Schweiz
Genf nimmt Guatemalas Ex-Polizeichef unter die Lupe
Der Genfer Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli hat eine Untersuchung gegen einen guatemaltekisch-schweizerischen Doppelbürger eingeleitet. Dem Ex-Polizeichef wird vorgeworfen, an aussergerichtlichen Hinrichtungen in Guatemala beteiligt gewesen zu sein. Er weist jede Schuld von sich.
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«Eine Untersuchung ist durch Staatsanwalt Zappelli eröffnet worden», sagte ein Mediensprecher bei der Genfer Justiz. Er bestätigte damit einen Bericht der Genfer Tageszeitung «Tribune de Genève».
Die UNO-Kommission gegen dieStraflosigkeit in Guatemala (CICIG) sieht den schweizerisch-guatemaltekischen Doppelbürger als Drahtzieher aussergerichtlicher Hinrichtungen. Dieser amtete von Juli 2004 bis März 2007 als Polizeichef in dem mittelamerikanischen Land. Nach seinem Rücktritt floh er in die Schweiz und lebt seither in Genf.
Mittlerweile figuriert sein Name auf einer Liste der UNO-Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG). Insgesamt 19 Personen werden verdächtigt, an aussergerichtlichen Exekutionen beteiligt gewesen zu sein.
Opfer oder Täter?
Anfang August hatte ein Richter in Guatemala auf Antrag der CICIG Haftbefehl gegen die 19 Ex-Funktionäre erlassen - darunter auch der guatemaltekisch-schweizerische Doppelbürger. Ihnen wird vorgeworfen, einer kriminellen Gruppe im damaligen Innenministerium angehört zu haben. Neun der ehemaligen Funktionäre konnten bereits festgenommen werden.
Der Beschuldigte bezeichnet sich selbst als «Opfer einer Diffamierungskampagne» - lanciert von Drogenbanden, gegen die er damals als Polizeichef ermittelt hatte.
(sda/rucf)
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