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Temporärfirmen im Aufwind

Dienstag, 7. September 2010, 20:24 Uhr

Auf Veränderungen im Arbeitsmarkt reagieren besonders die Temporärfirmen sensibel. Diese Branche ist im Aufwind. Denn auf der einen Seite stellen die Unternehmen zwar wieder Leute ein. Einige sind aber trotz besserer Aussichten noch vorsichtig und setzen auf Temporärstellen. Auf der andern Seite ist eine Stelle auf Zeit für viele Arbeitslose ein Weg zurück in die Arbeitswelt.

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Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ist im August auf fast 18'000 gestiegen. Die Temporärfirmen rekrutieren Personal über alle möglichen Kanäle, so auch über die sozialen Netzwerke Facebook oder XING.

Früh einstellen, früh wieder entlassen

Die Personalvermittler haben zum Teil grosse Mühe, die gewünschten Fachkräfte zu finden. So erklärt Michael Agoras, Länderchef Schweiz bei Adecco, gegenüber «10vor10»: «In Forschung und Entwicklung werden viele Fachkräfte gesucht, so etwa im Grossraum Basel und Genf. Gesucht werden aber auch Finanzspezialisten. Überall dort wo hohe Qualifikationen gesucht werden, gibt es Engpässe.»

Tiefe 3,6 Prozent beträgt die Arbeitslosigkeit in der Schweiz. Einer der günstigen Faktoren ist ein flexibler Arbeitsmarkt. Serge Gaillard vom Staatssekretariat für Wirtschaft sieht eine wichtige Rolle der Temporärfirmen als Konjunkturpuffer. Die zwei Branchen, Bau und Industrie, hätten hohe Belegschaften, viele Festangestellte. Die Spitzen bei Hochkonjunktur deckten sie mit Temporärkräften ab, die dann aber auch als erste wieder arbeitslos würden.

Jugendliche haben gute Chancen

Flexibilität werde aber auch für andere Unternehmen immer wichtiger, sagt der Branchenverband der Temporärfirmen, Swissstaffing. Heute arbeiten nur 1,7 Prozent der Schweizer temporär - gerechnet auf Vollzeitstellen. In zehn Jahren sollen es vier bis fünf Prozent sein, so die Prognose von Swissstaffing.

Über Temporärfirmen findet rund die Hälfte der Arbeitslosen zurück in den Arbeitsmarkt. Gerade für junge Erwachsene haben sie eine wichtige Brückenfunktion. Sie können optimistisch sein, denn die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz ist sehr tief. Die meisten Jungen haben eine gute Ausbildung, und deshalb gute Chancen auf eine feste Stelle.

(sf/fasc)

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