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Dem Wolf geht es an den Pelz

Mittwoch, 8. September 2010, 12:01 Uhr

Im Wallis hat der Wolf diesen Sommer für erhitzte Gemüter gesorgt. Ab kommender Woche wird er in der Herbstsession auch Bundesbern beschäftigen. Der Nationalrat wird sich mit nicht weniger als 14 Vorstössen befassen, die sich um das Raubtier drehen.

Bild Toter Walliser Wolf.
Wenn sich die Wolfsgegner durchsetzen, könnten die Wölfe in der Schweiz in Zukunft noch schneller vor die Flinte geraten. keystone

Einer der Hauptfeinde des Wolfes in der Schweiz ist der Walliser Ständerat Jean-René Fournier (CVP). Er hat eine Motion eingereicht, die die Berner Konvention (Artenschutzabkommen von 1980) ändern und der heutigen Situation anpassen soll.

«Rundschau», 08.09.10: Schlechte Zeiten für den Wolf im Wallis

Der Wolf soll so von der Liste der streng geschützten Tierarten genommen und ein schnellerer Abschuss ermöglicht werden.

«In Bern haben die keine Ahnung davon, in welch schwieriger Situation die Schafzüchter sind»
Jean-René Fournier, Ständerat CVP

Die bisherigen Vorgaben aus Bern sind in seinen Augen ungenügend: «Bern ist oft weit weg von der Realität hier vor Ort. Besonders, was den Wolf angeht. Wir sind überzeugt, dass die uns in Bern nicht verstehen. Wir vor Ort haben immer wieder den Schaden durch den Wolf. In Bern haben die keine Ahnung davon, in welch schwieriger Situation die Schafzüchter hier sind.»

Die Schweiz und die wilden Tiere

Die Rückkehr der Raubtiere stellt den Bund vor grosse Herausforderungen. Der Spagat zwischen Natur- und Viehschutz ist kaum zu bewältigen. Jüngste Beispiele zeigen es. Mehr dazu im Artikel Die Schweiz und die wilden Tiere.

Wahlkampf auf des Wolfes Rücken

Mehr als 20 Schafe und drei Rinder haben Wölfe seit Juni im Wallis gerissen. Der jüngste Fall hatte schliesslich den Ausschlag für die Abschussgenehmigung gegeben. Die Wolfsgegner fordern jetzt ein Verfahren, das einen schnelleren Abschuss ermöglicht.

«Das ist ein einfaches Spiel, da wird jetzt Stimmung gemacht um Stimmen zu fangen»
Ralph Manz, Geschäftsführer WWF Oberwallis

Für Ralph Manz, Geschäftsführer vom WWF Oberwallis wird mit den Wölfen Wahlkampf betrieben. Die berechtigte Wut der Schäfer würde missbraucht. «Es tut einem weh, wenn man sowas sieht. Wenn man weiss, wieviel Arbeit ein Schäfer hat. Das hat natürlich die Politiker auf den Plan gerufen. Das ist ein einfaches Spiel, da wird jetzt Stimmung gemacht um Stimmen zu fangen», sagte er gegenüber der «Rundschau».

Das Gesetz interpretieren

Der Wolfsgegner Jean-René Fournier hatte 2006 trotz einer Einsprache mit automatischer aufschiebender Wirkung einen Abschuss genehmigt. Heute, vier Jahre später, laufen deswegen Ermittlungen gegen ihn. Der Ständerat sieht sein grünes Licht für den Abschuss von 2006 gerechtfertigt: «Ich wusste damals, dass man das auf unterschiedliche Art interpretieren kann. Ich habe die Interpretation ausgesucht, die mir in dem Moment das Problem am besten zu lösen schien. Schliesslich hatten wir hier eine Menge besorgter Schafzüchter und erhebliche Schäden durch den Wolf.»

Der Nationalrat wird in seiner Herbstsession die Motionen zum Thema Wolf behandeln. Wenn sich die Wolfsgegner durchsetzen, könnten die Wölfe in der Schweiz in Zukunft noch schneller vor die Flinte geraten.

(sf/widb)

Kommentare aktiv...

R. Rezzoli

Verfasst am: 9.9.2010 11:40

Tote Schaffen

Die meisten Schafen Sterben von: Abstürze... mehr

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R. Rezzoli

Verfasst am: 9.9.2010 11:35

Politikcampagne

Ich Finde daneben das der Wolf wird in Wallis als... mehr

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U. Rothenbuehler, Bern
(Arcus5 Mann)
Verfasst am: 8.9.2010 22:19

Verhältnismässigkeit..?

Da fragt man sich schon über die... [1]  mehr

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