International
9/11-Gedenken: Fundamentalistische Christen rufen zur Koranverbrennung auf
Zum Jahrestag des Terrorangriffs auf die Twin-Towers in New York hat eine kleine Christengruppe in Florida zur Koranverbrennung aufgerufen. Ein US-Regierungssprecher hat verurteilt, das Aussenministerium spricht von «unamerikanischen und respektlosen Provokationen».
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Die Kirchengemeinde war bereits im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, nachdem sie T-Shirts mit der Aufschrift «Der Islam stammt vom Teufel» verteilte. Der Aufruf zur Koranverbrennung am kommenden Samstag hat nun zu heftiger Kritik von Politik und Kirche geführt. Sogar der Vatikan hat sich zu Wort gemeldet.
Aufruf gefährdet US-Truppen in Afghanistan
Die Nato und führende US-Militärs haben eindringlich vor den Folgen einer geplanten Koran-Verbrennung gewarnt. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte am Dienstag in Washington, solche Aktionen widersprächen völlig «allen Werten, für die wir stehen und für die wir kämpfen».
Am Vortag hatte auch der Kommandeur der US- und Nato-Soldaten in Afghanistan, David Petraeus, die geplante Koran-Verbrennung verurteilt. «Es könnte die Truppe gefährden, und es könnte den ganzen Einsatz gefährden», erklärte er. Nun doppelte der Sprecher von US-Präsident Obama nach und warnt eindringlich: «Jede solche Aktion, die unsere Soldaten in Gefahr bringt, stellt für die Regierung eine Besorgnis dar». US-Aussenministerin Hillary Clinton kritisiert an einem Dinner zum Ende des Ramadans das Vorhaben als «respektlos» und «schändlich».
Das Dove World Outreach Center in Gainesville in Florida hatte angekündigt, am Samstag anlässlich des 9/11-Jahrestags ein Exemplar des Korans zu verbrennen.
Der Pastor der 50 Mitglieder zählenden evangelikalen Gruppe, Terry Jones, sagte, er werde an dem Vorhaben festhalten. Die Gemeinde nehme die Bedenken von Petraeus zwar «ernst», sei aber «fest entschlossen». Ziel sei eine «klare Botschaft» an radikale Islamisten, dass ihre Drohungen nicht toleriert würden.
Weltweite Proteste
In der afghanischen Hauptstadt Kabul waren am Montag rund 200 Menschen aus Protest gegen die Pläne der christlichen Fundamentalisten auf die Strasse gegangen und skandierten «Tod Amerika». Im Januar hatten Gerüchte über eine Koran-Schändung durch US-Soldaten dort zu tödlichen Krawallen geführt.
(agenturen/blur)
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