Schweiz
Neues, effektives Malaria-Mittel entdeckt
Ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung hat einen neuen Wirkstoff gegen die Tropenkrankheit Malaria entdeckt. Eine einzige Dosis der Substanz heilte infizierte Mäuse. Ob das beim Menschen genauso ist, muss aber noch untersucht werden.
Die neue Substanz gehört zur chemischen Klasse der so genannten Spiroindolone. Entdeckt wurde sie von einem Forscherteam, dem auch das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut in Basel (Swiss TPH) und der Pharmakonzern Novartis angehören. Vorgestellt wird der Fund in der neuesten Ausgabe des Fachmagazins «Science».
Die Wissenschaftler durchforsteten eine riesige Datenbank von Novartis nach möglichen Wirkstoffen gegen Malaria. Schliesslich fanden sie einen besonders aussichtsreichen Kandidaten. Sie stellten künstlich rund 200 Abkömmlinge dieses Moleküls her und untersuchten ihre Wirksamkeit und Sicherheit genauer.
An Mäusen getestet
Am Ende ragte ein ganz bestimmtes Spiroindolon mit der Bezeichnung NITD609 heraus: Laut den Forschern erfüllt es alle Kriterien eines neuen Antimalaria-Kandidaten. Es scheint keine Nebenwirkungen zu haben und tötete im Reagenzglas effizient die zwei wichtigsten Malaria-Erreger ab.
Die Wirkung bestätigte sich auch bei diversen Parasitenstämmen, die gegen herkömmliche Malariamedikamente resistent sind. Und malaria-infizierte Mäuse wurden – bei hoher Dosis – nach einer einzigen Abgabe der Substanz wieder gesund.
Ein Malaria-Medikament, das nur ein einziges Mal eingenommen werden müsste, wäre ein «Riesenvorteil», sagte Studienmitautor Reto Brun vom Swiss TPH. Die heute oft benutzten Artemisinine etwa bleiben laut ihm nur kurz im Blut des Patienten. Um alle Keime abzutöten, müssen sie deshalb über mehrere Tage verabreicht werden.
Noch Jahre bis zum Verkauf
Gerade in Krisengebieten und Flüchtlingslagern begegne ein Arzt vielen Malariapatienten nur einmal, erklärte Brun. Er könne dann nicht überprüfen, ob der Patient abgegebene Medikamente auch später noch einnehme. Ausserdem habe die Einmaldosis auch den Vorteil, dass sie es dem Parasiten erschwere, Resistenzen zu bilden.
Millionen Malaria-Fälle pro Jahr
40 Prozent der Weltbevölkerung leben in Gebieten mit Malaria. Der neuste Report der WHO legt fest: 243 Millionen Malaria-Fälle werden pro Jahr gezählt. 863'000 Menschen sterben an der Krankheit - meist Kinder in Afrika. Die Dunkelziffer ist gross. In gewissen Teilen der Welt ist der Erreger auf dem Vormarsch - dies, weil er gegen viele altbewährte Medikamente resistent wird.
Besonders hoch ist die Malaria-Gefahr in afrikanischen Ländern wie Äthiopien, Angola, Ghana, Kenia oder Ruanda. Doch auch in Asien oder Südamerika ist der Erreger nach wie vor verbreitet.
Der Fund sei noch kein Grund zur Euphorie, warnte Reto Brun. Das Molekül müsse nun eingehend auf seine Sicherheit untersucht werden – dann stünden klinische Studien beim Menschen an. «Und da kann noch viel schief gehen», sagte er. Bis allenfalls ein neues Medikament vorliege, werde es mindestens fünf Jahre dauern.
(sda/gern)
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P. Geiger, Ermatingenn
)
(pavlo
Verfasst am: 3.9.2010 18:42
Es gibt es schon
Suche im Googl nach mms. Wenn die Pharmaindustrie... [1] mehr
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W. Kathriner, Sarnen
)
(A.
Verfasst am: 3.9.2010 10:33
ach
das ist doch wieder eine Werbung für die... mehr
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B. Froehlich, Petra / Lesbos
)
(B.Froehlich
Verfasst am: 3.9.2010 0:03
Waere wunderbar, doch
wie ich vor 35 Jahren meine Reportage zu Malaria... mehr
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