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Dreckiges Uran aus Russland für Schweizer AKW

Daniel Mennig
Mittwoch, 8. September 2010, 18:11 Uhr, Aktualisiert 22:55 Uhr

Die Atomkraftwerke Gösgen und Beznau setzen rezykliertes Uran ein. Das soll besonders umweltfreundlich sein. Doch die «Rundschau» hat herausgefunden: Die Wiederaufbereitung in Russland geschieht an einem der am meisten radioaktiv verseuchten Orte Russlands, in Mayak. In der «Rundschau» bestätigt Axpo-CEO Manfred Thumann, dass in Gösgen und Beznau Uran aus Mayak verwendet wird.

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08.09.10 Rundschau: Dreckiger Atomstrom

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«Mayak ist wahrscheinlich der dreckigste Ort weltweit für die Vorstufen von Brennelementen.» So das vernichtende Urteil von Stefan Füglister. Er hat im Auftrag von Greenpeace monatelang über die Uranbeschaffung der Schweizer AKW recherchiert und herausgefunden: An diesem radioaktiv verseuchten Ort wird auch Uran für die Schweiz aufbereitet.

Stefan Füglister, Atom-Experte im Auftrag von Greenpeace

Das bestätigt Fabian E. Jatuff, Leiter Kernbrennstoff des Kernkraftwerks Gösgen erstmals im Interview mit der «Rundschau». Gösgen verwende rezykliertes Uran aus abgebrannten Brennstäben der Schweiz, das mit rezykliertem Uran aus Russland angereichert werde. Das russische Material werde in Mayak aufbereitet.

Fabian E. Jatuff, KKW Gösgen

Auch das AKW Beznau bezieht wieder aufbereitetes Uran aus Russland. Das bestätigt Axpo-Chef Manfred Thumann.

Mayak ist für Besucher Sperrzone

Mayak ist eine Stadt im Südural, samt Atomanlage. 1957 explodierten dort Tanks mit radioaktiven Abfällen. Gegen 300'000 Menschen wurden sehr hohen Dosen radioaktiver Strahlung ausgesetzt.

Das ganze Gebiet ist für westliche Besucher immer noch Sperrzone. Heute wird hier Uran aus Antrieben stillgelegter Atom-U-Boote wieder aufbereitet. Die radioaktive Kontaminierung der Umgebung geht weiter. Das haben Recherchen von Greenpeace Russland ergeben.

Viele Bewohner sterben an Krebs

Insbesondere den Fluss Techa kontaminieren radioaktive Abwässer aus der Atomanlage. Der Fluss versorgt zahlreiche Dörfer in der Gegend. Messungen des französischen Forschungslabors Criirad bestätigen: Das Wasser ist stark durch Tritium, und die Ufererde durch Cäsium 137 kontaminiert.

Damit kommt es auch zu einer Übertragung auf die Nahrungskette. «Das ist ein nuklearer Abfalleimer, mitten in der Natur», stellt Christian Courbon vom Criirad konsterniert fest.

Auffallend viele Bewohner sterben an Krebs. Die lokalen Behörden verharmlosen das Problem.

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Auf dem heissen Stuhl der «Rundschau»: Axpo-Chef Manfred Thumann

Uran-Handel findet im Dunkeln statt

Rund die Hälfte des weltweit in Atomkraftwerken verbrauchten Urans stammt aus der Wiederaufbereitung von Uran-Brennstäben. Wie die AKWs ihre Lager genau füllen, ist nicht nachvollziehbar. Mehr...

Kommentare aktiv...

V. Neu, Klingnau
(v.neu Frau)
Verfasst am: 12.9.2010 11:16

UNGERECHTIGKEIT

Ich muss zuerst sagen, dass ich ein Laie bin und... mehr

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H. Wach, Luzern
(sfpluto1 Mann)
Verfasst am: 11.9.2010 1:45

Der alternative Strom aus AKW war und ist ein Irrweg

Gratulation! Endlich Mut zur Aufklärung gegen... mehr

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C. Wasserfallen, Bern
(c.wasi Mann)
Verfasst am: 10.9.2010 11:03

Schweiz sollte selber mit gutem Beispiel vorangehen statt zu kritisieren

Die Schweiz sollte hier nicht zu sehr die anderen... [1]  mehr

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