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Experten: Eveline Widmer-Schlumpf sägt am eigenen Stuhl

Dienstag, 28. September 2010, 13:54 Uhr

Mit dem Finanzdepartement übernimmt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ihr Wunschdepartement. Schon in ihrem Heimatkanton Graubünden war sie Finanzdirektorin. Experten vermuten, Widmer-Schlumpf hat einfach die Chance gepackt. Doch so hat sie die SP – und damit ihre wenigen Verbündeten bei der Wiederwahl in einem Jahr – gegen sich aufgebracht.

Bild Porträt Widmer-Schlumpf.
Experten vermuten, dass die Wiederwahlchancen von Eveline Widmer-Schlumpf weiter gesunken sind. reuters

Der Schreck nach der Departements-Verteilung im Bundesrat sitzt tief in den sozialdemokratischen Knochen. Die SP ist verärgert, dass Simonetta Sommaruga das Justizdepartement übernehmen muss, weil Eveline Widmer-Schlumpf in die Finanzen wechselt – ausgerechnet wegen ihr, der man doch in den Bundesrat verholfen hat.

Für Polit-Experten ist Widmer-Schlumpfs Wechsel denn auch eher ein Eigentor denn ein kluger politischer Schachzug. Denn die SP ist mit dem Departement ihrer neugewählten Bundesrätin Simonetta Sommaruga nicht glücklich. Damit es bei den Erneuerungswahlen in einem Jahr aber wieder eine Rochade gibt, müsste ein Bundesrat zurücktreten, sagt etwa Adrian Vatter, Politologe an der Universität Bern, im Interview mit der «Tagesschau».

Adrian Vatter hofft, dass sich die SP auch mit dem EJPD anfreunden wird.

Die Frage ist aber, ob das Parlament es wagt, eine Finanzdirektorin abzuwählen, welche erst ein Jahr im Amt ist, sagt SF-Bundeshaus-Korrespondent Hanspeter Forster. Zudem habe Eveline Widmer-Schlumpf ihre Fähigkeiten als Finanzchefin unter Beweis gestellt, als sie bei der Krankheit von Hans-Rudolf Merz diesen vertreten habe.

Hanspeter Forster traut Eveline Widmer-Schlumpf einen guten Job zu.

Auch bei der FDP dürfte Eveline Widmer-Schlumpf mit ihrem Wechsel einige Sympathien verspielt haben, mutmassen die Experten. Da ihr Sitz am gefährdetsten ist, würde sie sich wohl eher für einen zweiten SVP-Sitz aussprechen, meint Adrian Vatter.

Michael Hermann, Politgeograph an der Universität Zürich glaubt, dass sich ein FDP-Block gegen Widmer-Schlumpf aussprechen könnte – dieser sei schwierig zu brechen. Dennoch könne die Finanzdirektorin mit einem guten Job am ehesten dort auf Stimmen hoffen.

Michael Hermann sieht die neuen Feinde Widmer-Schlumpfs auch in der FDP.

Adrian Vatter listet für die enttäuschte SP aber auch die Vorteile auf. Das Justiz- und Polizeidepartement sei durchaus attraktiv. Gerade bei der Ausschaffungsinitiative könnte sich Simonetta Sommaruga im Sinne ihrer Partei profilieren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass nächstes Jahr bereits wieder neue Köpfe in den Bundesrat einziehen, ist also nach der gestrigen grossen Departements-Rochade gestiegen.

(sf/gern)

Kommentare aktiv...

G. Niedermann, Zürich
(giselaniedermann Frau)
Verfasst am: 29.9.2010 16:55

Zickenkrieg - falscher Ausdruck

Immer wieder liest man das Wort Zicken, total... mehr

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P. Meierhofer, Lufingen
(PVM Mann)
Verfasst am: 29.9.2010 13:57

Ich stelle fest:

Seit Herr Blocher aus dem BR abgewählt ist, u.... mehr

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B. Bedi, Alpnach
(bedis Mann)
Verfasst am: 29.9.2010 13:52

Die Schlumpfine

Macht aus Bündnerfleisch Hackfleisch :-)

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