Schweiz
Waldsterben verhalf der Forschung zum Boom
Die Debatte um das Waldsterben hat die heutige Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) vor knapp 30 Jahren ins Bewusstsein der Schweiz gerückt. Geschaffen wurde die Anstalt aber schon viel früher. Nun feiert sie ihren 125. Geburtstag.
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Das Thema Waldsterben hat der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in den 1980er-Jahren zu einem wahren Boom verholfen. Von diesem Impuls profitiert die Forschung noch heute, wie Waldforscher Andreas Rigling zu «tagesschau.sf.tv» sagt.
Der Wald starb auch schon früher
Schon 100 Jahre zuvor war es die Angst um den Wald, die den Grundstein legte für die Gründung der Anstalt. Im 19. Jahrhundert drohte den Wäldern Gefahr durch Übernutzung. Die Angst um den wichtigen Wirtschaftsfaktor führte 1885 zu einem Bundesbeschluss zur Errichtung einer Centralanstalt für das forstliche Versuchswesen.
Das WSL beschäftigte sich aber nicht erst seit 30 Jahren mit der Gesundheit des Waldes. Bereits in den 1950er-Jahren - die Anstalt hiess da noch Eidg. Anstalt für das forstliche Versuchswesen (EAFV) - war das Waldsterben aktuell. Damals waren es die Tessiner Kastanienbäume, die einem Pilz zum Opfer fielen. Ein Beitrag der Schweizer Filmwochenschau von 1956 zeigt, wie die Waldforscher nach Mitteln und Wegen suchen, die Kastanienwälder der Südschweiz zu retten.
Mit der zunehmenden Beliebtheit des Skisports und der Ausdehnung der Dörfer wurde neben der Wald- auch die Lawinenforschung wichtig.
Auch Lawinen werden unter die Lupe genommen
Bereits Anfang der 1930er-Jahre wurde gründete die Anstalt eine eigene Lawinenkommission. 1942 wird dann das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SFL) geschaffen. Die Schweizer Filmwochenschau berichtete damals über die Eröffnung.
Das SLF übernahm nicht nur eine Pionierrolle bei der systematischen Erforschung von Lawinen, sondern bot früh auch schon Kurse für Berggänger an. Dabei wurde den Teilnehmern schon 1966 beigebracht, wie man mit den ersten elektronischen Lawinensuchgeräten umgeht.
1945 übernimmt das SLF die Verantwortung für die Lawinenwarnung, die bis dahin die Armee inne hatte. Bis heute dürfte das SLF den auch den meisten wegen den Lawinenwarnungen in Radio und Fernsehen ein Begriff sein.
Vom sterbenden Bäumen und fressenden Käfern
Zu Beginn der 80er-Jahre bemerkten Förster und Forscher, dass es dem Wald hierzulande zunehmend schlechter geht. Viele Bäume waren geschwächt und verloren Nadeln oder Blätter. Diese Beobachtungen markierten den Beginn der Waldsterben-Debatte, die die Diskussion um den Umweltschutz erst richtig in Gang brachte und bis heute nachwirkt. Die Sendung «DRS aktuell» schilderte 1983 die Befunde eines Berichts über das Waldsterben im Kanton Bern.
Beeinflusst von der ausführlichen Debatte um das Waldsterben brachte das WSL das Sanasilva-Programm auf den Weg. Damit wird seither die Gesundheit der Schweizer Bäume systematisch überwacht.
Immer wieder wurde den Wissenschaftlern in der Frage des Waldsterbens Alarmismus vorgewofen: Die Lage sei gar nicht so dramatisch wie geschildert.
Kritik von allen Seiten
Andere wiederum beklagten etwa anbetrachts der Borkenkäfer-Plage, dass die Waldforscher das Problem nicht ernst genug nehmen, wie ein Bericht der Tagesschau von 1992 zeigt.
Die Diskussion ums Waldsterben ist längst abgekühlt. Das bedeutet indes nicht, dass dem Wald keine Gefahr mehr droht. Heute dreht sich die Forschung am WSL zum Beispiel um die Frage, welche Auswirkungen der Klimawandel auf den Wald und seine Gesundheit hat.
Damit sich Interessierte ein eigenes Bild machen können, wie Waldforschung heute abläuft, öffnet die WSL zum Jubiläum ihre Tore. Der Tag der offenen Tür findet statt am Samstag, 4. September an ihrem Sitz in Birmensdorf (ZG).
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H. Wach, Luzern
)
(sfpluto1
Verfasst am: 3.9.2010 0:32
Zum Waldsterben
Es war widerspruchslos die Ölindustrie, die... [2] mehr
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U. Rothenbuehler, Bern
)
(Arcus5
Verfasst am: 2.9.2010 21:48
Forschung muss aufpassen...
Die Forschung muss aufpassen, dass sie nicht... mehr
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X. Perte, Höngg
)
(Taylor
Verfasst am: 2.9.2010 20:06
Nach 30 Jahren geben sie es endlich zu.
Die Waldsterben-Hysterie hat also vor allem der... [1] mehr
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