Inhalt

International

Ölplattform-Unglück: Arbeiter gerettet, kein Ölaustritt

Freitag, 3. September 2010, 0:45 Uhr, Aktualisiert 12:30 Uhr

Die Ölplattform im Golf von Mexiko, auf der sich eine Explosion ereignet hat, steht nicht mehr in Flammen. «Das Feuer ist gelöscht», sagte Kapitän Peter Troedsson von der US-Küstenwache. Es gebe entgegen ersten Meldungen keinen Hinweis auf einen Ölschleier im Meer.

Die Küstenwache hatte ursprünglich unter Berufung auf Aussagen der geretteten Arbeiter der Plattform von einem Ölschleier gesprochen. Helikopter und Schiffe hätten allerdings keinen Ölaustritt feststellen können.

Erinnerungen an «Deepwater Horizon»

Die Küstenwache behalte die Lage jedoch weiter im Auge, sagte Troedsson. Auf der Plattform rund 145 Kilometer südlich von Vermilion Bay im US-Bundestaat Louisiana war es am Donnerstagvormittag zu einem Unfall gekommen. Einige der Arbeiter sagten, es habe eine Explosion auf der Plattform gegeben. Die Betreiberfirma Mariner Energy erklärte dagegen, es habe auf der Plattform gebrannt.

Die Angst nach einer erneuten Ölpest hat sich nicht erhärtet. (Tagesschau vom 03.09.2010)

Alle 13 Arbeiter der Plattform wurden nach Angaben der Küstenwache aus dem Wasser gerettet, sie wurden von einem Schiff aufgenommen und zu einer nahe gelegenen Bohrinsel gebracht. Ein Mensch wurde verletzt.

«Die Plattform ist noch immer intakt, und es war offenbar nur ein kleiner Teil der Plattform, der brannte», sagte Mariner-Energy-Sprecher Patrick Cassidy. Auf der Plattform gibt es nach Angaben des Unternehmens sieben aktive Bohrlöcher. Sie alle wurden kurz vor dem Brand geschlossen. Was zu dem Unglück führte, war noch unklar.

Bild Karte
Die explodierte Ölplattform befindet sich 145 Kilometer südlich der US-Küste. sf

Der Vorfall weckte Erinnerungen an den Untergang der vom Energiekonzern BP betriebenen Plattform «Deepwater Horizon» im April. Es war der grösste Ölunfall der Geschichte.

Ein Mekka für Ölförderer

Im Golf von Mexiko arbeiten rund 3400 Ölplattformen. Die «Vermilion Oil Platform 380», auf der am Donnerstag ein Feuer ausbrach, gehört zu den Förderplattformen. Sie sind nach Expertenangaben stabiler als Bohrplattformen wie die «Deepwater Horizon», die Ende April explodierte.

Von der Bohrplattform aus werden eine oder mehrere Bohrungen vorgenommen. Danach wird eine Förderplattform über den Bohrlöchern platziert. Von dort werden dann Öl und Gas gefördert, aufbereitet und weitertransportiert. Auf der Mehrheit der Plattformen im Golf werden keine Arbeiter benötigt.

(sda/fasc)

Kommentare aktiv...

P. D., Esslingen am Neckar
(Peterle Mann)
Verfasst am: 3.9.2010 8:17

keinen Hinweis auf einen Ölschleier im Meer.

Die gab es beim Untergang der BP-Plattform... mehr

Zustimmen — 23 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 9 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.