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Altenpflege: Harte Belastungsprobe für Angehörige

Dienstag, 7. September 2010, 11:00 Uhr

In der Schweiz investieren Angehörige bis 64 Stunden pro Woche in die Pflege von älteren Familienmitgliedern - viel mehr als sie eigentlich möchten. Das zeigt die Studie «SwissAgeCare 2010», welche im Auftrag des Spitex Verbands Schweiz durchgeführt wurde.

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Noch immer ist die Pflege von älteren Menschen in Frauenhand. Zwei Drittel der pflegenden Angehörigen sind Frauen, die zur Hälfte den Partner und zu einem weiteren Drittel einen Elternteil umsorgen.

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Wen die Frauen pflegen (in Prozent) Quelle: SwissAgeCare 2010

Das Drittel Männer pflegt mehrheitlich Partnerinnen. 61 Prozent der Befragten kümmern sich um die Ehepartnerin, 34 Prozent um die eigenen Eltern.

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Wen die Männer pflegen (in Prozent) Quelle: SwissAgeCare 2010

Die Hauptmotive für die Betreuung sind vor allem Liebe und Zuneigung, aber auch Mangel an Alternativen und finanzielle Überlegungen.

Pflegende Angehörige investieren in die Betreuung pro Woche zwischen 64 Stunden (als Partner und Partnerinnen) und 26 Stunden (als Söhne und Töchter). Damit nimmt die Betreuung fast doppelt so viel Zeit in Anspruch, wie es die Angehörigen möchten. Das Pflege-Verhältnis dauert im Schnitt rund sechs Jahre

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Wöchentlicher Zeitaufwand für die Pflege Ist-Zustand / Wunsch-Zustand Quelle: SwissAgeCare 2010

Bei der Hälfte der Söhne wirkt sich die Pflegesituation nicht auf den Beruf aus. Anders bei den Töchtern: Über die Hälfte reduzierte ihr Arbeitspensum, 16 Prozent gaben ihren Beruf ganz auf.

Stéphanie Mörikofer-Zwez, Präsidentin Spitex, zum 64-Stunden-Pensum der Angehörigen.

Interview mit Stéphanie Mörikofer-Zwez, Präsidentin Spitex

Tagesbetreuung gefordert

Partnerinnen und Partner leiden am stärksten unter der körperlichen und psychischen Belastung. Nach eigener Einschätzung bräuchten vor allem pflegende Töchter noch vor den pflegenden Partnern und Partnerinnen eine Auszeit. Dringend benötigt werden laut der Studie flexible Entlastungsmöglichkeiten wie Tagesbetreuung, Übergangspflege, Nacht- und Ferienbetten.

«SwissAgeCare 2010»

Die Studie «SwissAgeCare 2010» wurde von Forschungsteams der Universitäten Bern (Prof. Pasqualina Perrig-Chiello, Dr. Brigitte Schnegg) und Zürich (Prof. François Höpflinger) erstellt. Die Wissenschaftler untersuchten in den letzten eineinhalb Jahren in der Deutschschweiz Motivation, Probleme, Ressourcen und Wünsche von Angehörigen, die ältere Menschen zuhause pflegen sowie von Spitex-Fachleuten. Die Informationen wurden mittels Fragebogen bei einer repräsentativen Stichprobe von insgesamt 745 Personen erhoben.

Gute Noten für Spitex

Die Non-Profit-Organisation Spitex wird in der Studie «SwissAgeCare 2010» gut bewertet. Die pflegenden Angehörigen sind im Allgemeinen mit ihr sehr zufrieden. Wichtig sind ihnen insbesondere die Verfügbarkeit der Spitex zur rechten Zeit, sowie Würde und Respekt im Umgang mit den Pflegebedürftigen. Kritikpunkte sind häufiger Personalwechsel und fehlende Zeit.

Aufgaben der Spitex

Die Spitex, Abkürzung für «spitalexterne Hilfe und Pflege», hilft vor allem bei der Körperpflege und bei der Behandlungspflege. Hauswirtschaftliche Spitex-Leistungen werden nur von einem kleinen Teil der Pflegebedürftigen bezogen. 2008 bezogen in der Schweiz 211'000 Personen oder 3 Prozent der Gesamtbevölkerung Spitex-Leistungen. Gut ein Fünftel der zuhause lebenden über 84-Jährigen benützt regelmässig die Spitex.

Studienleiterin Prof. Perrig-Chiello analysiert die Ergebnisse

Die Studie «SwissAgeCare 2010» zeigt auch die mögliche Entwicklung im Pflegebereich auf. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung wird insgesamt mit einem wachsenden Bedarf an stationärer und ambulanter Pflege gerechnet. Gleichzeitig dürften der medizinisch-technische Fortschritt, die steigenden Spitalkosten und der erhöhte Spardruck die Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich verstärken. Somit dürften die Pflegeaufgaben für die Spitex noch anspruchsvoller werden.

Die Spitex könnte sich laut der Studie stärker mit anderen Institutionen vernetzen, pflegerisch-betreutes Wohnen und flexible Entlastungsmöglichkeiten anbieten und die Weiterbildung und Schulung der Spitex-Mitarbeitenden verbessern.

Altenpflege: Erfahrungen vom Ehepaar Berger aus Baden

(sf/widb)

Kommentare aktiv...

R. Burkhardt, Hadsund
(Overgaard Mann)
Verfasst am: 7.9.2010 13:38

Gott sei Dank...

... wissen viele Schweizer/Innen noch, was... mehr

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E. Verena, Zürich

Verfasst am: 7.9.2010 12:10

Zweifel

Ich habe Zweifel an der Echtheit dieser... mehr

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E. Verena, Zürich

Verfasst am: 7.9.2010 11:48

Normalität

Ich habe meine Mutter bis zu Tode begleitet und... [1]  mehr

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