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Krankenkassenprämien werden wieder deutlich steigen

Freitag, 3. September 2010, 12:58 Uhr

Der Prämienanstieg für 2011 wird erheblich sein. Dies zumindest behauptet der private Vergleichdienst Bonus, der die Prämienentwicklung für 2011 anhand provisorischer Daten von Krankenkassen, die mehr als 50 % der Schweizer Versicherungsnehmer repräsentieren, analysiert hat.

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Der Vergleichsdienst rechnete aus, dass die Prämien 2011 im Schnitt um 11 % steigen werden. In der Deutschschweiz sollen die Kantone Appenzell-Innerrhoden, Bern, Nidwalden und Uri am stärksten betroffen sein, mit einem Anstieg von mehr als 13 %. Am massivsten soll die Prämienerhöhung in den Kantonen Uri mit 15,3% und Nidwalden mit 14,4 % ausfallen.

Bild Operationspersonal am Arbeiten.
Geht es nach den Prognosen von Bonus, werden die Versicherungsprämien im Gesundheitswesen 2011 markant steigen. colourbox / symbolbild

In der Romandie könnte die Prämienerhöhung mit 14,1 Prozent im Wallis am stärksten ausfallen. Von allen Schweizer Kantonen sind Genf, Jura, Neuenburg und Waadt am wenigsten betroffen, wie Bonus weiter mitteilt: hier liege der Prämienanstieg bei unter 9 %, wobei Neuenburg mit 7,5 % den niedrigsten Wert zeigt. In allen anderen Kantonen liege der Anstieg zwischen 9 % und 13 %.

Prognose trotz Embargo-Bitte des BAG

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Versicherer gebeten, ihre provisorischen Prämien für 2011 nicht zu veröffentlichen. Die meisten Versicherer folgen der Direktive und veröffentlichen ihre Prämien weder auf ihren noch auf den Seiten ihrer Partner. Manche Versicherer haben dennoch vorausschauend gehandelt: um das massive Volumen der Anfragen innerhalb des verkürzten Zeitraums besser bewältigen zu können, haben Sie ihre provisorischen Prämien dem Vergleichsdienst übermittelt.

Wie bereits im letzten Jahr soll die Prämienerhöhung vor allem die jungen Leute treffen. Die Krankenversicherungsprämien für junge Erwachsene (19-25 Jahre) würden um etwa 13,6 % steigen. Das sei 3,8 % mehr als bei den Erwachsenen. Die Prämien für Kinder werden laut dem Vergleichsdienst im Durchschnitt um 8,1 % erhöht.

Versicherte mit hohen Franchisen müssen bluten

Einer neuen Anordnung des BAG zufolge müssen die Krankenkassen Prämienrabatte, die höher sind als 15 % sind, ab diesem Jahr bestätigen lassen. Deshalb würden sich manche Versicherte mit einem sehr hohen Anstieg infolge einer Reduzierung des Prämienrabatts konfrontiert sehen, sagt Bonus voraus. So müsse auch mit einem hohen Anstieg der Prämien für Versicherte mit Wahlfranchisen, im Besonderen mit hohen Franchisen, gerechnet werden.

Der Vergleichsdienst kommt dann zum Schluss: «Es wird deutlich, dass die am meisten betroffenen Versicherten Familien mit geringem Einkommen und mit kleinen Kindern, oder solchen, bei denen häufig noch die Eltern die Prämien für die Krankenkasse zahlen, sind.»

BAG verschlechtert Entscheidungfindung

Durch das Embargo des BAG, könnten sich die Versicherten nicht anhand der provisorischen Prämien über die möglichen Auswirkung auf ihre eigene Situation informieren. Die Prämien rechtzeitig zu kennen, würde jedoch gerade denen helfen, die dieses Jahr besonders betroffen sind: Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen!

Laut einer Verhaltensstudie, die Bonus im Mai durchgeführt hat, würden 20 % der Versicherten dieses Jahr die Krankenkasse wechseln, sollte diese ihre Prämie erhöhen.

So kam die Prognose zustande

Die Berechnung von Bonus basiert auf provisorischen Prämien gewichtet nach Anzahl der Versicherten jeder Krankenkasse und unter Berücksichtigung sämtlicher Altersstufen, Franchisen, Versicherungsmodelle und Prämienregionen. Die Prozentzahl kann entsprechend der angewandten Berechnungsmethode variieren. Üblicherweise ermittelt das BAG seine Schätzungen ausschliesslich auf Basis der Franchise 300 (Erwachsene, traditionelles Versicherungsmodell). Die Berechnung nach dieser Methode ist jedoch nicht für alle Versicherten repräsentativ.

(ots/horm)

Kommentare aktiv...

W. Ostermeier, Buchs
(Paresis Mann)
Verfasst am: 4.9.2010 19:52

Mit meinen Prämien zahle ich auch für die abgewiesenen Asylanten

Die ganzen Kommentar nützen nichts, wenn wir das... [1]  mehr

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C. Klein, Zürich
(Klein Mann)
Verfasst am: 4.9.2010 18:01

Eine Positivliste muss endlich her.

Solange wir in der Grundversicherung keinen... mehr

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H. Haller, Kölliken
(kitwa Mann)
Verfasst am: 4.9.2010 15:32

im Westen nichts Neues

So ein Dauerthema um KK-Prämien und keine... mehr

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