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Die Schweiz und die wilden Tiere

Mittwoch, 8. September 2010, 12:02 Uhr

«Wolf reisst Schafe im Wallis», «Bauer erschlägt Luchs», «Politiker fordern: Tötet den Bären!» - Die Rückkehr der Raubtiere stellt den Bund vor grosse Herausforderungen. Der Spagat zwischen Natur- und Viehschutz ist kaum zu bewältigen. Jüngste Beispiele zeigen es.

Noch im 18. und 19. Jahrhundert wurden Wölfe, Bären und Luchse in der Schweiz generalstabsmässig verfolgt und ausgerottet; nun sollen sie hier wieder heimisch werden. Die Schweiz betreibt seit fast 30 Jahren eine Politik der Wiederbesiedlung. Die Grenzen stehen den Tieren jederzeit offen.

Bild Problembär «JJ3»
Bär «JJ3» war 2008 zu neugierig - er musste sterben. pd

1 Bär, 18 Wölfe und unzählige Luchse

Laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) leben mittlerweile ungefähr 18 Wölfte in der Schweiz. Der Bund hilft mit, dem Wolf mindestens die Existenz zu sichern. Der Luchs wird seit Jahrzehnten aktiv angesiedelt. Allein im Jura befinden sich knapp 40 Raubkatzen. Ausserdem wird in Graubünden noch immer ein Bär vermutet.

Der Bund zahlt

Was sich wie ein archaisch-romantisches Projekt anhört, ist in Wirklichkeit stets den Sicherheitsansprüchen unserer modernen Zivilisation ausgesetzt. Damit die Wildtiere keine Schaden anrichten, subventioniert der Bund Schutzhunde für Schafe oder den Kauf von Zäunen.

Zu viele Schafe und unlängst auch Kälber wurden von den Raubtieren gerissen. Seit Juni haben Wölfe beispielsweise alleine im Wallis mehr als 20 Schafe und drei Rinder gerissen. 2009 wurden schweizweit über 350 Nutztiere von Wölfen getötet, wie die folgende Grafik zeigt.

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In der Schweiz als Wolfsrisse entschädigte Nutztiere 1998-2010 Quelle: kora

Das Grossraubtier ist vom Bund nur geduldet, solange sich der Zweibeiner nicht daran stört. Schnell wird das Wildtier zum Abschuss freigegeben. Beispiele gab es auch in der jüngsten Vergangenheit:

Bär «JJ3»

Im April 2008 wurde in Graubünden der allzu neugierige Bär «JJ3» von Jägern abgeschossen. «JJ3» hatte sich in den Wochen zuvor seine Nahrung systematisch in menschlichen Siedlungen gesucht. Ein zweiter Bär wird heute noch immer im Gebiet Engadin-Münstertal vermutet. Er verhält sich bislang sehr unauffällig.

Bär «JJ3» ist tot (Schweiz aktuell)

Walliser Wolf

Am 11. August 2010 töteten Wildhüter auf der Alpe Scex im Wallis einen Wolf. Das Grossraubtier wurde zuvor nach Angriffen auf Schafe und Kälber zum Abschuss freigegeben. Beim Abschuss soll sich der Wolf in der Nähe einer Rinderherde aufgehalten haben.

Walliser Wolf ist tot (Schweiz aktuell)

(sf/widb)

Kommentare aktiv...

A. Gafner, Kallnach
(Albert-Friedrich Mann)
Verfasst am: 8.9.2010 20:36

Der Wolf in der Schweiz

Nach einer Umfrage freuten sich angeblich ¾ der... [1]  mehr

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J. Schwendener, Buchs
(jsmail Mann)
Verfasst am: 8.9.2010 17:49

Schweizer Probleme

Es ist schon lachhaft mit was für Problemen sich... mehr

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