International
Heftiges Beben in Neuseeland lässt Gebäude einstürzen
Bei einem schweren Erdbeben sind im Süden Neuseelands zwei Menschen schwer verletzt worden. In der am stärksten betroffenen Stadt Christchurch stürzten unzählige Häuser ein. In der grössten Stadt der Südinsel wurde der Notstand ausgerufen. Nach ersten Schätzungen hinterlässt das Beben der Stärke 7,1 einen Schaden in Milliardenhöhe.
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In Christchurch, der mit knapp 400'000 Einwohnern grössten Stadt der Südinsel, wurden die Menschen ausserdem von den Behörden angewiesen, aus Sicherheitsgründen bis Sonntagmorgen in ihren Häusern zu bleiben.
Die Streitkräfte wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Die Soldaten sollen voraussichtlich ab Montag bei den Aufräumarbeiten helfen. Die
Die Schäden, die das heftige Erbeben hinterlässt, sind erheblich. Ersten Schätzungen zufolge liegen die Kosten bei zwei Milliarden neuseeländischen Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro). Es könne allerdings noch Monate dauern, bis das volle Ausmass der Schäden bekannt sei, teilten die Behörden mit. Sachverständigen zufolge ist die geringe Anzahl der Verletzten vor allem den strengen Bauvorschriften in Neuseeland zu verdanken.
Einwohner rannten im Pyjama nach draussen
Durch die Beben am Samstagmorgen um 04.35 Uhr Ortszeit (18.35 Uhr MESZ) stürzten etliche Häuser in Christchurch ein. Unter den Menschen brach Panik aus. Viele liefen in Schlafanzügen auf die Strasse.
Andere wurden nach Angaben der Feuerwehr in ihren beschädigten Häusern eingeschlossen. Das Strom- und Mobilfunknetz brach zusammen, Autos wurden demoliert und ganze Strassenzüge blockiert. Auch die Gas- und Wasserversorgung wurde unterbrochen.
Etliche Gebäude wurden wegen Einsturzgefahr gesperrt. Behördenangaben zufolge wurden für Hunderte von obdachlos gewordenen Menschen bereits Übernachtungsmöglichkeiten in Schulen der Umgebung eingerichtet.
«Die Schäden in der Innenstadt sind beträchtlich. Es gingen auch Berichte von Plünderungen ein,» sagte Polizeikommissar Mike Coleman im Rundfunk. Schaufenster seien zerbrochen und einige Menschen hätten sich offenbar an der Auslage bedient. Es habe bereits mehrere Festnahmen gegeben. Es sei nicht sicher, in der Stadt unterwegs zu sein, sagte Coleman.
90 zusätzliche Polizisten wurden bereits zur Verstärkung nach Christchurch geflogen. «Wir sind alle verängstigt,» sagte der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker, dem Fernsehsender TV One News. Die Nachbeben seien zudem immer noch sehr stark.
Carter spricht von erheblichen Schäden
Ministerpräsident John Key Carter sprach von einem «absoluten Wunder», dass niemand bei den Beben der Stärke 7,1 umgekommen sei.
Der Ausnahmezustand sei auch zum Schutz der Einwohner von Christchurch verhängt worden, da besonders die Gebäude der Innenstadt einsturzgefährdet seien, sagte Carter. «Ich denke, wir als Nation können uns glücklich schätzen, dass es keine Todesopfer gab,» sagte er.
Nach dem Hauptbeben war es innerhalb von 14 Stunden noch zu 29 Nachbeben mit Stärken zwischen 3,7 und 5,4 gekommen. Zunächst war von einem Beben der Stärke 7,4 die Rede gewesen. Das wurde aber nach einer genaueren Analyse der Daten von dem staatlichen Geologischen Dienst GNS Sciences nach unten korrigiert.
Die US-Erdbebenwarte sprach von einem Beben der Stärke sieben. Das Epizentrum lag den Angaben zufolge rund 30 Kilometer westlich von Christchurch.
An der Grenze zweier Erdplatten
Neuseeland liegt in einem Gebiet, wo zwei Erdplatten zusammenstossen. Deshalb kommt es hier zu mehr als 14'000 Beben pro Jahr, von denen rund 150 zu spüren sind. Bei weniger als zehn im Jahr kommt es Schäden. Das letzte grosse Beben erreichte sogar eine Stärke von 7,8. Es ereignete sich am 16. Juli 2009 in der Region Fiordland auf der Südinsel. Das Beben führte dazu, dass die Südspitze Neuseelands 30 Zentimeter näher an Australien herangeschoben wurde, wie ein Seismologe damals berichtete.
(agenturen/stom)
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