International
Chile: Bohrer frisst sich zu Kumpel in 700 Metern Tiefe
In Chile haben Experten einen Spezialbohrer in Betrieb genommen, der sich einen Weg zu den eingeschlossenen 33 Bergleuten in 700 Metern Tiefe bahnen soll. Damit steht die Rettungsaktion aber erst am Anfang: Die Kumpel können vermutlich erst Ende Jahr geborgen werden. Die Zeit drängt jedoch, denn viele der Verschütteten kommen physisch und psychisch an ihre Grenzen.
Bild
Artikel bewerten
Artikel teilen
Abgeschirmt von den bangen Blicken der Angehörigen und Medien hat der 31 Tonnen schwere Spezialbohrer seine Arbeit aufgenommen. Dieser bohrt einen 33 Zentimeter breiten Schacht zu den eingeschlossenen Bergleuten.
Dies reicht jedoch noch nicht. Ein zweiter Bohrer wird den Schacht anschliessend auf die doppelte Breite vergrössern. Erst dann ist dieser breit genug, um mit einer Rettungskapsel die Bergleute nacheinander bergen zu können.
Diese Rettung ist nicht nur aufwändig, sondern braucht auch viel Zeit. Das Bohrgerät kann pro Tag zwischen 8 und 15 Meter in die Tiefe vordringen. Es könnte deshalb laut Experten bis zu vier Monate dauern, bis der Schacht fertiggestellt und die Eingeschlossenen an die Oberfläche geholt werden können.
Die Helfer müssen zudem äusserst vorsichtig vorgehen, da weitere Einstürze drohen. Zusätzlich gefordert sich auch die Verschütteten, die bis zu 4000 Tonnen herabfallendes Gestein wegräumen müssen.
Die 33 Kumpel sitzen seit einem Grubenunglück am 5. August im Bergwerk San Jose in der Atacama-Wüste fest. Sie harren in einem 50 Quadratmeter grossen Schutzraum aus und werden über ein kleines Bohrloch versorgt.
Mit Hilfe von Plastikröhren werden Lebensmittel in die Tiefe gelassen. Auch eine Gegensprechanlage wurde installiert. Am Sonntag konnten sie erstmals mit ihren Angehörigen sprechen.
Den Verschütteten geht es den Umständen entsprechend gut. Wegen der feuchten und heissen Luft sind jedoch erste Krankheiten ausgebrochen. Einige leiden nach Angaben von Gesundheitsminister Jaime Mañalich an Infektionen und Hautgeschwüren. Zudem zeigten einige Anzeichen von Depressionen.
Es sei «eine nie zuvor bewältigte Aufgabe», die Männer unter Tage so lange gesund zu halten, sagte Mañalich. Experten zufolge ist es wichtig, dass die Männer geistig und körperlich fit bleiben.
Eingeschlossen in 700 Metern Tiefe
Den betroffenen Kumpels droht eine harte Zeit mit einer Achterbahn der Gefühle. Lesen Sie hier die Einschätzungen eines Fachpsychologen bei der Krisenintervention Schweiz.
Um die Bergleute zu unterstützen, hat die US-Raumfahrtbehörde NASA vier Experten nach Chile geschickt. Sie sollen ihre Erfahrungen mit Astronauten nutzen, wenn diese lange im All sind. «Die Umgebung mag anders sein, aber mental und hysisch ist es eine vergleichbare Situation», sagte NASA-Chefmediziner Michael Duncan.
(agenturen/meip)
Meldungen im Tagesverlauf
- Brandkatastrophe in Katar fordert 19 Todesopfer
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Shaqiri erneut «Spieler des Jahres»
- Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
- Ungefährdeter Sieg für die Ukraine
- Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
- Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
- SP könnte Steuerabkommen kippen
- Golden Gate Bridge im Lichterregen
- Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
- Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
- Wacker Thun verpasst Titel knapp
- 18 Milliarden Euro Hilfen für griechische Banken
- Sion verbleibt in der Super League
- Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
- «Solar Impulse» bleibt vorläufig in Madrid


Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
Brandkatastrophe in Katar fordert 19 Todesopfer
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
EU-Sondergipfel im Zeichen des Wachstums
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Jetzt sorgen Militärvelos für rote Köpfe
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert





















