Schweiz
Gotthard-Strassentunnel wird 30
Genau vor dreissig Jahren ist der Gotthard-Strassentunnel feierlich eröffnet worden. Das 16,9 km lange Bauwerk ist bis heute der drittlängste Strassentunnel der Welt und der längste in den Alpen. Just zum runden Geburtstag melden sich Kritiker zu Wort, welche Milliardenverluste der Bahn durch den Bau des Strassentunnels anprangern.
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In einer zehnjährigen Bauzeit wurde der zweispurige Strassentunnel zwischen Göschenen im Kanton Uri und Airolo (TI) gebaut. Der damalige EDI-Vorsteher Hans Hürlimann (CVP) hatte am 5. September 1980 die Ehre, den Gotthard-Strassentunnel feierlich zu eröffnen und dem Verkehr zu übergeben.
Legendär wurde bei der Eröffnung eine Aussage Hürlimanns, in welcher er der betroffenen Bevölkerung versprach, dass der Gotthard-Strassentunnel «niemals ein Korridor für den Schwerverkehr» werde. Die Zukunft wies eine andere Entwicklung, wie man heute weiss.
Mit der Tunneleröffnung vor 30 Jahren wurde der Autoverlad auf die Bahn durch den Eisenbahn-Scheiteltunnel eingestellt. Bereits 1981 fuhren 171'000 Lastwagen durch den Gotthard. Damit wurde der Tunnel schon damals der wichtigste Schweizer Alpenquerung. Bereits 1990 stieg die Zahl der Lastwagenfahrten auf eine halbe Million. Heute zählt man mehr als 1,2 Mio. Lkw-Fahrten am Gotthard pro Jahr.
Feierlichkeiten am 5. September 2010
Mit einer Erinnerungszeremonie feiern ehemalige Arbeiter und Behördenvertreter in Airolo (TI) das 30-jährige Jubiläum des Gotthard-Strassentunnels. Zum Gedenken verstorbener Arbeiter während des Baus des Strassen- und Eisenbahntunnels legen die Anwesenden Kränze nieder. Nach einer Messe, einer religiösen Segnung und dem offiziellen Erinnerungsakt wird zum Jubiläum eine Mahlzeit serviert.
Alpeninitiative erstellt Studie
Den runden Geburtstag des Strassentunnels nahm die Alpeninitiative zum Anlass, eine Studie über die Verkehrsentwicklung am Gotthard zu erstellen. Dabei kam sie zum Schluss, dass seit der Eröffnung des Tunnels nur noch halb soviele Personen mit dem Zug durch den Berg fahren.
1979 fuhren gut 20'000 Passagiere mit der Bahn durch den Gotthard. Heute sind es nur noch rund 8500 Personen, behauptet die Alpeninitiative. Diese Entwicklung bestätigt der Verkehrsexperte Ueli Haefeli von Interface Politikstudien und der Universität Bern gegenüber «tagesschau.sf.tv».
Die betriebswirtschaftliche Sicht der Studie bestätigt Haefeli ebenso, der auch im Auftrag der Alpeninitiative die vom Verein aufgestellte These überprüfte: Die Alpeninitiative ermittelte nämlich für den Zeitraum von 30 Jahren Mindereinnahmen von 5,5 Mrd. Fr. für die Bahn. Haefeli relativierte jedoch, dass diese Mindereinnahmen während 30 Jahren generiert wurden. Aufs einzelne Jahr gesehen sehe das wieder weniger dramatisch aus.
Bei der wiederaufflammenden Diskussion um die zweite Gotthard-Röhre erklärt Haefeli, ein Bau der zweiten Röhre würde eine Attraktivitätssteigerung für den Strassenverkehr bedeuten. Dies verschiebe wieder die Gewichte zwischen Bahn und Strasse. In der heutigen Verkehrspolitik werde auf der einen Seite der Bahn etwas genommen und fast gleichzeitig werde die Bahn gefördert.
Brandkatastrophe erschütterte das Land
Während den 30 Jahren ereigneten sich mehr als 870 Unfälle im Tunnel mit über 30 Toten. Der schwerste Unfall ereignete sich am 24. Oktober 2001, bei dem es durch den Zusammenstoss zweier Lkw zu einer Brandkatastrophe kam. Elf Menschen starben bei dem Unglück. Der Strassentunnel musste darauffolgend für zwei Monate geschlossen werden, um eine Sanierung durchzuführen.
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O. toneatti, bern
)
(olgar
Verfasst am: 6.9.2010 19:05
Kaum ist der Gotthardtunnel von
den Autoabgasen so schön schwarzgebrannt wie... mehr
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M. Unterholzner
)
(martin.unterholzner
Verfasst am: 5.9.2010 14:18
Freie Wahl
Interessant, dass Kritiker, die sich... mehr
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R. Meier
Verfasst am: 5.9.2010 9:30
Herr Bundesrat Hans Hürlimann war ein sehr
netter Bundesrat und sehr beiliebt bei der... mehr
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