International
Uran-Handel findet im Dunkeln statt
Rund die Hälfte des weltweit in Atomkraftwerken verbrauchten Urans stammt aus der Wiederaufbereitung von Uran-Brennstäben. Wie die AKWs ihre Lager genau füllen, ist nicht nachvollziehbar. Auch in der Schweiz gibt es dafür keine Deklarationspflicht, weiss Atomexperte Stefan Füglister.
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Entweder läuft der Handel über Brennstofflieferanten oder über ein paar grosse Händler, erklärt Stefan Füglister gegenüber «tagesschau.sf.tv». Füglister ist seit Jahrzehnten unabhängiger Atom-Spezialist.
Das Ursprungsland gäben die AKWs zwar an, allerdings ohne genaue Bezeichnungen der Mine. «Das Problem ist die fehlende Tansparenz», so Füglister. Es existiere keine Deklarationspflicht. Und etwa Länder wie Russland oder Kasachstan liessen sich keine Umweltstandards vorschreiben.
Dreckiges Uran für Schweizer AKW
Uran für die Atomkraftwerke Gösgen und Beznau wird in Russland rezykliert. Die Wiederaufbereitung geschieht in Mayak - einem der am meisten radioaktiv verseuchten Orte Russlands. Das zeigt ein Beitrag der «Rundschau».
Gemäss der Internationalen Atomenergie Behörde stammt das Uran in Schweizer Reaktoren aus folgenden Ländern (Stand 2005).
Uran-Import in die Schweiz
| Australien |
| Kanada |
| ehemalige Sowjetunion |
| Gabun |
| Südafrika |
Eine aktuellere Liste gibt es nicht. Sie wiederspiegle den heutigen Stand trotzdem einigermassen, so Füglister. Einzelne bekannte Wechsel habe es aber gegeben: «Heute kommt viel Uran aus Kasachstan. Und die Minen in Gabun sind unterdessen zu. Dafür ist Niger im Geschäft.»
10-Jahresvertrag mit Russland abgeschlossen
Weil die Schweiz über keine eigenen Uranminen verfügt, ist sie vollständig von Lieferungen aus dem Ausland abhängig.
Einzelne Werke deklarieren laut dem Atomexperten, wovon sie ihre Brennstoffe beschaffen. Die Atomkraftwerke Gösgen und Beznau etwa bezögen ihre Brennelemente von russischen Wiederaufbearbeitungs-Anlagen. Zudem beschafften sie plutoniumhaltige Brennelemente aus Belgien und Frankreich.
Leibstadt und Mühleberg bezögen Brennelemente aus den USA. Allerdings habe Leibstadt soeben einen 10-Jahresvertrag abgeschlossen mit einer russischen Exportfirma, so Füglister. Mühleberg etwa beziehe es auf dem «offenen Markt», sagt er weiter.
Weltweit wird an folgenden Orten Uran gefördert.
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Primäre Uranquellen
Die weltweit wichtigsten Uran-Lieferländer.
Quelle: Greenpeace Schweiz
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Die Weltproduktion hat sich bei etwa 40‘000 Tonnen Uran jährlich eingependelt. Gesamthaft verbrauchen die AKWs weltweit aber jedes Jahr 70‘000 Tonnen. Die übrigen 30‘000 werden alle aus Sekundärquellen bereitgestellt.
Sekundäre Uranquelle
Unter Sekundärquellen versteht man Ressourcen, welche nicht unmittelbar dem Abbau von Natururan entspringen. So werden etwa abgebrannte Uran-Brennstäbe von Schiffreaktoren wiederaufbereitet. Die abgebrannten Brennstäbe sind voller Spaltprodukte. In einem komplizierten Prozess werden Uran und Plutonium wieder separiert.
Durch solche Prozesse entstehen Millionen Liter von radioaktiven Flüssig-Abfällen. Diese werden dann laut Füglister in die Gewässer geleitet. So wie bei der Uran-Aufbereitung im russischen Mayak.
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G. Bossert, Safenwil
)
(GaBo
Verfasst am: 9.9.2010 13:34
Diese Wahrheit wird weg ignoriert,
ABER sie wird Verantwortliche zur Reflektion... mehr
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M. Steiner, Winterthur
)
(Mikey
Verfasst am: 9.9.2010 9:12
Morgenluft
Dass Atomkraft im Zuge des Mobilitätswandels und... [1] mehr
Zustimmen — 12 Leser sind auch dieser Meinung.
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F. Frei, Buriram
)
(thaifritz
Verfasst am: 9.9.2010 7:22
Das wird alles extrem verdünnt
Was ist schon eine Million Liter? Bei einem 30m... mehr
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