sie ihr Kernkapital auf sieben Prozent mehr als verdreifachen. Damit sollen die Banken widerstandsfähiger gemacht werden.

Politiker der 20 wichtigsten Industriestaaten (G20) sollen im November in Seoul letzte Hand anlegen. Danach müssen die neuen Regeln in nationales und in europäisches Recht umgesetzt werden.

«Eigenkapital ist Airbag» - Schweiz macht Ernst

Der Chef der schweizerischen Notenbank SNB, Philipp Hildebrand, deutete schärfere Vorschriften für Grossbanken an, die sich wegen ihrer Bedeutung de facto stets darauf verlassen können, notfalls vom Staat gerettet zu werden: «Basel geht das Problem des 'too big to fail' nicht an.» Die Schweiz geht für ihre beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS deshalb weit über die Baseler Einigung hinaus.

Der BdB erklärte, statt eines Kapitalaufschlags müsse ein Insolvenzverfahren für systemrelevante Banken geschaffen werden. «Eigenkapital erfüllt zwar die Funktion eines Airbags, es verhindert aber nicht den Unfall», sagte Verbandschef Schmitz, der die Privatbank HSBC Trinkaus führt. Dabei komme es nicht auf die Grösse an.

USA mit Basel III auf Kriegsfuss?

In der jüngsten Finanzkrise zusammengebrochene oder aufgefangene Institute wie die deutsche IKB, die isländische Kaupthing Bank oder die britische Northern Rock wären vorab nicht als systemrelevant eingestuft worden.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, sagte in Washington, die USA hätten angedeutet, für ihre regionalen Institute Basel III nicht einzuführen. Die deutschen Sparkassen kämen mit dem neuen Regelwerk aber gut zurecht. Im Schnitt kämen sie auf 9,7 Prozent Kernkapital.«Es gibt keinen Grund, über Systemänderungen zu diskutieren.»

(rtr/halp)

Kommentare aktiv...

N. Binsberger, St. Gallen
(NBinsberger Frau)
Verfasst am: 13.10.2010 3:16

radikal deregulieren!

Ich bin ganz auf der Seite der Deregulierer im... mehr

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J. Schweizer, Basel
(JoeCH Mann)
Verfasst am: 11.10.2010 10:51

Arbeitsplätze

Herr Ackermann und einige seiner Kollegen... mehr

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J. Schweizer, Basel
(JoeCH Mann)
Verfasst am: 11.10.2010 10:48

To big to fail.

«Institute dürfen nicht dafür bestraft werden,... mehr

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