Wirtschaft
Bei Precious Woods wird das Geld bedrohlich knapp
Die Schweizer Tropenholz-Firma Precious Woods präsentiert einen verheerenden Halbjahresbericht. Die flüssigen Mittel nehmen rasant ab. Nun will die Firma aus dem Verkauf von Aktiven schnell Cash generieren.
Das Wirtschaftsmagazin «ECO» hatte vor einem Jahr als erstes Medium über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Precious Woods berichtet. Im Sommer 2009 hatte die Firma Kreditbedingungen verletzt und stand in schwierigen Verhandlungen mit ihren Banken.
Im Sommer 2010 noch Zuversicht
Kurz nachdem «ECO» die Probleme aufgedeckt hatte, trat der damalige Konzernchef von seinem Amt zurück. An seine Stelle trat interimistisch Verwaltungsratspräsident Ernst Brugger. Er versprach, die Probleme zügig anzugehen. Im Frühling 2010 sagte er, die Sanierung der Firma sei zu 80 Prozent durchgezogen. In einem Interview mit der Zeitung Finanz & Wirtschaft liess er sich noch Mitte Juli zitieren: «Der Verwaltungsrat und ich sind zuversichtlich.» Brugger erwog gar einen Ausbau im Kongo, der den Umsatz verdoppeln würde.
Umsatz fällt
Und nun das: Der Umsatz im ersten Halbjahr 2010 fiel gegenüber dem sehr schlechten Vorjahr noch einmal um 3,7 Prozent auf 39,3 Millionen Dollar. Der Betriebsverlust erhöhte sich von -3,7 Millionen auf -6,7 Millionen Dollar. Und der Cashflow aus operativer Tätigkeit lag im ersten Halbjahr 2010 bei -5,4 Millionen Dollar.
Zu Jahresbeginn verfügte Precious Woods noch über 18,8 Millionen Dollar an flüssigen Mitteln. Mitte Jahr waren es noch 6,2 Millionen Dollar. Die Firma scheint auszubluten. Dies sei nicht der Fall, meint Cornelia Gehrig, die Finanzchefin von Precious Woods. «Wir werden auch Ende Jahr noch Geld in der Kasse haben.» Dies gelte allerdings nur, sofern die Massnahmen erfolgreich umgesetzt würden. Gehrig behauptet, Precious Woods verfüge zudem über offene Kreditlinien bei Banken. Wie hoch diese Kreditlinien sind, wollte Gehrig auf Nachfrage nicht präzisieren.
Verwaltungsrats-Präsident Ernst Brugger ergänzt: «Wir sind derzeit daran, Aktiven im Wert von 18 Millionen Franken zu verkaufen. Dabei handelt es sich um Aktiven, die wir im Tagesgeschäft nicht, oder nicht mehr benötigen. Diese Verkäufe werden mittelfristig einen Zufluss an Cash generieren.» Der grösste Block sind Verkäufe von Aktiven im Brasilianischen Bundesstaat Parà im Wert von geschätzten sechs Millionen Dollar. Doch der Verkauf gestaltet sich nach Angaben von Precious Woods schwierig.
Problem Kapitalerhöhung
Abhilfe schaffen könnte eine Kapitalerhöhung. Eine solche wurde durch die Generalversammlung grundsätzlich genehmigt. Doch durchführbar ist sie zurzeit vermutlich nicht. Die Aktien von Precious Woods haben einen Nennwert von 50 Franken. Der Aktienkurs liegt im Bereich von 30 Franken. Weil neue Aktien nicht unter dem Nennwert ausgegeben werden dürfen, ist eine normale Kapitalerhöhung derzeit ausgeschlossen. Und ob sich Geldgeber finden, die anderweitig Geld einschiessen, darf nach dem Präsentation der Halbjahreszahlen bezweifelt werden.
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R. Behrend, Hamburg
)
(tucano
Verfasst am: 7.9.2010 22:05
Precious Woods schützt den Wald nicht
Leider kommt eine wissenschaftliche Studie an der... mehr
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Y. Burkhardt, Bremgarten
)
(Burkhardt
Verfasst am: 7.9.2010 7:29
Wieso kläffen alle Kommentatoren einen derartigen Mist in Bezug auf Tropenholz?
Precious Woods ist ein weltweit führendes... [1] mehr
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N. Binsberger, St. Gallen
)
(NBinsberger
Verfasst am: 7.9.2010 2:45
Richtig so.
Die Zerstörung lebenswichtiger Gemeingüter darf... mehr
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