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Bewaffneter von Biel auf der Flucht - zur Fahndung ausgeschrieben

Donnerstag, 9. September 2010, 0:50 Uhr, Aktualisiert 10.09.2010, 1:03 Uhr

Der 67-jährige Mann aus Biel (BE), der einen Polizisten aus nächster Nähe angeschossen hat, ist auf der Flucht. Rund um das Haus, in dem er sich verschanzt hatte, hat sich die Lage mittlerweile beruhigt. SF-Korrespondent Urs Wiedmer berichtet.

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«Tagesschau», 09.09.10: Einschätzung von SF-Korrespondent Urs Wiedmer

Den Behörden war er offenbar als Querulant bekannt. Gegen den Mann war ein so genannt fürsorgerischer Freiheitsentzug angeordnet, wie «Schweiz aktuell» berichtet. Der Mann hatte bereits vergangene Nacht in der allgemeinen Aufregung nach seinen Schüssen untertauchen können.

Fahndungsaufruf

Der Flüchtige ist von der Berner Kantonspolizei zur Fahndung ausgeschrieben. Der 67-Jährige heisst Peter Hans Kneubühl. Er ist rund zwei Meter gross und von schlanker Statur. Er hat weisse Haare und trägt einen weissen Stoppelbart. Er ist Brillenträger, trägt ein weisses Hemd und dunkle Hosen.

Die Polizei geht davon aus, dass Peter Hans Kneubühl bewaffnet und gewaltbereit ist. Die Bevölkerung wird gebeten, sich dementsprechend vorsichtig zu verhalten und verdächtige Feststellungen umgehend auf die Hotline-Nummer 031 634 34 34 zu melden.

Ausserdem bittet die Kantonspolizei Bern Personen, die Informationen über Peter Hans Kneubühl haben, sich umgehend zu melden.

Bild
Der 67jährige Peter Hans Kneubühl ist zur Fahndung ausgeschrieben: Aufnahme des Flüchtigen aus den 80er-Jahren (rechts). Inzwischen soll er eher so wie sein Vater (links) aussehen. kapo bern

Wie es kommen kann, dass ein geistig verwirrter Täter trotz des Einsatzes verschiedener Spezialeinheiten ganz offensichtlich entkommen konnte, erklärte der Einsatzleiter der Berner Kantonspolizei, François Gaudy, mit dem Überraschungsmoment.

«Schweiz aktuell», 09.09.10: Wie konnte der Täter flüchten?

Die Schussabgabe sei unvermittelt nach 14 Stunden und in einer allgemein ruhigen Lage erfolgt, erklärte Gaudy dem Reporter von «Schweiz aktuell». «Danach hatte der Mann einen Gewalt- und Machtvorsprung». Die in solchen Fällen sonst nicht zimperlichen Sondereinheiten hätten überdies eine Strategie der Deeskalation verfolgt, um hohe Verluste zu vermeiden.

Haus des Täters zur Versteigerung ausgeschrieben

Den fürsorglichen Freiheitsentzug des Mannes hatte der Bieler Regierungsstatthalter Werner Könitzer verfügt. Der 67-jährige Rentner hätte demnach am Mittwoch einem Psychiater zur Untersuchung zugeführt werden sollen. Als die Polizisten beim Haus des Mannes auftauchten, kam es zur Eskalation.

Im Vorfeld des Geschehens hatte ausserdem ein Zivilgericht entschieden, dass das Haus, in dem der 67-jährige Mann lebt, versteigert werden soll. Am Mittwochnachmittag hätte ein Besichtigungstermin stattfinden sollen.

Der Rentner war offenbar kein unbeschriebenes Blatt. Aufgrund verschiedener Briefwechsel habe man «eine Drohung ableiten können», sagte Könizer weiter. Deswegen riegelte die Polizei heute auch das Regierungsstatthalteramt in Nidau ab.

Bevölkerung zur Vorsicht gemahnt

Obwohl die Polizei das Haus des Mannes umstellte, gelang ihm die Flucht. «Wir suchen überall», sagte François Gaudy, Polizeichef der Region Berner Jura/Seeland.

Improvisierte Medienkonferenz der Polizei am Nachmittag in Biel

Über 100 Polizisten kämmen derzeit die Umgebung in Biel ab. Die Fahndung ist inzwischen weiter ausgedehnt worden. Im Einsatz steht die Spezialeinheit «Enzian» der Berner Kantonspolizei, verstärkt durch Spezialeinheiten aus Zürich und Basel. Dies, weil die Kantonspolizei Bern derzeit wegen des Staatsbesuchs aus Deutschland nicht genügend Mann zur Verfügung habe.

Polizist schwer verletzt

Der 67-Jährige hatte sich am Mittwochnachmittag in seinem Haus verschanzt. In der Nacht auf Donnerstag, kurz nach 1 Uhr, war er plötzlich aus dem Haus gekommen und gab mehrere Schüsse auf die Polizisten ab.

Ein Beamter wurde aus nächster Nähe am Kopf getroffen.Der Polizist sei nach der Operation ausser Lebensgefahr, teilte die Kantonspolizei Bern mit.

Der Mann hatte am Mittwoch bereits aus dem Haus heraus geschossen. Verletzt wurde dadurch aber niemand, wie die Kantonspolizei Bern gegenüber der «Tagesschau» erklärte.

Quartier evakuiert, Schule zu

Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Gebäude des Quartiers in der Nähe des Bieler Stadtzentrums evakuiert. Am Morgen wurde auch die Schule des Quartiers geschlossen. Die Schüler, die nicht nach Hause zurückkehren konnten, wurden in der Turnhalle versammelt. Am Abend wurde die Absperrung des Lindenquartiers wieder aufgehoben. Die Evakuierten konnten wieder nach Hause zurückkehren. Am Freitag sollen auch die Schulen wieder geöffnet sein.

(sf/sda/kokb/godc)

Kommentare aktiv...

R. Graf, Züri West
(kingskid Mann)
Verfasst am: 10.9.2010 9:56

was wäre wenn ...

Stellt euch vor der Mann wäre ein... mehr

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P. Stauffer, Bern
(pedro-49 Mann)
Verfasst am: 10.9.2010 6:42

Polizeiausbildung

Gebt diesem Mann ein Job bei der Polizei um... mehr

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A. Krause, Luzern
(bond77 Frau)
Verfasst am: 10.9.2010 4:40

bond77

Es ist schon schockierend wie viele Sympatien der... [1]  mehr

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