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Trotz tieferen Gebühren: Handy-Kunden profitieren kaum

Donnerstag, 9. September 2010, 9:15 Uhr, Aktualisiert 17:40 Uhr

Die Mobiltelefonie-Anbieter Orange, Sunrise und Swisscom senken die Terminierungsgebühren um bis zu 50 Prozent. Der Konsumentenschutz fordert deshalb tiefere Handy-Rechnungen für die Kunden. Dies wird voraussichtlich nur bei einem Anbieter der Fall sein.

Per 1. Oktober senken Sunrise und Orange ihre Mobilfunkterminierungsgebühren (MT-Gebühren) an Swisscom von 17 auf 10 Rappen. Diese Gebühren stellen sie sich die Mobiltelefonie-Anbieter gegenseitig für die Durchstellung eines Anrufs in ihr Netz in Rechnung.

Sunrise und Orange werden per 1. Januar 2011 eine zusätzliche Reduktion auf 8,75 Rappen pro Minute vornehmen, wie die Unternehmen mitteilten.

Im Gegenzug werde Swisscom den anderen Anbietern 8 Rappen pro Minute statt bisher 14 Rappen verrechnen. Am 1. Januar 2011 erfolgt auch hier eine weitere Senkung der Gebühr auf 7 Rappen. Dies entspricht dem europäischen Niveau.

Den Chef der Regulierungsbehörde ComCom zeigte sich in der «Tagesschau» erfreut über den Entscheid. Die Herunter-Regulierung sei etwa in dem Masse, wie es die ComCom verlangt hätte, falls es zu keiner Einigung gekommen wäre.

Marc Furrer, Präsident ComCom

Ob der Kunde schlussendlich von der Tarif-Senkung profitiert, ist fraglich.

Genau dies fordert aber die Stiftung für Konsumentenschutz und spricht nach der Einigung Klartext: Tiefere Terminierungsgebühren gleich tiefere Telefonrechnungen. Die Preise sollen auf EU-Basis gesenkt werden, dies die Forderung.

Sara Stalder, Stiftung für Konsumentenschutz

Zurückhaltende Statements

Die Swisscom verspricht eine Senkung der Preise. Auf etwas festlegen, will sich der Sprecher allerdings nicht. Die heutigen Preise würden überprüft.

Sepp Huber, Sprecher Swisscom

Orange und Sunrise halten sich noch deutlicher zurück: Orange (die kein eigenes Festnetz betreibt) schreibt, das Unternehmen erwarte, dass sich die Senkung in den Gesprächstarifen der Festnetzanbieter bei Anrufen auf Mobilfunknummern niederschlägt.

Für Sunrise werde die Einigung zu weniger Einnahmen und Gewinn führen. Die Tarife für den Kunden werde Sunrise nicht senken. Dies sagt die Sprecherin gegenüber der «Tagesschau». Sie hebt hervor, dass Sunrise in der Schweiz schon jetzt der günstigste Mobilfunkanbieter sei.

Natasja Sommer, Sprecherin Sunrise

Auslöser der Verhandlungen zwischen den drei Schweizer Mobiltelefon-Netzbetreibern war eine Klage des Festnetzanbieters VTX bei der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) gegen die Höhe der Terminierungsgebühren der Swisscom. Tiefere MT-Gebühren hatte auch Verizon gefordert.

(sda/horm)

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