Kultur
Sonny Rollins feiert seinen 80. Geburtstag
Sonny Rollins gilt als einer der letzten grossen Musiker aus der Gründerzeit des modernen Jazz. Er spielte mit Miles Davis, Max Roach und Clifford Brown, bevor er sich für den Alleingang entschied. Am Dienstag, 7. September, wird Rollins 80 Jahre alt.
Den Geburtstag feiert der Musiker aus Harlem mit seinen Freunden und Fans im New Yorker Beacon Theater. Den Rest des Jahres zieht Rollins Konzerthallen in Europa und Asien vor. Diesen Sommer spielte der Tenor-Saxophonist in den Niederlanden, in Italien und Norwegen. Mitte November wird er im KKL Luzern erwartet.
Zwischen den Reisen in alle Welt schöpft Rollins auf seiner kleinen Farm in Germantown, drei Stunden nördlich von Manhattan, Kraft. Dort komponiert er, spielt Tag für Tag eisern drei Stunden. Er wolle seine Musik verbessern, habe sein Ziel noch nicht erreicht, sagte er in Zeitungsinterviews.
Viel Lob von den Weggenossen
«Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit. Das ist Jazz. Daran glaube ich und so bin ich», bekräftigt Rollins. Der Sohn karibischer Eltern begann seine Laufbahn elfjährig am Klavier. Inspiriert von Coleman Hawkins entschied er sich 16-jährig für das Instrument, auf dem er zum Meister wurde. Thelonious Monk war sein Freund und Mentor.
Miles Davis, den Rollins in seinen Anfangsjahren in verschiedenen Gruppen begleitete, nannte ihn später «den grössten Tenorsaxofonisten aller Zeiten». In Chicago schloss sich Rollins dem Quintett des Schlagzeugers Max Roach und Trompeters Clifford Brown an. Nach Browns Tod 1956 begründete er seine Solokarriere.
Seitdem spielt Rollins immer wieder mit anderen Begleitern. Von seinen Aufnahmen gehören «Oleo», «Doxy» und «St. Thomas» zum Jazzstandard. Rollins' Ton ist unverwechselbar voll, robust, rau, zugleich aber subtil und nuanciert.
Er wurde schon früh von der Bebop-Revolution geprägt, belebte den strengen Bebop und Hardbop aber wiederum mit seiner karibischen Fröhlichkeit. Offen für alle Anregungen nahm Rollins klassische Themen, Filmmelodien, Pop, Rock, Soul, Funk und Fusion in seine Improvisationen mit auf.
Nach dem Erfolg der tiefe Fall
Er ist als Begleiter der Rolling Stones auf dem Album «Tattoo You» zu hören. Dabei war der Anfang alles andere als einfach. Drogensucht, ein Raubüberfall, für den er zehn Monate hinter Gittern sass, erneut Gefängnis wegen Verstosses gegen die Bewährungsauflagen. Das brachte Rollins zur Besinnung.
Er ging auf Heroinentzug und legte nach seiner produktivsten und wahrscheinlich besten Phase 1956 bis 1959 ein Sabbatical ein. In dieser Zeit spielte er oft auf der Williamsburg Bridge über New Yorks East River gegen den Verkehrslärm an. Seine Comeback-Platte hiess entsprechend «The Bridge».
In den 1960er Jahren suchte Rollins Zuflucht in der Meditation. Er lebte längere Zeit in einem Meditationszentrum, einem sogenannten Ashram, beschäftigte sich unter anderem mit dem Buddhismus.
Dass er noch heute auftreten kann, führt Rollins auf seine innere Ruhe zurück, auf Yoga-Übungen, gesunde Diät und nicht zuletzt seine Frau. 45 Jahre war er mit Lucille Pearson verheiratet. Sie war seine Managerin und Co-Produzentin. Seit ihrem Tod 2004 ist es noch einsamer um den Solokünstler geworden.
(sda/gern)
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E. Raouf, Gsteigwiler
)
(gambit
Verfasst am: 6.9.2010 23:13
schliesse mich an
anstatt happy birthday gibt es: tenor madness!!
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P. Bollschweiler, Zürich
Verfasst am: 6.9.2010 16:09
Geburtstag
Herzlichen Gückwunsch zu deinem Geburtstag... mehr
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