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Behörden rechnen mit zunehmend mehr IV-Missbrauchsfällen

Dienstag, 31. August 2010, 21:57 Uhr

Seit 2008 setzen die kantonalen IV-Stellen im Kampf gegen Sozialhilfe-Betrüger auf die Arbeit von Detektiven. Dadurch sparten die Kantone allein im letzten Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag. Doch die IV-Stellen und Staatsanwaltschaften rechnen mit einer Welle neuer Verdachtsfälle, wie Recherchen von «10vor10» zeigen.

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Behörden rechnen mit zunehmend mehr IV-Missbrauchsfällen (10vor10, 31.8.10)

Seit der 5. IV-Revision steht den IV-Stellen heute mehr Handhabe zur Verfügung. Sie können in erhärteten Verdachtsfällen sogar Sozial-Detektive und Observationen veranlassen, um einen IV-Betrüger zu überführen und vor Gericht zu bringen.

IV Zürich spart über 13 Mio. Fr. Schaden

Die Meldepflicht besagt, dass der IV-Bezüger jede Änderung des Gesundheitszustands melden muss. Eine Verletzung der Meldepflicht gelte heute nicht mehr als Kavaliersdelikt, sondern werde rigoros verfolgt.

Die IV-Überprüfungen nach 2008 verbuchen die kantonalen IV-Stellen als Erfolg. Daniela Aloisi von der SVA des Kantons Zürich erklärte gegenüber «10vor10»: «Wir haben allein 2009 erstmals 28 Observationen durchgeführt und hatten 100% Erfolg - so haben wir hochgerechnet 13,5 Millionen Franken Schaden eingespart».

Arzt wegen IV-Betrug verurteilt

Am Bezirksgericht Zürich wurde ein 60-jähriger schweizerisch-kosovarischer Doppelbürger und Arzt wegen Sozialhilfe-Betrug zu 21 Monaten bedingtem Freiheitsentzug verurteilt.

Zudem muss er die 550'000 Franken IV-Gelder zurückzahlen, welche er während acht Jahren unrechtmässig bezogen hatte.

Mehr dazu lesen Sie >hier.

Auch die Strafverfolgungsbehörden beschäftigen sich intensiv mit IV-Betrugsfällen. In der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich wurde eigens eine Stelle geschaffen, die sich gesondert mit Sozialhilfe-Missbrauch befasst.

Und diese sei mehr als ausgelastet, sagt der leitende Staatsanwalt Christoph Winkler gegenüber «10vor10»: «Alleine unsere Abteilung hat derzeit 30 komplexe Verfahren in Bearbeitung, kommen noch die Fälle in anderen Staatsanwaltschaften hinzu – der Deliktsbetrag bewegt sich bei unseren Fällen von 100‘000 bis zu einer Million oder mehreren Millionen Franken.»

27 Millionen Franken Schaden in 4 Kantonen

Konkrete Zahlen, wieviel die Schweizer IV-Stellen durch aufgeflogene Betrugsfälle seit 2008 eingespart haben, gibt es beim Bundesamt für Sozialversicherungen bis anhin noch nicht. Das BSV sei daran, diese Übersicht zusammen zu stellen.

Recherchen von «10vor10» zeigen, dass im Jahr 2009 im Kanton Aargau in 177 Verdachtsfällen eine Summe 2,5 Millionen Franken gespart hat, der Kanton Bern hatte 133 Verdachtsfälle, 10 waren nachgewiesene Missbräuche und damit eine definierte Deliktsumme von 4,6 Millionen Franken. Im Kanton Schwyz, der nur 144‘000 Einwohner zählt, kamen auf der IV-Stelle 98 Verdachtsfälle zusammen. In 11 Fällen wurde observiert und in der Folge eine Schadenssumme von 7 Millionen eingespart.

Zusammen haben 2009 die vier Kantone Zürich, Bern, Schwyz und Aargau rund 27 Millionen Franken Schaden eliminiert, indem sie in Betrugsfällen Renten gekürzt oder komplett aberkannt haben.

(sf/fref)

Kommentare aktiv...

S. Pfister, Zürich
(iota Mann)
Verfasst am: 2.9.2010 11:52

Die Kleinen hängt man, die Grossen lässt man laufen

Missbrauch muss überall bekämpft werden. Ich... [2]  mehr

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U. Rothenbuehler, Bern
(Arcus5 Mann)
Verfasst am: 1.9.2010 19:52

Aufpassen dass es einem nicht trifft.

Wenn ich einige Beiträge lese, dann schockt mich... mehr

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S. Gaggo, Toffen
(bing12 Mann)
Verfasst am: 1.9.2010 17:33

Verstehen!

Was ich nicht verstehen kann ist dass es... [1]  mehr

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