Schweiz
Wulff in der Schweiz: Zwei Menschenbilder prallen aufeinander
«Noch werden keine Friedenspfeifen geraucht, aber das Kriegsbeil wird begraben.» So charakterisiert die Unternehmens- und Politikberaterin Gertrud Höhler die aktuellen Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland anlässlich des Staatsbesuchs. Im Steuerstreit gebe es eine Entspannung, dennoch ortet sie tief liegende Dissonanzen zwischen den beiden Ländern.
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Im Steuerstreit zeichne sich eine Zwischenlösung ab, erklärt Höhler gegenüber der «Tagesschau». Beide Seiten haben etwas durchsetzen können. Die Kavallerie-Drohungen und Indianer-Ideen gehörten der Vergangenheit an. Die Schweiz könne zufrieden sein, dass auch die Abgeltungssteuer im neuen Paket enthalten ist.
Laut Höhler gehen die Probleme aber tiefer: Die Schweiz und Deutschland hätten ein sehr unterschiedliches Demokratieverständnis. «Es prallen zwei Menschenbilder aufeinander; und damit verbunden zwei Arten des Selbstverständnisses.»
Misstrauen gegenüber dem Staat
Die Deutschen können am Beispiel der Schweiz sehen, was ihnen abhanden gekommen sei: Dass der Staat die Bürger in seine Entscheidungen einbezieht. «Das sind die verborgenen Dissonanzen, die bestehen bleiben.» Wenn man einer Regierung erlaube, dass sie mit Kriminellen paktiert – das sei ein Verständnis, das den Schweizern fremd sei. Es basiert auf einem Misstrauen des Staates gegenüber dem Bürger. Und genau das sei das Problem in Deutschland.
Wulff auf Staatsbesuch in der Schweiz
Nach seiner Ankunft auf dem Flughafen Zürich fährt Christian Wulff gemeinsam mit Bundespräsidentin Doris Leuthard in einem Extrazug nach Bern, wo er mit militärischen Ehren empfangen wird. Nach einem offiziellen Gespräch mit Leuthard steht ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern auf dem Programm. Am Donnerstag will der Bundespräsident die Technische Hochschule in Lausanne besuchen und in der Zürcher Universität an einer Podiumsdiskussion teilnehmen. (Mehr dazu)
(sf/sprm)
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