Bundesratswahl 2010
Umarmungen und Freudentaumel auf dem Bundesplatz
Jubel, Umarmungen und Applaus: Soviel Freude sieht der Bundesplatz selten. Nach der Wahl von Johann Schneider-Ammann zum Bundesrat kochen die Gefühle auf dem Bundesplatz hoch. Die Emotionalität mischt sich mit der Freude der Anhänger der SP-Kandidatin Simonetta Sommaruga über ihren Sieg.
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Es ist ein gespanntes Warten bei der FDP. Die Anhänger von Johann Schneider-Ammann haben sich auf dem Bundesplatz versammelt. Die Stadtmusik Langenthal stimmt nach dem 4. Wahlgang einen Marsch an. Schneider-Ammann hat in seinem Wohnort im bernischen Langenthal viele Anhänger. Sobald das Resultat des 5. Wahlgangs bekannt ist, gibt es kein Halten mehr: «Eine Sensation!», freuen sich die Anhänger.
«Er ist ein Unternehmer zum anfassen», sagt Arnold Schneeberger von den Langenthaler Schützen. Er habe 35 Jahre lang für Schneider-Ammann gearbeitet. «Ein korrekter und sauberer Unternehmer, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat.»
Extra freigenommen haben drei junge Mitarbeiter der Ammann Group. Sie warten gemeinsam mit weiteren FDP-Anhängern im Restaurant «Zum äusseren Stand». «An einem solchen Tag müssen wir unseren Chef unterstützen», macht das Trio klar.
Ganz besondere Unterstützung erhält Schneider-Ammann auch von Karan Singh. Als Präsident des Sikh Zentrums Schweiz hat er am Morgen noch eine Zeremonie für den langenthaler Unternehmer abgehalten. «Mit diesem Segen muss er einfach gewinnen», ist der Anhänger überzeugt. Er sei ein Staatsmann von seltenem Format.
Köniz «for President»
Ebenfalls seit dem frühen Morgen fiebern die Parteikollegen von Simonetta Sommaruga (BE) aus Köniz auf dem Bundesplatz mit. In Köniz begann die Karriere der SP-Bundesrats-Kandidatin.
Bevor die Stimmen im 4. Wahlgang ausgezählt sind, kommt es zu Spekulationen. Werden einige SVP-Parlamentarier umschwenken? Setzen CVP und die Grünen auf Sommaruga oder Fehr? Alle stehen nahe beieinander, umringen das Radio, als das Wahlresultat bekannt gegeben wird. Die Erleichterung ist gross, als es heisst: gewählt ist mit 159 Stimmen Simonetta Sommaruga.
«Das war ein Knall», fasst ein Sommaruga-Anhänger das Wahlresultat unter Jubel zusammen. Weitere Fans freuen sich: «Der Übername Samurai für Sommaruga hat sich bewahrheitet.»
Originale und originelle Aktionen
Andere wie der nach eigenen Worten «grösste Sportfan der Schweiz» nehmen die Bundesratswahl sportlich. «Dabeisein ist alles», sagt das 80-jährige Original «Housi» Fankhauser. Er sei mit den ehemaligen Sportministern Adolf Ogi, Samuel Schmid und auch mit Ueli Maurer per Du. In seinem Alter müsse man eben die Gelegenheiten packen.
Seit dem frühen Morgen sitzt Bruno auf dem Bundesplatz. Seine Verkleidung versteht er als Statement. Eingepackt in einen Anzug ohne Kopf, steht der 57-Jährige für Politiker mit Kopf ein. Er sei für die SP-Kandidatin Simonetta Sommaruga (BE), weil sie nahe an den Arbeitern politisiere, sagt er.
Auch die FDP-Kandidatin Karin Keller-Sutter (SG) möchte er im Bundesrat sehen. «Verstehen Sie mich nicht falsch, aber ich finde es braucht eine harte Linie gegen kriminelle Ausländer.» Dafür sei Keller-Sutter bekannt.
Lautstarke Unterstützung
In den offiziellen Wahllokalen der Parteien ging es ebenfalls hoch zu und her. Während im «Café Fédéral» am Bärenplatz in Bern die Anhänger der FDP-Kandidatin Karin Keller-Sutter sassen, verfolgte die SP im «Progr» an der Speichergasse die Liveübertragung im Fernsehen.
Die SVP traf sich im «Hotel Kreuz» und unterstützte lautstark ihren Sprengkandidaten Jean-François Rime (FR). Bei jedem Resultat von Rime brandete Applaus durch den Saal und manchmal wurde sogar ein Lied angestimmt.
Zwischen den Wahlgängen blieb die Stimmung eher angespannt. Solothurner Kantonsrat Beat Ehrsam glaubte bis kurz vor Schluss an seine Chancen. «Ich bin mütterlicherseits Freiburger – das ist Ehrensache.»
Meldungen im Tagesverlauf
- Dänemark-Keeper Sörensen verpasst EURO
- Mindestens 9 Tote nach Erdbeben in Italien
- 500'000 Chilenen üben den Ernstfall
- Bundesgericht entscheidet: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
- Bundespräsident Gauck pocht in Israel auf Zwei-Staaten-Lösung
- Max Loong versucht sich an der Stange
- Kauflust in der Schweiz zieht weiter an
- Transfers und Gerüchte: Abraham möchte zum HSV
- Bircher und Hildenbrand zurückgetreten
- Wenig Überschuss für AHV, rote Null für IV
- Promis geben in Monaco Vollgas
- Wegpauschale nicht immer zulässig
- Zwei Schweizer bei Flugzeugunglück in Norddeutschland getötet
- Milliarden-Spritze für griechische Banken
- «Oranje» und Co. noch nicht in EURO-Form
- Opfer bei abgestürztem Kleinflugzeug in Deutschland sind vermutlich Schweizer





















