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International

Über 470 Missbrauchsfälle in der belgischen Kirche

Freitag, 10. September 2010, 18:49 Uhr

Hunderte Opfer, 13 Suizide und jahrzehntelanges Stillschweigen: Der Missbrauchsskandal in der belgischen Kirche hat weit grössere Ausmasse als bislang bekannt. Eine Untersuchungskommission hat einen vorläufigen Bericht voller schockierender Einzelheiten veröffentlicht.

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Bild Peter Adreaenssen spricht in zwei Mikrofone.
Kommissionsleiter Adriaenssens: «Es ging um oralen und analen Missbrauch, um Masturbation - mit anderen Worten, es ging um schwere Fälle.» reuters

488 Zeugen hatten der Kommission ihre Qualen offenbart, das jüngste Opfer war den Angaben zufolge zwei Jahre, als es von einem Geistlichen missbraucht wurde.

Erst nach dem Rücktritt eines mit Missbrauchsvorwürfen belasteten Erzbischofs im April sei das Schweigen allmählich gebrochen worden, sagte der Kommissionsvorsitzende Peter Adreaenssen bei der Vorstellung des Berichtes in Brüssel. «Es ist bemerkenswert, wie häufig in den Aussagen die hohe Zahl der Selbsttötungen auftaucht», heisst es darin.

Familienmitglieder und enge Freunde gaben an, dass die Suizide von 13 Opfern mit dem Missbrauch durch Geistliche zusammenhingen. Sechs Betroffene berichteten von Versuchen, sich das Leben zu nehmen, und ein Opfer gab an, sein Partner habe sich getötet, weil er die Vorfälle nicht verarbeiten konnte.

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Hinweise für ein systematisches Vertuschen der Fälle fand die Kommission nicht. Allerdings gebe es Hinweise für das inzestuöse Nichtstun der Kirche. reuters

Der Skandal könne noch weit dramatischere Ausmasse haben als bislang bekannt, sagte Adreanssen. Mehrere befragte Priester, die von einzelnen Zeugen belastet worden seien, hätten Listen von 10, 15 bis 20 Internatsschülern vorgelegt, die sie missbraucht hätten. Doch bevor die Kommission ihre Untersuchung beenden konnte, wurde sie aufgelöst:

Am 24. Juni hatte die Polizei eine Razzia in den Büros der Kommission durchgeführt und die meisten Akten beschlagnahmt. Die katholische Kirche kündigte für Montag eine eigene Initiative an, um den Skandal aufzuarbeiten und den Opfern zu helfen.

(apn/sda/stom)

Kommentare aktiv...

D. Klug

Verfasst am: 15.9.2010 13:36

Tragödie

Es ist eine schlimme Tragödie dass dieses... mehr

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J. Simon, Bern

Verfasst am: 11.9.2010 1:01

Auch die `Weltlichen Institutionen`

sind mit in die Verantwortung zu ziehen. Sich... mehr

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I. Ndlovu, Mbombela
(Ndlovu Mann)
Verfasst am: 10.9.2010 22:51

Ich sag ja schon lange:

... die "Kirchen" = Religionen gehoeren... mehr

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