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Roche greift zum Rotstift

Freitag, 3. September 2010, 9:32 Uhr

Der Pharmakonzern Roche hat sich eine Sparkur verordnet. Konzernweit sollen in den nächsten Monaten alle Standorte – auch jene in der Schweiz - auf ihre Strukturen und Prozesse überprüft werden. Wieviele der weltweit rund 80‘000 Stellen gestrichen werden, will Roche bis Ende Jahr bekannt geben.

Hintergrund des Sparprogramms sind die gekürzten Gesundheitsbudgets vor allem in den USA und in Europa sowie Rückschläge bei der Zulassung von Medikamenten.

In der Roche-Mitteilung ist die Rede vom «Start der konzernweiten Initiative ‚Operational Excellence‘» . Das Programm habe zum Ziel, im ganzen Konzern die Kostenstruktur anzupassen und Produktivitätsverbesserungen zu beschleunigen.

Alexander Klauser, Pressesprecher bei Roche, begründet die Sparmassnahmen unter anderem mit einem verändertem Marktverhalten. (Tagesschau vom 03.09.2010)

Die Auswirkungen auf den Stellenbestand will Roche vor Ende dieses Jahres bekannt geben. Roche hat weltweit über 80‘000 Stellen, rund 10‘000 davon in der Schweiz.

In welchem Ausmass die Standorte in der Schweiz betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Roche-Sprecher Alexander Klauser wies auf Anfrage von «tagesschau.sf.tv» lediglich darauf hin, dass sämtliche Standorte des Konzerns in allen Ländern überprüft würden auf ihre Strukturen und Prozesse, also auch jene in der Schweiz.

Die Umsetzung der Massnahmen ist für 2011 und 2012 vorgesehen. Die Initiative sei nicht nur eine Kostensenkungsmassnahme, hält Roche fest. Es gehe auch darum, die richtigen Prioritäten für eine erfolgreiche Zukunft zu setzen.

«Im Gegensatz zu vielen unserer Wettbewerber sind wir nur in geringem Masse von Patentabläufen betroffen.»
Roche-Konzernchef Severin Schwan

«Wir starten diese Initiative aus einer Position der Stärke», wurde Konzernchef Severin Schwan in der Mitteilung zitiert. Anders als bei vielen Konkurrenten liefen bei Roche nur wenige Patente ab. Zudem verfüge das Unternehmen trotz Rückschlägen in den vergangenen Monaten über eine starke Pipeline in Forschung und Entwicklung.

Bild
Konzernchef Severin Schwan will den langfristigen Erfolg von Roche sicherstellen. reuters

Roche musste jüngst einige Rückschläge bei der Zulassung von Medikamenten hinnehmen. In den USA blockiert die Nahrungs- und Medikamentenaufsicht FDA offenbar aus formalen Gründen die Zulassung von Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs. Avastin ist für Roche das wichtigste Medikament.

Einen weiteren Rückschlag musste Roche in Grossbritannien hinnehmen. Die britische Gesundheitsbehörde NICE hat Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs weiterhin als zu teuer abgelehnt - trotz eines neuen Preisvorschlags von Seiten des Pharmakonzerns. Der Entscheid ist anfechtbar.

Roche-Genussschein hat seit Jahresbeginn 20 Prozent verloren

Die Rückschläge haben sich auch auf den Börsenkurs des Pharma-Schwergewichts durchgeschlagen. Der Kurs des Roche-Genussscheins hat seit Jahresbeginn rund 20 Prozent an Wert verloren.

Roche hatte im ersten Halbjahr 2010 kräftig zugelegt. Der Konzern steigerte den Umsatz um 3 Prozent auf 24,6 Mrd. Franken. Der Gewinn legte gegenüber dem Vorjahressemester sogar um 37 Prozent auf 5,6 Mrd. Fr. zu.

Für das ganze Jahr hatte der Konzern ein Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine zweistellige Gewinnsteigerung zu konstanten Wechselkursen in Aussicht gestellt. Dieser Ausblick wurde nun erneut bestätigt.

(sf/sda/coro)

Kommentare aktiv...

H. Bernoulli, Zürich
(hbernoulli Mann)
Verfasst am: 4.9.2010 7:22

Gewinne = mehr einnehmen als ausgeben = sparen.

Und was macht Roche mit dem Gewinn? Das ist nicht... mehr

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M. Schmid, Felben-Wellhausen
(Cyneric Mann)
Verfasst am: 3.9.2010 16:36

Zukunft sichern

Es ist durchaus möglich, dass in der Schweiz... mehr

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M. Graf

Verfasst am: 3.9.2010 13:40

Unsympatisch

Dieser Konzern verdient es nach Indien... mehr

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