Vermischtes
Ein toter Wolf bewegt das Unterwallis
Ein mittlerweile schon länger geschossener und danach ausgestopfter Wolf hält die Walliser Behörden weiter auf Trab: Der Walliser Ständerat und alt Staatsrat Jean-René Fournier hatte 2006 den Abschuss des Tiers trotz Einsprachen mit automatisch aufschiebender Wirkung bewilligt. Nun laufen offizielle Ermittlungen gegen Fournier.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Die Staatsanwaltschaft Unterwallis ordnete am 23.August eine offizielle Ermittlung durch den Untersuchungsrichter an. Fournier soll das Jagdgesetz sowie das Gesetz über den Schutz freilebender Säugetiere und Vögel verletzt haben. Möglicherweise könnte auch Amtsmissbrauch des ehemaligen Walliser Regierungsrats vorliegen.
Am 25. August schloss die Staatsanwaltschaft die Umweltorganisation WWF als Zivilpartei aus, wie deren Sekretärin Marie-Thérèse Sangra eine Information der «SonntagsZeitung» bestätigte. Allerdings sei der WWF im Vorverfahren nie angehört worden.
Die Affäre nahm ihren Anfang vor vier Jahren. Im September 2006 erliess Fournier eine Abschussbewilligung für den Wolf im Chablais, der bis dahin rund 30 Schafe attackiert hatte. Gleichzeitig entzog er möglichen Einsprachen die aufschiebende Wirkung.
Der WFF verlangte, dass die aufschiebende Wirkung wieder hergestellt wir. Nachdem die Walliser Regierung das abgelehnt hatte, gelangte die Organisation ans Kantonsgericht. Dieses stellte schliesslich fest, der Rekurs hätte automatisch aufschiebende Wirkung gehabt.
Das nützte dem Wolf aber nichts, er wurde am 21. November abgeschossen - zwei Monate vor dem Gerichtsentscheid 2008 änderte das Walliser Kantonsparlament das Verwaltungsgesetz, indem es in Verwaltungsverfahren die automatische aufschiebende Wirkung strich.
Heute sitzt Jean-René Fournier (CVP) im Ständerat. Dort errang er im Juni einen Sieg über den Wolf: Die Kleine Kammer hiess eine Motion von ihm gut, welche die Konvention von Bern - sie stellt den Wolf und andere Tiere unter Schutz - in Frage stellt.
In die Konvention soll ein Vorbehalt aufgenommen werden, der die Regulierung von Wolfsbeständen zulässt. Der Nationalrat muss die Motion noch behandeln.
Der 2006 erschossene Wolf im Chablais wurde ausgestopft. Fournier liess ihn anfangs 2007 in seinem Staatsratsbüro aufstellen.
(sda/stom)
Meldungen im Tagesverlauf
- Kodak-Kameras sind tot, lang lebe Kodak
- Hart, härter, am härtesten – Kleine Schneebader in der Ukraine
- Kältewelle ist gutes Geschäft für Öl- und Stromproduzenten
- Sauber mit Problemen im Test
- Konkurrenzkampf in Nati so gross wie nie
- Fernando Gonzalez hört im März auf
- Die Geheimnisse der Xenia Tchoumitcheva
- Berlinale-Eröffnung: Glamourös und politisch
- Verschneiter Ätna spuckt Lava
- Griechen einigen sich mit IWF und EU auf Sparplan
- Verfahren gegen Sarkozy-Vertrauten Woerth
- Neue Hoffnung für Grosssägerei in Domat/Ems
- Affäre Hainard: Schlüsselperson freigesprochen
- Der Kälte trotzen
- Shaqiri: «Wollte unbedingt zu einem Topverein»
- 11 Jahre Berufsverbot für Star-Ermittler Garzón


«Costa Concordia»: Angst vor Umweltdesaster hält an
Neue Banknoten kommen frühestens 2013
11 Jahre Berufsverbot für Star-Ermittler Garzón
Zu Fuss aufs Empire State Building – in 10 Minuten
Verschneiter Ätna spuckt Lava
Griechen einigen sich mit IWF und EU auf Sparplan
Verfahren gegen Sarkozy-Vertrauten Woerth
38-jähriger Familienvater stirbt bei Lawinenunfall am Pilatus
Einigung über Megafusion zwischen Glencore und Xstrata
Bis heute Mittag: Ultimatum der Kreditgeber an Athen
3D-Drucker erstellt Objekte auf Knopfdruck
Hersteller will Preis für Gripen senken
AKW Mühleberg notfallmässig abgeschaltet
Häufige Eisenbahn-Suizide von Schweizer Jugendlichen
Neue Details zu Majak-Uran in Schweizer AKW






















P. D., Esslingen am Neckar
)
(Peterle
Verfasst am: 6.9.2010 8:39
Und wann?
Und wann steht Jean-René Fournier daneben?
Zustimmen — 13 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
L. Kunz, Sallneck
)
(xylol
Verfasst am: 6.9.2010 0:54
So einen Kadaver ausstopfen und ins Amt stellen?
komplett pervers!
Zustimmen — 39 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten