International
FBI: Cyber-Diebe erbeuten 70 Millionen Dollar
Die US-Bundespolizei FBI und Polizeibehörden in der Ukraine, den Niederlanden und Grossbritannien sind Cyberkriminellenauf der Spur. Diese sollen mit Hilfe von Schadprogrammen 70 Millionen Dollar erbeutet haben. In den USA wurden bisher 92 Personen festgenommen, in der Ukraine weitere fünf.
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Nicht mit Waffen, Masken und Fluchtauto werden heute Banken um ihr Geld betrogen, sondern mittels raffinierter Tricks: Mit Malware werden Passwörter und Kontonummern erfasst, die den Zugriff auf Online-Bankkonten erlauben.
Geplante Beute: 220 Millionen US-Dollar
Die «Operation Trident Breach» habe im Mai 2009 im US-Staat Nebraska begonnen, nachdem verdächtige Kontobewegungen aufgefallen waren, erklärte das FBI. Dabei seien grössere Beträge auf 46 US-Konten geflossen.
Insgesamt hätten die Gauner auf diese Weise 220 Millionen Dollar erbeuten wollen, jedoch wurden einige Transaktionen gestoppt. «Derzeit versuchen wir, die tatsächliche Summe festzustellen», sagte FBI-Spezialagent Weysan Dun. «Bis jetzt haben wir einen Verlust von 70 Millionen Dollar festgestellt».
Die verwendete Software, die vermutlich von Hackern aus Osteuropa erstellt wurde, ist ein Internetbanking-Trojaner mit dem Namen Zeus. Er klaut die Zugangsdaten von Bankkonten, aber auch von E-Mail-Accounts und sozialen Netzwerken. Das Programm schleust sich in einen Computer, wenn das Opfer einen Link oder einen Anhang in einem infizierten E-Mail öffnet.
Viele der geschädigten Firmen sind KMUs, die kein Geld für grosse Computerschutzprogramme ausgeben können, aber auch Stadtverwaltungen und Privatpersonen, so das FBI.
Geld in alle Welt transferiert
Insgesamt wurden bisher 92 Personen angeklagt, unter anderem wegen Verschwörung zum Bankbetrug, Geldwäscherei und Benutzung falscher Identitäten für den Zugriff auf fremde Konten. In der Ukraine seien fünf Verdächtige festgenommen worden, acht Durchsuchungsbefehle seien ausgestellt worden.
Viele der Verhafteten in den USA sind mit einem Studentenvisum eingereist und haben unter falschem Namen Bankkonten eröffnet. Die Konten wurden benutzt, um das Geld nach Hongkong, Singapur oder Zypern zu transferieren.
(agenturen/sf/buev)
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