International
US-Regeln für Ölbohrungen verschärft
Als Konsequenz der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko haben die USA neue Vorschriften verkündet, um Tiefseebohrungen nach Gas und Öl künftig sicherer zu machen. Die neuen Regeln sollen das Risiko technischer Pannen und menschlicher Fehler deutlich mindern. Neuen Studien zufolge befindet sich noch weitaus mehr Öl in den Gewässern, als offiziell angegeben.
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Laut Innenminister Ken Salazar sehen die neuen Regeln unter anderem schärfere sicherheitstechnische Auflagen und Kontrollen vor, um eine Explosion von Bohrleitungen zu verhindern.
«Das sind wir der Öffentlichkeit schuldig»
Zum anderen sollen Mitarbeiter auf Ölplattformen künftig besser ausgebildet sein, um Probleme zu erkennen und bei Unglücken angemessener zu reagieren, sagte Salazar in Washington. Die Massnahmen sind eine erste Konsequenz der Explosion der BP-Ölplattform «Deepwater Horizon» im April, in deren Folge über Wochen rund 700 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko flossen.

US-Ölpestbekämpfer geht in Ruhestand
Der Einsatzleiter im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko, Thad Allen, hat sich endgültig in den Ruhestand verabschiedet. Dieser Schritt erfolgt zwei Wochen nachdem die monatelang ausser Kontrolle geratene Ölquelle vor der Küste Louisianas geschlossen werden konnte. Der 61-Jährige diente fast 40 Jahre lang bei der Küstenwache.
Die Bekämpfung der Folgen der Ölpest geht indes ohne Allen weiter. Noch immer sind mehr als 22'000 Helfer und fast 1400 Schiffe gegen die schwerste Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA im Einsatz, um die immensen Schäden an den Küsten zu beheben.
Weitere Auflagen sollen folgen, wie der Chef der für die Tiefseebohrungen zuständigen Aufsichtsbehörde BOEM, Michael Bromwich, ankündigte. Ziel sei es, die Risiken bei Tiefseebohrungen zu reduzieren, sagte er. «Das sind wir der Öffentlichkeit schuldig».
Nach Einschätzung unabhängiger Wissenschafter befindet sich von dem ausgeflossenen Öl immer noch weitaus mehr im Golf von Mexiko als offiziell angegeben. Bei ihren Forschungen an Bord des Greenpeace-Schiffs «Arctic Sunrise» hätten sie auf einer Länge von 500 Kilometern und in einer Tiefe von 1000 Metern Öl- und Gasspuren entdeckt, teilte der Biochemiker Rainer Amon mit, der an der zehntägigen Expedition teilgenommen hatte.
Besorgt äusserte er sich darüber, dass an den Stellen deutlicher Sauerstoffmangel im Wasser herrschte. Laut Greenpeace zeigt die Studie, dass das Öl entgegen der offiziellen Angaben «nicht verschwunden» ist. Die Umweltorganisation forderte weitere Studien zur Konzentration des verbliebenen Öls.
Die USA gaben am Freitag weitere von der Ölpest betroffene Teile des Golfs von Mexiko für die Fischerei frei. Eine etwa 14'600 Quadratkilometer grosse Fläche vor Louisiana könne nun auch wieder als Erholungsgebiet genutzt werden, teilte die Meeresbehörde NOAA mit.
Damit bleiben nach der Ölkatastrophe noch 68'000 Quadratkilometer - etwa eineinhalb Mal die Fläche der Schweiz - gesperrt. Die Fischerei, privat wie gewerblich, ist für die Wirtschaft im Süden der USA von grosser Bedeutung.
(agenturen/halp)
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