Wirtschaft
Sunrise wird für 3,3 Milliarden nach Grossbritannien verkauft
Der Eigentümerwechsel der Schweizer Mobilfunkfirma Sunrise ist bestätigt. Die britische Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners erwirbt die Schweizer Tochter der dänischen TDC-Gruppe. Die Übernahmesumme beträgt 3,3 Milliarden Franken. Die Wettbewerbskommission Weko spricht von «positiver Dynamik» auf dem Telekommarkt.
Bild
- 17.06.10: Nach gescheiterter Fusion: Sunrise-CEO nimmt den Hut
- 20.01.10: Sunrise geht vor Bundesverwaltungsgericht
- 25.11.09: Fusion Orange-Sunrise: Gefahr für Wettbewerb oder Chance?
- 25.11.09: Das Unternehmen Sunrise
- 06.11.09: Erfolgreiches Quartal für Sunrise
- 09.09.10: Trotz tieferen Gebühren: Handy-Kunden profitieren kaum
Artikel bewerten
Artikel teilen
CVC und TDC haben eine Vereinbarung über den Verkauf von Sunrise unterzeichnet. Ihr erklärtes Ziel: die Aktivitäten von Sunrise im Telekommunikationssektor erweitern und die Strategie am Schweizerischen Markt fortsetzen. Weiterhin geplant seien umfangreiche Investitionen in Infrastruktur und Distribution.
TDC war fast zehn Jahre lang Eigentümerin von Sunrise. In dieser Zeit investierte Sunrise über 2 Milliarden. Franken in die Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur in der Schweiz.
Der Abschluss dieser Transaktion wird für das vierte Quartal 2010 erwartet, sobald die Genehmigungen der schweizerischen Wettbewerbs-und Regulierungsbehörden eingeholt sind.
Der SF-Wirtschaftsexperte rechnet damit, dass die Absegnung durch die Weko reine Formsache ist.
Auf gutem Kurs
Sunrise ist nach der Swisscom der zweitgrösste Schweizer Anbieter von Telekommunikationsdiensten. Das Unternehmen erlitt eine mehrjährige Durststrecke. Erst 2009 erreichte der Umsatz wieder das Niveau von 2004. Im 2010 ging es weiter aufwärts, wie die im August 2010 von Sunrise präsentierten Zahlen belegen.
Sunrise in Zahlen
Geldwerte in Mio. Franken
| Januar bis Juni | 2009 | 2010 | % |
| Umsatz | 974 | 995 | + 2,2 |
| Betriebsergebnis (EBITDA) | 240 | 277 | + 15,4 |
| Reingewinn | 76 | 116 | + 52,6 |
Umsatz aufgeteilt in Dienste
Geldwerte in Mio. Franken
| Januar bis Juni | 2009 | 2010 | % |
| Mobiltelefonie | 561 | 578 | + 3,0 |
| Festnetztelefonie | 321 | 328 | + 2,2 |
| Internet | 92 | 89 | - 3,3 |
Sunrise zählte im August 2,86 Millionen Kunden. 20‘000 mehr als im Vorjahr.
Die Beteiligten «sind zufrieden»
Die Vereinbarung wird vom Sunrise-Management als ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Entwicklung bezeichnet. «Mit CVC bekommen wir die Unterstützung eines starken und langfristig orientierten finanziellen Partners. Er unterstützt unsere Pläne für anhaltend hohe Investitionen sowohl in unser Netz als auch in unseren Kundendienst unterstützt», wird Sunrise-CEO Oliver Steil in der Mitteilung zitiert.
TDC-CEO Henrik Poulsen gibt sich mit der Beteiligung von CVC an Sunrise «sehr zufrieden» und stellt die Transaktion in Zusammenhang mit der künftigen Ausrichtung des Konzerns. TDC verkauft Sunrise, weil das Unternehmen sich auf Nordeuropa beschränken will.
Dankbarer Investor: für LTE braucht es Geld
Der Telekomregulator Comcom beurteilt die geplante Übernahme von Sunrise durch den Finanzinvestor CVC als positiv. Es sei ein Vorteil, dass sich mit CVC eine finanzstarke Gesellschaft im Schweizer Markt engagieren wolle.
Die Private-Equity-Firma habe die Finanzen, um Sunrise mit dem nötigen Kapital für die anstehenden Herausforderungen auszustatten, sagte der Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission (Comcom), Marc Furrer. Denn alleine beim Mobilfunk stünden im Hinblick auf die neue Generation LTE grosse Investitionen an.
Aus seinen Gesprächen mit CVC-Vertretern habe er einen guten Eindruck gewonnen, sagte Furrer: «Die kommen nicht nur husch-husch in die Schweiz, um das schnelle Geld zu machen.» Allerdings sei auch klar, dass eine Private-Equity-Firma irgendwann wieder aussteigen werde.
Im Gegensatz zum geplatzten Verkauf von Sunrise an Orange rechne er diesmal mit keinem Widerstand der Wettbewerbskommission (Weko), sagte Furrer.
Weko hält sich bedeckt
Die Wettbewerbshüter wollen die geplante Übernahme von Sunrise durch den Finanzinvestor CVC anschauen. Nach einem Monat muss die Wettbewerbskommission (Weko) entscheiden, ob sie den Deal für unbedenklich hält oder eine vertiefte Prüfung einleitet.
«Zum Verkauf von Sunrise an CVC selber darf ich nichts sagen», sagte Weko-Direktor Rafael Corazza. Allerdings sei es positiv, dass der Schweizer Telekommarkt dynamisch sei und in Bewegung bleibe.
Orange-Sunrise-Deal geplatzt
Die Übernahme kommt nicht überraschend. Schon lange war bekannt, dass die dänische Besitzerin TDC Sunrise verkaufen wollte. Ein Verkauf an die France-Telecom (Tochter von Orange) war beschlossene Sache.
Doch die Weko hatte im April 2010 die Übernahme von Sunrise durch Orange mit der Begründung verboten, dass sie ein marktbeherrschendes Duopol in der Schweiz durch die Swisscom und die fusionierte Orange/Sunrise verhindern wolle. Daraufhin liessen die Muttergesellschaften die Fusion im Juni 2010 fallen.
(sda/reuters/halp/engf)
Meldungen im Tagesverlauf
- Bundesgericht entscheidet: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
- Mindestens 9 Tote nach Erdbeben in Italien
- Bundespräsident Gauck pocht in Israel auf Zwei-Staaten-Lösung
- Max Loong versucht sich an der Stange
- Kauflust in der Schweiz zieht weiter an
- Transfers und Gerüchte: Abraham möchte zum Hamburger SV
- Bircher und Hildenbrand zurückgetreten
- Wenig Überschuss für AHV, rote Null für IV
- Promis geben in Monaco Vollgas
- Wegpauschale nicht immer zulässig
- Milliarden-Spritze für griechische Banken
- Zwei Schweizer bei Flugzeugunglück in Norddeutschland getötet
- «Oranje» und Co. noch nicht in EURO-Form
- Opfer bei abgestürztem Kleinflugzeug in Deutschland sind vermutlich Schweizer
- Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
- Tunesischer Präsident will Potentatengelder zurück


Mindestens 9 Tote nach Erdbeben in Italien
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
Bundespräsident Gauck pocht in Israel auf Zwei-Staaten-Lösung
Bundesgericht entscheidet: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
Kauflust in der Schweiz zieht weiter an
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
EU-Sondergipfel im Zeichen des Wachstums
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen












