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Prämienschock: Nachzahlen für die Fehler der letzten Jahre

Lukas Schneider
Freitag, 3. September 2010, 13:42 Uhr

Er ist schon fast ein Ritual, der Prämienschock im Herbst. Um 11 Prozent schlagen die Krankenkassenprämien laut dem Vergleichsdienst bonus.ch im Schnitt dieses Mal auf. Für Gesundheitsökonom Heinz Locher ist klar: Jetzt wird nur nachgeholt, was in den letzten Jahren zu wenig bezahlt worden ist.

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Mit den eigentlichen Gesundheitskosten habe der Prämienanstieg nur am Rande zu tun, analysiert Locher in der «Tagesschau». Schuld an den teilweise erneut happigen Aufschlägen seien vielmehr die teilweise geradezu ungesetzlichen Zustände der letzten Jahre.

Zum einen seien in einigen Kantonen, etwa in Bern oder im Aargau, die Prämien ganz einfach zu tief gewesen. Die Kosten hätten damit nicht gedeckt werden können. In diesen Kantonen müssen die Versicherten nun kräftig nachzahlen.

«Ungesetzliche» Zustände

Einen weiteren Grund sieht der Gesundheitsökonom im Rennen der Kassen um die immer noch tieferen Prämien. Locher nimmt dabei vor allem Billig-Krankenkassen ins Visier und Kassen, die vornehmlich junge Leute mit Dumping-Prämien köderten.

Diese Discount-Prämien hätten die Kosten nie decken können, weshalb die Kassen über Jahre die Defizite aus anderen Versicherungszweigen ausgeglichen hätten. Das sei geradezu ungesetzlich, findet der Experte. Und schlimmer noch: «All das ist mit Billigung der Bundesbehörden passiert.»

Gesundheitsexperte Locher: Jetzt wird nachgezahlt

Für Locher gibt es keinen Zweifel: Jetzt wird korrigiert, was in den vergangenen Jahren schief gelaufen ist. «Wir kehren zum Normalzustand zurück. Das Gesetz sagt: Die Prämien müssen die Kostenentwicklung in den Kantonen und Regionen widergeben. Das hat man nicht immer und nicht überall getan.» Dies, sagt Locher, auch aus politischen Gründen. Hohe Prämien sind keine guten Argumente gegenüber den Wählern.

«Wir kehren zum Normalzustand zurück.»
Heinz Locher, Gesundheitsökonom

In der Pflicht sieht Locher aus das Bundesamt für Gesundheit und Gesundheitsminister Didier Burkhalter. In den vergangenen Jahren sei die Aufsichtsaufgabe gegenüber den Kassen allzu sehr in den Hintergrund getreten. Den politischen Behörden sei es lieber gewesen, die Prämienanstiege möglichst gering zu halten. Das habe sich, stellt Locher fest, mit der Amtsübernahme von Didier Burkhalter wieder geändert.

Locher: Behörden vernachlässigten Aufsicht

Krankenkassenprämien werden deutlich steigen

Der Prämienanstieg für 2011 wird erheblich sein. Dies zumindest behauptet der private Vergleichsdienst Bonus, der die Prämienentwicklung für 2011 anhand provisorischer Daten von Krankenkassen, die mehr als 50 % der Schweizer Versicherungsnehmer repräsentieren, analysiert hat. Mehr...

Kommentare aktiv...

D. H., New York
(Soriak Mann)
Verfasst am: 5.9.2010 16:44

Wirklich so teuer?

In Basel-Stadt (einer der teuersten Kantone)... mehr

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L. Barbara, Lausen
(Sekai Frau)
Verfasst am: 5.9.2010 10:12

@Müller

Die Behauptung "Ärzte" seien Abzocker... mehr

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H. Bernoulli, Zürich
(hbernoulli Mann)
Verfasst am: 4.9.2010 21:27

Zahlen für Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte

in dem der medizinische Fortschritt in eine... [1]  mehr

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