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Zweite Rettungsbohrung für verschüttete Kumpel in Chile
Ein Monat nach dem Bergwerksunglück in Chile hat die Bohrung eines zweiten Rettungsschachtes für die 33 verschütteten Bergleute begonnen.
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Trotz dieser zweiten Bohrung, den die chilenischen Behörden «Plan B» nennen, wird nicht erwartet, dass die eingeschlossenen Männer früher als bisher geplant aus ihrem Gefängnis unter der Erde befreit werden können. Vermutlich werde es Anfang Dezember, sagte der chilenische Bergbauminister, Laurence Golborne.
«Plan B», sei bislang sehr erfolgreich. Bereits sei es gelungen auf eine Tiefe von 26 Metern vorzudringen.
Stärkerer Bohrer kommt
In den kommenden Tagen werde ein drittes Bohrgerät an der Kupfer- und Goldmine San José in der Atacama-Wüste etwa 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago erwartet, hiess es weiter.
Dieser Bohrer sei wesentlich grösser und stärker als die beiden anderen Bohrer. Um alle Teile zu der Mine zu bringen, seien 42 Lastwagen notwendig, berichtete das chilenische Fernsehen.
Auch der Aufbau werde einige Zeit in Anspruch nehmen. Wenn der Bohrer aber erst einmal einsatzbereit sei, könne er viel schneller als die anderen beiden Geräte vorankommen.
In einer Kapsel nach oben
«Plan A», wie die erste Bohrung genannt wird, läuft seit einer Woche und ist inzwischen in 90 Metern Tiefe angelangt.
«Erstmals gelang es der Rettungsmannschaft 15 Meter in 12 Stunden in die Tiefe zu bohren», sagte Bergbauminister Golborne weiter. «Plan A» laufe damit erwartungsgemäss.
Nun werde weitergebohrt bis die 700-Meter-Marke erreicht sei. Danach werde die Verbreiterung des Schachtes in Angriff genommen.
Unterstützung von oben
Sobald einer der Rettungsschächte auf etwa 60 bis 70 Zentimeter erweitert ist, sollen die Kumpel in einer Kapsel an die Oberfläche gezogen werden. Da jede Kapsel zwischen einer halben und einer Stunde für die 700 Meter brauchen wird, soll sie mit Sauerstoff, Wasser, Lebensmitteln, Licht und einer Gegensprechanlage ausgestattet werden.
Mit Gesängen und Sprechchören erinnerten Angehörige der 33 verschütteten Bergleute am Sonntag an das Minenunglück vor genau einem Monat.
Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, stiegen sie anschliessend mit Bergbauminister Golborne auf einen Hügel und hissten dort zu Ehren der verschütteten Bergleute entsprechend ihrer Nationalitäten 32 chilenische und eine bolivianische Flagge.
Die Erinnerung an die Verschütteten sei nicht verblasst, sagte der Minister. Er verlas ihre Namen, nach jedem der Namen erschallten «Viva»-Rufe der Angehörigen.
Moralische Unterstützung erhielten die Kumpel am Sonntag von ihren Angehörigen. Per Videotelefon konnten sie mit ihren Liebsten telefonieren.
(sf/sda/godc)
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