International
Chilenische Minenarbeiter hören bereits Rettungsbohrer
Für die in einer Mine in Chile eingeschlossenen Bergleute gibt es ein weiteres kleines Zeichen der Hoffnung: Seit kurzem hören sie Bohrgeräusche von den Rettungsbohrern. Bis zur endgültigen Rettung dürfte es aber noch mindestens sechs Wochen dauern. Derweil sorgen sich Fachleute immer mehr um die Gesundheit der Eingeschlossenen.
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Die Bohrarbeiten zur Rettung der seit dem 5. August in 700 Metern Tiefe verschütteten chilenischen Bergleute kommen offenbar gut voran. Der erste der beiden eingesetzten Rettungsbohrer ist auf 126 Meter Tiefe vorgedrungen. Die 33 Eingeschlossenen können offenbar bereits die Bohrgeräusche hören. «Sie sind glücklich, weil sie merken, dass es vorangeht», sagte Ingenieur Rene Aguilar.
Das Bohrloch ist vorerst aber nur 30 Zentimeter gross. Um die Bergleute retten zu können, muss es später auf 70 Zentimeter erweitert werden. Der zweite Bohrer soll den bereits bestehenden Versorgungsschacht von derzeit zwölf Zentimetern vergrössern.
Den Einsatzkräften zufolge könnten die Bergleute in einem «optimistischen Szenario» frühestens in sechs Wochen gerettet werden. Die Rettung könnte sich aber auch bis Dezember hinauszögern.
Fachleute sorgen sich um Gesundheit
Wegen der hohen Temperaturen (30 Grad) und der hohen Luftfeuchtigkeit (88 Prozent) sind die Eingeschlossenen grossen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Laut Fachleuten können bereits kleine Kratzer oder Wunden zu schwerwiegenden Infektionen führen. Die Bergleute seien daher angewiesen worden, extrem vorsichtig zu sein, sagte Chiles Gesundheitsminister Jaime Manalich.
Zwei der Bergleute müssen bereits mit Medikamenten behandelt werden. Einer der Bergleute erhält Antibiotika wegen starken Zahnschmerzen, der andere wird wegen erhöhten Blutdrucks behandelt, wie die Rettungskräfte mitteilten. Der Arbeiter litt bereits vor dem Unglück unter erhöhtem Blutdruck.
Fussball als Abwechslung
Für Abwechslung sorgte gestern im Schacht das Fussballspiel Ukraine – Chile. Es wurde durch den Versorgungsschacht über eine Fiberglasleitung auf einen kleinen Bildschirm übertragen.
Besondere Freude daran dürfte der eingeschlossene Franklin Lobos gehabt haben. Er war Anfang der 80er-Jahre selber Fussball-Profi. - Chile verlor das gestrige Freundsschaftsspiel mit 2:1.
(sda/ap/vaid)
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